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Rätsel des Alltags

Warum brennt die Brennnessel?

Sicherlich hat jeder schon einmal Kontakt mit diesem Gewächs gehabt. Beim Wandern oder bei der Gartenarbeit. Und selbst die Erinnerung daran ist von unangenehmer Art. Denn auf brennen, jucken und Quaddelbildung könnte jeder von uns getrost verzichten. Aber warum ist diese Pflanze so unangenehm?

 

Eine reizende Mischung

Schuld sind die sogenannten Brennhaare der Blätter, die mit kleinen Ampullen vergleichbar sind. An der Spitze eines jeden Brennhaares befindet sich ein verkieseltes Köpfchen mit einer Sollbruchstelle am Übergang zum Haar, botanisch Trichom genannt. Bei einer Berührung bricht das Köpfchen ab, das Haar bohrt sich in die Haut und entlässt eine Flüssigkeit. Diese besteht aus einer Mischung von Histamin, Ameisensäure, Acetylcholin, Natriumformiat und Serotonin. Schon geringste Mengen davon lösen die weithin bekannten Beschwerden aus, die man durch Kühlen lindern kann.

 

Leckere Brennnessel

Die Brennhaare sind die Waffe der Brennnessel. Doch einige Zeitgenossen zeigen sich ziemlich unbeeindruckt davon: Tagfalter oder Schmetterlinge. Die Raupen des Admirals, des Kleinen Fuchs und des Tagpfauenauges leben ausschließlich von Brennnesselblättern. Gärtner, die ein Herz für Schmetterlinge haben, lassen daher wenigstens ein paar davon stehen. Sie wissen ja wo sie sind. Die Brennnessel kann übrigens auch zu köstlichen Gerichten und Getränken zubereitet werden.

von Dr. Alexander Stahr
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