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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Sport:
Sprachgeschichtlich hat
Sport
etwas mit Zerstreuung zu tun: Das im 19. Jahrhundert aus dem Englischen übernommene Wort
sport
ist dort eine Abkürzung des ebenfalls englischen Worts
disport
, das „Zerstreuung“, „Vergnügen“ bedeutet. Es ist über das altfranzösische
se desporter,
„sich vergnügen“, von dem gleichbedeutenden lateinischen Wort
disportare
abgeleitet.
Sport
als Ausdruck für „körperliche Bewegung und Ertüchtigung“, ob aus Freude an Spiel und Vergnügen oder zu Wettkampfzwecken, hat die deutschen Begriffe weitgehend abgelöst: das seit dem 16. Jahrhundert bekannte Wort „Leibesübungen“, den 1920 von der Reformpädagogik eingeführten Begriff „Leibeserziehung“ sowie das im 19. Jahrhundert entstandene, mit engerer Bedeutung versehene „Turnen“.
In früheren Jahrhunderten war Sport das Privileg höherer Gesellschaftsschichten, denn nur diese hatten die Zeit dafür. Im England des 17. Jahrhunderts beispielsweise wurde der
Sport
der oberen Schichten neben den „Spielen“ der unteren betrieben (zu denen Wettlaufen, Boxen und Ringen zählten). Die erste Aufnahme des Sports in Deutschland war 1836 in Hamburg die Gründung des „Hamburger Ruderclubs“, an dem noch englische Ruderer beteiligt waren. Heute hat sich längst der
Breitensport
etabliert. Zur Unterscheidung der vom Wettkampf geprägten Variante gibt es den
Leistungssport,
der oft von
Profisportlern
oder
Berufssportlern
betrieben wird. Seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts sind
Trendsportarten
oder
Funsportarten
wie Inlineskating oder Snowboarden in Mode gekommen.
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