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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Spektakel:
Ein
Spektakel
war ursprünglich eine besondere Form des Schauspiels. Als
Spektakelstück
(auch „Ausstattungs oder Sonntagsstück“) wurden Bühnenwerke bezeichnet, in denen es zum Beispiel Umzüge, Tänze oder Gefechte gab und die in ihrer Wirkung auf die breite Masse des Publikums berechnet waren. Von daher entstand die heutige Bedeutung von „Aufregung“, „aufregendes, aufsehenerregendes Ereignis“, „Lärm“. Der Ausdruck ist von dem lateinischen Wort
spectaculum
für „Anblick“, „Schauspiel“, „Wunderwerk“ abgeleitet; das Verb
spectare
bedeutet „ansehen“, „betrachten“ (zu
specere
„sehen“).
Spektakel
wird heute in vielerlei Zusammenhängen gebraucht. So spricht man von den technisch oft aufwändigen Rockkonzerten auch als
RockSpektakeln
. Die jährlich in Berlin stattfindende Loveparade wird als
TechnoSpektakel
bezeichnet. Ein Sportereignis wie die Tour de France oder ein Autorennen kann ebenso ein
Spektakel
sein wie ein Straßenfest oder Musik bzw. Theaterfestspiele. In solcher Hinsicht ist
Spektakel
zu einem Allerweltswort geworden, wie etwa auch der im Deutschen genauso verwendete entsprechende englische Ausdruck
event.
Spektakel
können aber auch lärmende Kinder veranstalten oder machen. Und eine strittige Diskussion etwa in einem Parlament, bei der es hoch hergeht, wird gelegentlich als
Spektakel
eingestuft. Als Steigerungsformen, die jeweils noch eine Intensivierung ausdrücken sollen, gibt es die Zusammensetzungen
Heidenspektakel, Höllenspektakel, Mordsspektakel.
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