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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
geil:
Im Mittel wie Althochdeutschen heißt
geil
soviel wie „übermütig“, „lustig“, „üppig“, „fett“, „fröhlich“, „von wilder Kraft“. Es geht zurück auf das gotische Wort
geiljan
„erfreuen“. Verwendet wurde es beispielsweise im Sinn von „fett“ (beim Fleisch der Tiere) oder „fruchtbar“ (bei Ackerböden) sowie „ausgelassen“, „fröhlich“ (Stimmungslage) oder „Überfluss an etwas haben“.
Im Lauf der Jahrhunderte hat sich ein Bedeutungswandel vollzogen, bei dem das ursprünglich neutrale Wort ausschließlich im Sinn von „lüstern“ verwendet wurde. In dieser spätestens seit etwa 1800 vorherrschenden Bedeutung ist es erst seit dem 15. Jahrhundert belegt. Im heutigen Sprachgebrauch, vor allem Jugendlicher, ist
geil
wiederum zu einem Allerweltswort geworden, das so viel wie „toll“, „prima“, „klasse“, „sehr gut“, „aufregend“, also uneingeschränkte Zustimmung bedeutet. Die Jugendsprache knüpft damit etwa seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts wieder an den ursprünglichen Wortsinn an, der seit dem 17. Jahrhundert selten geworden war. Jugendsprachlich kann
geil
neben
echt, total, voll
hier wahrscheinlich das meistverwendete Wort alles sein von Musik über eine Party, einen Film bis hin zur Skiabfahrt. In gewisser Weise erlebt das Wort
geil
damit einen Bedeutungswandel rückwärts.
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