wissen.de
Total votes: 67
GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

Emanzipation

Eman|zi|pa|ti|on
f.
10
Befreiung aus Abhängigkeit, Gleichstellung, Gleichberechtigung
[→
emanzipieren
]
Emanzipation:
Das seit dem 18. Jahrhundert im Deutschen geläufige Wort kommt aus dem Lateinischen:
emancipatio
ist ein Begriff der römischen Rechtssprache, der die Freilassung des Sohnes aus familiärer Abhängigkeit in die zivilrechtliche Eigenverantwortlichkeit bezeichnet.
Im Lauf der Zeit wurde das Wort dann allgemein für die Selbstbefreiung von bestimmten Zwängen verwendet. In der Zeit der Aufklärung sowie der Französischen Revolution weitet sich die Bedeutung von einer rechtlichen zu einer politischgesellschaftlichen:
Emanzipation
heißt jetzt rechtliche und tatsächliche Befreiung benachteiligter sozialer Gruppen und Stände aus einem Abhängigkeits oder gar Unterdrückungsverhältnis. In den Vereinigten Staaten ist im 19. Jahrhundert von der
Emanzipation
der Sklaven die Rede. Im so genannten „Vormärz“, den Jahren vor der Revolution 1848, wird Emanzipation zum politischen Kampfbegriff.
Heute hat sich die Bedeutung des Begriffs insofern wieder verengt, als
Emanzipation
meistens auf die Befreiung der Frau aus der Abhängigkeit vom Mann verstanden wird. Dieser Sinn entwickelt sich zwar auch schon im 19. Jahrhundert mit den Forderungen nach rechtlicher und sozialer Gleichstellung der Frau, wird aber erst mit der Frauenbewegung der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts vorherrschend.
Total votes: 67