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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Sonde:
Die
Sonde
ist ursprünglich etwas, das untertaucht. Das französische Wort
sonde
bedeutet „Lot“, „Senkblei“, das Verb
sonder
bezeichnet eine Untersuchung mittels dieses Instruments. Sprachliche Wurzel ist das erschlossene vulgärlateinische
subundare
für „untertauchen“ (aus
sub
„unter“ +
unda
„Welle“, „Woge“).
Davon abgeleitet ist eine
Sonde
ein Untersuchungs oder Messgerät, das in der Medizin eingesetzt wird, um Hohlräume im Körper zu behandeln oder im Bergbau, um das Erdinnere zu erforschen. Eine
Sondierung
war ursprünglich eine Untersuchung auf den genannten Gebieten. Im übertragenen Sinn ist von
Sondierungsgespräch
die Rede, um vorbereitende Verhandlungen zu bezeichnen, bei denen zunächst einmal die Positionen der Partner erforscht werden sollen.
Darüber hinaus wird
Sonde
als Kurzform für
Raumsonde
bzw.
Weltraumsonde
gebraucht. Dabei handelt es sich um einen unbemannten Flugkörper zur Erforschung entfernter Ziele im All, wie beispielsweise Mars, Jupitermonde oder Kometen. Die ersten Raumsonden wurden 1958 gestartet: „Pioneer“ in den USA und „Lunik“ in der damaligen Sowjetunion, die beide den Erdmond erforschen sollten. „Helios“, ein deutschamerikanisches Gemeinschaftsprojekt, war 1974 die erste nicht in den USA oder der Sowjetunion gebaute Sonde. Die erste japanische Raumsonde „Sakigake“ sollte 1985 den Kometen Halley untersuchen. Das gleiche Ziel hatte im gleichen Jahr „Giotto“, die erste Sonde der europäischen Raumfahrtagentur ESA.
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