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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Anstalt:
Das Wort kommt aus dem Mittelhochdeutschen und ist als Verbalabstraktum zu
stellen/stallen
„an eine Stelle, in eine Richtung bringen“, „einrichten“ gebildet (Präteritum:
stalte
, Partizip Perfekt:
gestalt
). Ursprünglich wurde
Anstalt
genauso wie
Veranstaltung
im Sinn von „Anordnung“, „Einrichtung“, „Unternehmung“ verwendet, also zum Beispiel
Anstalten (Veranstaltungen) für eine Reise machen
(„Reisevorbereitungen treffen“). Im Lauf der Zeit wurde mit dem Wort jedoch nicht nur der Vorgang des Einrichtens beschrieben, sondern es wurde auch auf das, was man einrichtete, übertragen. Eine
Veranstaltung
ist also das, was veranstaltet wird. Die Bezeichnung
Anstalt
findet sich seit dem 18. Jahrhundert etwa auch für juristische Einrichtungen.
In Deutschland gibt es heute mehr als ein Dutzend so genannter
Bundesanstalten
als selbständige Behörden für bestimmte Sachgebiete, die der Aufsicht eines Bundesministeriums unterstehen. Beispiele sind die
Bundesanstalt für Gewässerkunde,
die
Bundesanstalt für Milchforschung,
die
Bundesanstalt für Straßenwesen
oder die
PhysikalischTechnische Bundesanstalt
.
Da der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch heute als altmodisch gilt, wird er vielfach ersetzt:
Badeanstalt
Schwimmbad;
Bundesanstalt für Arbeit
Bundesagentur für Arbeit;
Haftanstalt/Justizvollzugsanstalt
Gefängnis;
Irrenanstalt/Nervenheilanstalt
Nervenklinik;
Krankenanstalt
Krankenhaus/Klinik;
Rundfunkanstalt
Sender
(erhalten in der Abkürzung
ARD
=
Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands
).
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