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Rätsel des Alltags

Warum hilft kaltes Leitungswasser bei gefrorenen Autoscheiben?

Gefrorene Autoscheibe
Leitungswasser statt Eiskratzer?

Man kennt das nur zu gut in der kalten Jahreszeit: Es ist noch dunkel, die Fahrt zum Arbeitsplatz steht an, die Müdigkeit steckt noch in den Knochen, doch die Scheiben des Wagens sind rundum vereist. Der Eiskratzer muss ran. Einfach schrecklich. Oder doch nicht?

 

Warmlaufen verboten

Die Alternative ist klar: Schnell mal was überziehen, raus in die Kälte und Minuten vor der Fahrt bibbernd den Motor und das Gebläse laufen lassen. Das taut auf. Doch das ist nicht erlaubt. In Paragraf 30 der Straßenverkehrsordnung heißt es nämlich unter anderem: „Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen…“ Wer erwischt wird riskiert ein Verwarnungsgeld. Was nun? Riskieren oder eine praktische Alternative wählen?

 

Eiskratzer oder Enteisungssprays

Doch der Eiskratzer? Aber es gibt Witterungsbedingungen, da ist ein regelrechter Eispanzer auf den Scheiben des Autos. Der Eiskratzer schafft es dann nur mit großer Mühe einige harmlose Rillen in das Eis auf den Scheiben zu ziehen. Das dauert eine Ewigkeit und die Finger werden immer steifer. Vielleicht hilft eines der handelsüblichen Enteisungssprays? Bei dicken Eisschichten hilft das auch nicht optimal und es dauert genauso lange. Zudem können die enthaltenden Chemikalien die Scheibenwischblätter angreifen. Was nun? Die Wahl der frühen Stunde ist einfach und erfolgreich zugleich: Leitungswasser aus der Gießkanne oder aus irgendeinem anderen Gefäß.

 

Kalt oder lau warm

Das Wasser sollte aber nicht heiß sein, sonst besteht die Gefahr, dass die betreffende Scheibe springt. Kaltes oder leicht lauwarmes Wasser taut die Scheiben auf. Schnell damit übergießen und dann vor allem die Frontscheibe mit den Scheibenwischern sofort trocken wischen. Dann steht einer Fahrt zum Arbeitsplatz auch bei Minustemperaturen nichts mehr im Weg. Es sei denn, man muss noch Schnee räumen.

Dr. Alexander Stahr
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