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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Antifaschismus:
Das Wort bezeichnet die Gegnerschaft zum Faschismus bzw. Nationalsozialismus (die griechische Vorsilbe
anti
bedeutet ursprünglich „anstatt“ und daraus abgeleitet dann „gegen“). Vor 1933 sollten in Deutschland unter dem Begriff
Antifaschismus
alle linken Kräfte gegen den Nationalsozialismus gebündelt werden. Nach 1945 wurde Antifaschismus von den Kommunisten als Propagandaformel (
Antifa
) für linke Bündnisse verwendet. In der DDR war der Antifaschismus zeit ihrer Existenz von 1949 bis 1990 Schlüsselbegriff des offiziellen politischen Selbstverständnisses. Antifaschismus war hier offizielle Staatsdoktrin, um einen Gegensatz zur angeblich faschistischen oder zumindest in nationalsozialistischer Tradition stehenden Bundesrepublik hervorzuheben. Daraus wurde dann wiederum ein Kampfbegriff zur Ausgrenzung derjenigen, die nicht mit der ideologischen Linie übereinstimmten. Die 1961 von der DDR gebaute Berliner Mauer wurde von der regierenden SED offiziell „antifaschistischer Schutzwall“ genannt. Diese Bezeichnung wurde später von der Bevölkerung scherzhaft verwendet.
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