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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Schokolade:
Das Wort gelangte erst im 17. Jahrhundert über das Spanische ins Deutsche. Es ist aztekischen Ursprungs, hatte anfangs jedoch nichts Süßes an sich:
xocoatl
war für die Azteken ein aus Kakaobohnen hergestellter Göttertrank. Das Wort setzt sich zusammen aus
xococ
„sauer“, „herb“, „würzig“ und
atl
„Wasser“. Die Spanier glichen es ihrer Sprechweise an, so dass
chocolate
daraus wurde.
Kakaobohnen kannten die Ureinwohner Mittelamerikas sicher schon rund 1000 Jahre vor der Entdeckung Amerikas durch die Europäer. Der Legende nach hat der Gott des Windes, Quetzalcoatl, den Tolteken durch Ameisen die Samenkerne des Kakaobaums geschickt und sie die Zubereitung des Göttertranks
xocoatl
gelehrt. Die Azteken unterwarfen im 12. Jahrhundert die Tolteken. Sie übernahmen die Kakaokultur und benutzten Kakaobohnen sogar als Zahlungsmittel. Als erster Europäer lernte der Entdecker Christoph Kolumbus (14511506) bei seiner vierten AmerikaReise 1502 Kakaobohnen kennen, maß ihnen aber keine besondere Bedeutung zu. Nach Europa kamen sie deshalb erst durch den Spanier Hernando Cortez (14851547), der 1519 das Aztekenreich im heutigen Mexiko eroberte. In der alten Welt wurden die ursprünglich ungesüßten Kakaozubereitungen erst populär, als man Honig oder Rohrzucker zugab.
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