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Rätsel des Alltags

Intelligenztests: Wie funktionieren sie?

Geistesblitz
Ein kluges Köpfchen?

Schon in jungen Jahren kann sich zeigen, wer intelligent ist.

Einige Menschen sind absolut blöde, so scheint es. Andere hingegen sind regelrechte Intelligenzbestien. Aber ist ein Bauarbeiter wirklich dümmer als Albert Einstein? Um herauszufinden wer wirklich sehr klug ist und wer nicht, bedient man sich eines Intelligenztests.

 

Test the Test

Moderne Intelligenztests müssen zunächst selbst getestet werden, damit sie auch gerecht beurteilen können. Sie müssen normiert werden. Dazu legt man einen neu entwickelten Test einer Gruppe von Personen vor, die sich aus allen Schichten der Bevölkerung zusammensetzt. Die Testergebnisse als werden dann als „normal verteilt“ bezeichnet. Dann wird nachgesehen, wie viele Testaufgaben im Durchschnitt gelöst wurden. Diesen Durchschnitts- oder Mittelwert legt man als IQ (Intelligenzquotient) mit dem Wert 100 fest.

 

Testkriterien

Getestet werden häufig vier Fähigkeiten. Dazu gehört die Fähigkeit Aufgaben zu lösen, die nicht auf Anhieb zu lösen sind, also Knobelaufgaben. Auch der Einfallsreichtum spielt eine Rolle bei den Tests. Das bedeutet die Fähigkeit zu haben, ein Problem von vielen verschiedenen Seiten zu sehen und möglichst vielfältige Problemlösungen zu liefern.

 

Unterschiedliche Fähigkeiten

So soll man beispielsweise zu dem Begriff „Durst“ möglichst viele passende Äußerungen finden: „ich verdurste“, „ich vertrockne“, „ich könnte eine ganze Badewanne austrinken“ und so weiter. Die Merkfähigkeit ist bei vielen Tests ein weiterer wichtiger Punkt. Dabei wird die Fähigkeit getestet, wie schnell sich jemand etwas einprägen und wieder erkennen kann. Natürlich spielt auch die Bearbeitungsgeschwindigkeit letztendlich eine wesentliche Rolle. Alle Tests arbeiten mit Zahlen, Wörtern und Bildern, weil manche Menschen eher optische, andere eher sprachliche Fähigkeiten besitzen.

 

Was sagt der Test aus?

Ein IQ-Test kann nur dann etwas über eine Person aussagen, wenn er genau unter den Bedingungen durchgeführt wird, unter denen er normiert wurde. Wenn man also einen Test macht, den man in irgendeiner Zeitung findet, dann ist das Ergebnis in der Regel genauso gut, als wenn man seinen IQ durch einen Kollegen schätzen lässt. Aber selbst der unter optimalen Testbedingungen ermittelte IQ ist kein absolutes Maß für die Intelligenz eines Menschen. Er gibt nur an, wo man mit seinem Testwert im Vergleich zum Mittelwert der Bevölkerung steht.

 

Nur statistische Aussagen

Der IQ hängt auch mit den schulischen Leistungen, der Ausbildung und dem sozialen Umfeld zusammen. Daher haben viele studierte Leute in gut bezahlten Berufen im Durchschnitt eher einen höheren IQ. Aber ein Schüler mit einem hohen IQ kann auch sitzen bleiben, und ein Schüler mit einem durchschnittlichen IQ kann klasse Noten erhalten. Der IQ-Test kann nur statistische Aussagen machen. Das zum Beispiel Schüler mit einem hohen IQ im Mittel auch besser in der Schule sind.

Dr. Alexander Stahr
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