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Rätsel des Alltags

Träumen Tiere?

Träumen Tiere
Schläft er oder träumt er?

Zwischen 1960 und 1970 begann die Wissenschaft, sich auch näher mit Tierträumen zu befassen.

Alpträume, süße Träume oder witzige Träume: Träumen ist beim Menschen eine ganz normale Sache. Biologisch gesehen gehört der Mensch in das Reich der Tiere. Demnach müssten doch eigentlich auch Hund und Katz träumen. Sie tun es!

Schnelle Augenbewegungen verraten Träume

Werden Testpersonen in Schlaflabors geweckt, wenn sich gerade ihre Augen unter den Lidern schnell bewegen, können sie sich besonders gut an Träume erinnern. US-Forscher nannten diese Schlafphase auf Grund der raschen Augenbewegungen „REM-Phase“ (Rapid Eye Movement). In diesen Phasen träumt der Mensch intensiv, und der Bereich des Gehirns, der für das Sehen zuständig ist, ist besonders aktiv. In Träumen sehen wir Bilder und ganze Filme.

Mit und ohne REM-Phase

Zwischen 1960 und 1970 begann die Wissenschaft, sich auch näher mit Tierträumen zu befassen. So genannte Hirnstrombilder von Ratten belegten auch bei ihnen REM-Phasen im Schlaf. Eidechsen und Krokodile zeigten zum Beispiel keine REM-Phasen. Bei Hunden und Katzen wurden hingegen deutlich längere REM-Phasen als bei Ratten gemessen. Daraus schlossen die Forscher, dass die Fähigkeit zu träumen umso stärker ausgeprägt ist, je größer das Gehirn der Tiere ist.

Grafiken liefern beweise

Für Tierträume gibt es noch andere Hinweise. Wissenschaftler pflanzten Ratten Sensoren in den Kopf, die mit einem Computer verbunden waren. Während des Experimentes liefen die Ratten durch ein Labyrinth, in dem sie an manchen Stellen Futter vorfanden. Die „Gehirndaten“ wurden während der Futtersuche aufgezeichnet. Daraus erstellte man eine Grafik.

Tiere träumen, was sie am Tag erlebt haben

Nach der Futtersuche fielen die erschöpften Nager rasch in eine REM-Schlafphase. Die Computer zeichneten weiterhin die Gehirndaten auf. Die im Schlaf entstandene Grafik sah fast genauso aus, wie diejenige von der Futtersuche. Das bedeutet, dass Tiere, zumindest die höher entwickelten, dass träumen, was sie am Tag zuvor erlebt haben. Das ist schon ziemlich menschlich.
 

Dr. Alexander Stahr
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