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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Hochzeit:
Dieses Wort hat im Lauf der Jahrhunderte eine Bedeutungsverengung erfahren. Das mittelhochdeutsche
hôchzît
wurde allgemein für „Fest“ verwendet. Wörtlich war damit die „hohe Zeit“ im Gegensatz zum Alltag gemeint. Auch das Verb
hôchzîten
bedeutete dementsprechend „ein Fest feiern“ und nicht notwendigerweise heiraten, genauso wie
hôchzîtlich
einfach „festlich, feierlich“ hieß.
So galten beispielsweise die kirchlichen Feste Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Allerheiligen als die vier Hochzeiten des Jahres. Heute wird
Hochzeit
dagegen in der Regel nur mehr in der Bedeutung von Heirat verwendet, wobei das Wort dann mit kurzem „o“ gesprochen wird. Die Dauer einer Ehe wird mit Begriffen wie
silberne Hochzeit
(25 Jahre) oder
goldene Hochzeit
(50 Jahre) angegeben.
Die ursprüngliche Bedeutung findet sich manchmal noch in der Sprechvariante mit langem „o“ (oder der Schreibweise
HochZeit
). Mit einer solchen Hochzeit ist „Glanzzeit“ oder „Blüte“ gemeint, zum Beispiel die HochZeit des Barock um 1700 oder der Karneval als HochZeit des Frohsinns. In der Druckersprache wird
Hochzeit
schließlich noch als Bezeichnung für versehentlich doppelt gesetzte Wörter oder Zeilen verwendet.
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