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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

sollen

sl|len
V.
1
I.
als Modalverb mit Verben; hat sollen
1.
die Pflicht, die Verpflichtung, die Aufgabe, die Anweisung haben (etwas zu tun);
er soll kommen, gehen; ich soll um fünf Uhr dort sein; du hättest nicht kommen s.; was hätte ich denn sonst tun s.?; du hättest daran denken s.
2.
aufgefordert sein (etwas zu tun);
der soll nur kommen!
drohend
;
du sollst dich bei uns wohl fühlen; er soll sich keine Sorgen machen
3.
eine innere Einstellung haben;
man sollte meinen, das würde genügen; man sollte glauben, er habe jetzt genug davon
4.
sich verpflichtet fühlen;
ich sollte eigentlich zu ihm gehen; du solltest dich jetzt bei ihm entschuldigen
5.
man sagt
mit Konjunktiv Präs.
er soll verhaftet worden sein
man sagt, er sei verhaftet worden;
gestern soll es dort ein Gewitter gegeben haben; er soll ein hervorragender Fachmann sein
6.
jmd., etwas sollte
es war jmdm., einer Sache bestimmt, beschieden;
es sollte ganz anders kommen; als er ging, wusste er nicht, dass er seine Mutter nie wiedersehen sollte; es hat nicht sein s.; es hat nicht s. sein
geh.
7.
sollte es
mit Infinitiv
falls ;
sollte ich heute Abend später kommen, rufe ich an
8.
zum Ausdruck eines Zweifels in Wendungen wie
sollte das tatsächlich wahr sein?
ob das wirklich wahr ist?;
sollte er schon gekommen sein?
II.
als Vollverb; hat gesollt
eine Aufgabe, eine Bestimmung, einen Auftrag haben
unter Wegfall des dazugehörigen Verbs
;
was soll ich hier? (erg.: tun); was hätte ich denn dort gesollt, wenn ich hingegangen wäre?; was soll das? (erg.: bedeuten); wohin soll der Schrank? (erg.: gestellt werden); soll ich oder soll ich nicht? (erg.: es tun)
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