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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Bonze:
Bonze
ist die japanische Bezeichnung für einen buddhistischen Geistlichen. Es handelt sich um einen Ehrentitel, der als heilig angesehenen Priestern in Japan verliehen wurde und sich wohl aus dem Sanskrit ableitet (
bodhisativa
wird ein zur Erleuchtung bestimmtes Wesen genannt, das nur noch eine einzige irdische Wiedergeburt braucht, um die Vollendung des Buddha zu erreichen).
Durch die europäischen Kolonialherren, Franzosen und Portugiesen, kam das „bozu“ gesprochene Wort Bonze nach Europa, wo es zu einem Schimpfwort wurde. Zwischen den beiden Weltkriegen wurde es in Deutschland und Österreich von der extremen Rechten wie Linken gezielt eingesetzt, um Spitzenfunktionäre der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften zu diffamieren.
Bonze
bekam dabei die Bedeutung von „engstirniger, überheblicher, nur auf eigenen Vorteil bedachter Funktionär“.
Eher rein kabarettistisch gemeint ist schließlich die in der alten Bundesrepublik (19491990) entstandene Variante
Bonnze
als Bezeichnung für einen Angehörigen der Ministerialbürokratie in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn.
Beim Mikadospiel schließlich zählt der gleichnamige Kaiser 20 Punkte, während der Bonze fünf Punkte wert ist.
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