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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Lobby:
Das englische Wort
Lobby
bedeutet „Vorhalle“ und bezeichnete ursprünglich allein die Wandelhalle des britischen Unterhauses in London und des amerikanischen Kongresses in Washington. Später wurde das Wort auch auf die Foyers anderer Parlamente übertragen. Es ist vom mittellateinischen
laubia
abgeleitet, was „Laube“, „Galerie“, „Bogengang“ heißt (zu dem erschlossenen fränkischen Wort
laubja
„Laube“).
Im übertragenen Sinn ist
Lobby
eine Interessengruppe, die (in der Lobby) Entscheidungen der Parlamentarier in ihrem Sinn beeinflussen will. Die Ortsbezeichnung ist also auf die Personen übergegangen. Vertreter solcher Interessenverbände dazu zählen zum Beispiel Gewerkschaften, Unternehmen, Kirchen, Vereine oder Stiftungen werden auch
Lobbyisten
genannt. Ihre legitime und zum Funktionieren des politischen Systems notwendige Tätigkeit heißt in direkter Übernahme der Verlaufsform des englischen Verbs
Lobbying
. Als
Lobbyismus
bezeichnet man das gesamte System der Einflussnahme auf Parlamentsmitglieder. Die beim Deutschen Bundestag tätigen Interessengruppen müssen sich seit 1972 in eine so genannte
Lobbyliste
eintragen lassen. Als typisches
lobbyistisches
System gelten die USA. Dort hat das Wort auch weniger den negativen Beigeschmack etwa von Manipulation im Hinterzimmer, sondern wird neutral verwendet.
Sprachlich verwandt mit
Lobby
sind auch die von dem Wortstamm
laubia
bzw.
laubja
abgeleiteten Begriffe
Loggia
(italienisch für Lauben oder Bogengang) und
Loge
(französisch für einen kleinen, abgeteilten Raum im Zuschauerraum eines Theaters). Das Wort Loge wird überdies auch ähnlich wie Lobby gebraucht: als Bezeichnung für einen Verband von Freimaurern wie auch für ihren Versammlungsort selbst.
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