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Rätsel des Alltags

Entzieht Kaffee dem Körper tatsächlich Flüssigkeit?

Kaffee
Der Mythos vom "Flüssigkeitsräuber"

Kaffee soll dem Körper Flüssigkeit entziehen - Stimmt das überhaupt?

Wirkt Kaffee wirklich entwässernd?

Kaffee soll dem Körper mehr Flüssigkeit rauben, als er gibt. Es heißt es immer wieder, dass man Kaffee zu den mindestens zwei Litern, die man trinken soll, nicht dazurechnen dürfe, da er ein "Flüssigkeitsräuber" sei. Tatsächlich wirkt Kaffee harntreibend.

 

Nicht ganz wörtlich nehmen

Auch wenn der Kaffee dünn ist: Den gesamten Flüssigkeitsbedarf darüber zu decken wäre unter gesundheitlichen Aspekten sicherlich nicht sinnvoll. Trotzdem wird kein Mensch verdursten, wenn er große Mengen Kaffee oder Tee trinkt und sonst nichts. Die Regel, man dürfe koffeinhaltige Getränke und Alkohol bei der täglichen Flüssigkeitsaufnahme nicht mitrechnen, ist nicht ganz wörtlich zu nehmen.

 

ADH hemmt die Flüssigkeitsausscheidung der Niere

Die Harnfluss verstärkende Wirkung von Koffein ist seit mehr als 100 Jahren bekannt. Sie beruht vor allem darauf, dass Koffein die Durchblutung der Niere steigert und dadurch ihre Aktivität erhöht. Außerdem hemmt Koffein die Produktion des Hormons ADH, welches wiederum die Flüssigkeitsausscheidung der Niere hemmt.

 

Von Mensch zu Mensch verschieden

Es ist aus unterschiedlichen Gründen recht schwierig, genaue Aussagen darüber zu treffen, wie viel Flüssigkeit man verliert, wenn man zum Beispiel einen Liter Kaffee trinkt. Zum einen ist die Wirkung von Mensch zu Mensch verschieden. Zudem gibt es einen Gewöhnungseffekt. Bei gewohnheitsmäßigen Kaffeetrinkern lässt diese Wirkung nach.

 

Die Flüssigkeitsbilanz

Außerdem hängt der Effekt von der Flüssigkeitsbilanz ab. Wenn man zusätzlich andere Getränke zu sich nimmt, wird auch der durch den Kaffee erzeugte Harndrang logischerweise stärker. Aus all diesen Erkenntnissen heraus sollte der Kaffeegenuss einfach ein solcher bleiben.

Dr. Alexander Stahr
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