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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

Palaver

Pa|la|ver
n.
5
1.
(langes) Gespräch, Unterredung;
wir haben ein langes P. miteinander gehabt
2.
überflüssiges Gerede;
mach kein solches P.!
[< 
port.
palavra
„Wort, Sprache“, < 
kirchenlat.
parabola
„Gleichnis“, < 
griech.
parabole
]
Palaver:
Der Ausdruck für „endloses Gerede“ kam auf dem Umweg über Afrika ins Deutsche, obwohl das Ursprungswort aus dem Griechischen stammt.
Parabole
heißt dort „Gleichnis“, im Kirchenlatein wurde daraus
parabola
. Die portugiesische Sprache übernahm es als
palavra
in der Bedeutung von „Wort“, „Sprache“. Die Engländer wiederum lernten es vermutlich im 18. Jahrhundert bei Kontakten mit portugiesischen Händlern an der afrikanischen Küste kennen, denn
palavra
bezeichnete dort Gespräche zwischen Weißen und Eingeborenen, aber auch die Eingeborenenversammlungen. Daraus wurde im Englischen dann
palaver
und in dieser Form kam das Wort ins Deutsche.
Das Verb
palavern
hat hier sowohl die Bedeutung von „nutzlos“, „lange“ verhandeln, als auch von „sich angeregt unterhalten“. Im Vordergrund steht, wie auch bei der Wendung
ein Palaver abhalten
, allerdings die negative Konnotation „viel und nutzlos reden“. Die historische Entwicklung des Worts erscheint noch darin, dass
Palaver
auch benutzt wird, um den unterschiedlichen Hintergrund von Sprechern anzudeuten, so zum Beispiel, wenn man sagt, „das
Palaver
der Fachleute war ihm unverständlich“.
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