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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Pilger:
Eigentlich ist ein
Pilger
jemand, der über fremde Äcker läuft. Das Wort kommt vom lateinischen
peregrinus
, das „Fremder“ bedeutet (aus
per
„über hin“ +
ager
„Acker“, „Boden“, „Feld“). Vulgärlateinisch wurde daraus
pelegrinus
und so gelangte das Wort als
piligrim
bzw.
pilcrim
ins Althochdeutsche. Die mittelhochdeutsche Variante lautet
pilgerim
.
Ein
Pilger
ist ein Wallfahrer. Zu den wichtigsten christlichen
Pilgerzielen
oder
Pilgerorten
zählen Rom und das im nordspanischen Santiago de Compostela gelegene Grab des heiligen Jakobus, zu dem ein ganz bestimmter
Pilgerweg
, der „Jakobsweg“, führt.
Pilgerzeichen
nennt man die Abzeichen, die auf solchen
Pilgerreisen
getragen werden. Eine der berühmtesten Pilgerreisen der Geschichte hatte handfeste politische Konsequenzen: die Fahrt der so genannten
Pilgerväter
(„pilgrim fathers“) 1620 auf der „Mayflower“ nach Amerika. Die Gruppe der in England schikanierten Puritaner legte mit ihrer Landung in Plymouth im heutigen Bundesstaat New Hampshire den Grundstein für die Vereinigten Staaten von Amerika.
Wenn auch die religiöse Konnotation im Vordergrund steht, wird
pilgern
umgangssprachlich auch in weiter gefasstem Sinn benutzt. Jeden Samstag pilgern beispielsweise die Fans in die Fußballstadien und die Freunde der Musik Richard Wagners pilgern alljährlich zu den Bayreuther Festspielen.
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