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Rätsel des Alltags

Bestehen Fischstäbchen aus Fischabfällen?

Fisch ist lecker und gesund. Ein Fischprodukt ist bei jung und alt besonders beliebt: Fischstäbchen. Doch ihnen wird häufig nachgesagt, sie bestehen aus minderwertigen Produkten, aus Fischabfällen. Doch was steckt tatsächlich drin?

 

Gerüchte um Billig-Fisch im Panadeversteck

Fischstäbchen sind panierte längliche Fischstücke, die während des Transports und der Lagerung tiefgekühlt sind. Im Jahr 1955 kamen Mitarbeiter der britischen Tiefkühkost-Firma "Birds Eye" auf die Idee, Fisch mal in ganz anderer Form anzubieten. Die Firma presste den Fisch in Stäbchen, umhüllte ihn mit Ausbackteig und Paniermehl. In Deutschland gibt es Fischstäbchen seit 1963. Und solange es Fischstäbchen gibt, halten sich hartnäckige Gerüchte. Für Fischstäbchen sollen nur billige Zuchtfische oder gar Fischabfälle verwendet werden.

 

So wird das Filet zum Fischstäbchen

Fischstäbchen werden heute grundsätzlich aus frisch gefangenem Fisch gemacht, meist aus Dorsch, Seelachs oder Seehecht. Bei der Herstellung der Fischstäbchen werden hochwertige Filets dieser Fische an Bord des Fangschiffes in Platten eingefroren. Bei der Weiterverarbeitung an Land werden diese Platten zersägt und mit der Panade umgeben. Dann backt man die Fischstücke, aber nur wenige Sekunden lang, damit die Panade gut anhaftet, das Fischstäbchen aber nicht auftaut.

 

Panade macht noch kein Fischstäbchen

Fischstäbchen müssen mindestens zu 65 Prozent aus Fisch bestehen. Der Anteil der Panade darf also maximal 35 Prozent betragen. Fisch ist gesund. Deshalb sollte jeder ein bis zweimal in der Woche Fisch essen, denn der hat viel Jod. Das ist wichtig für die Schilddrüse.

Der Fettgehalt der Panade ist nicht bedenklich, solange Koch und Köchin ein paar Dinge beachten: Zum Braten darf es ruhig etwas weniger Fett sein, außerdem sollten die Fischstäbchen nicht zu lange oder zu heiß gebraten werden. Ganz Figurbewusste backen die Fischstäbchen im Ofen ohne Öl knusprig und servieren als Beilage Kartoffeln und Salat statt Pommes frites.

Dr. Alexander Stahr
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