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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

Ahasver

Ahs|ver
m.
,
, s oder e
ruhelos umherirrender Mensch;
<auch>
Ahasverus
[nach
Achaschverosch,
dem
hebr.
Namen für Xerxes (pers. König), der aufgrund einer Verwechslung auf die Sagengestalt des Ewigen Juden überging]
Ahasver:
Ahasver
ist die aus dem christlichen Mittelalter stammende Sagengestalt des „ewigen Juden“. Sie geht auf Matthäus (16,28) zurück, wo beschrieben wird, wie Christus mit dem Kreuz auf dem Weg nach Golgatha erschöpft vor dem Haus eines Schuhmachers ausruhen will und von diesem barsch zurückgewiesen wird. In einer der ältesten schriftlichen Überlieferungen, den „Flores Historiarum“ des englischen Mönchs Roger of Wendover von 1228, ist von einem Türsteher bei Pontius Pilatus die Rede, der Jesus, als dieser abgeführt wurde, einen Schlag in den Rücken versetzt und gerufen habe: „Geh doch schneller, Jesus, was wartest du.“ Darauf habe Jesus ihm geantwortet: „Ich gehe, doch du wirst warten, bis ich zurückkehre.“ 1602 wird die Sage zum ersten Mal in einem deutschen Volksbuch beschrieben: „Kurtze Beschreibung und Erzehlung von einem Juden mit dem Namen Ahasverus.“ Der ruhelose Wanderer ist im Lauf der Zeit als literarische Gestalt in vielen Zusammenhängen anzutreffen. Hierher gehört z. B. auch Richard Wagners „Fliegender Holländer“.
Ahasver
ist nicht identisch mit Achaschverosch: Dabei handelt es sich um die hebräische Form des Namens des Perserkönigs Xerxes (486465 v. Chr.), der, dem alttestamentarischen Buch Esther zufolge, die Juden vor ihren Feinden gerettet hat.
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