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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

Hokuspokus

Ho|kus|po|kus
m.
,
, nur Sg.
1.
Zauberformel
2.
Täuschung, Blendwerk
[das Wort geht wahrscheinlich auf
hax pax max Deus adimax,
eine Zauberformel ohne Sinn, zurück; vermutlich wurde sie von fahrenden Schülern erfunden, die zum Scherz gern lateinische oder lateinisch klingende Sprüche verwendeten]
Hokuspokus:
Die Herkunft dieser Zauberformel beziehungsweise des Ausdrucks für „Gaukelei“, „Blendwerk“ ist nicht eindeutig geklärt. Es gibt dafür zwei Varianten.
Nach der einen Herleitung handelt es sich um eine Veralberung der Einsetzungsworte Christi beim Letzten Abendmahl („Hoc est corpus meum“ / „Dies ist mein Leib“, Lukas 22,19) durch Satiriker des Reformationszeitalters. So verfasste Johann Fischart (15461590) antipäpstliche Vers und Prosadichtungen in volkstümlichem und wortspielerischem Stil. Hingewiesen wird dabei auch auf die Schriften des Heidelberger Theologen Augustin Lercheimer (15221603).
Hokuspokus
ist nach dieser Etymologie eine Zauberformel, die die Umwandlung von Brot und Wein bewirken sollte.
Nach der anderen Erklärung stammt das Wort aus einer unsinnigen, pseudolateinischen Zauberformel des 16. Jahrhunderts, „hax, pax, max, Deus adimax“, die wiederum auf einen Blutsegen des 14. Jahrhunderts zurückgeht. Sie ist eine Schöpfung fahrender junger Leute, die sich mit Taschenspielertricks ihr Geld verdienten. In England erschien 1634 ein Lehrbuch für Taschenspieler mit dem Titel „Hocus Pocus junior the anatomie of legerdemain“, das 1667 auch auf Deutsch herauskam. Damals bezeichnete
Hocus Pocus
sowohl die Zauberformel als auch den Trickkünstler. Heutzutage ist auch im Englischen mit
hocuspocus
Gaukelei und Betrug gemeint.
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