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Radfahren zwischen Watt, Deich und Heide

Der Sommer ist vorbei – und damit auch die Zeit für Strandurlaub an der Nordsee. Doch wie wäre es alternativ einmal mit einer Fahrradreise an die deutsche Küste? Auf zwei Rädern über Deiche, durch idyllische Dörfchen, grüne Wiesen und Felder, das Meer fast immer im Blick: Es gibt wohl keine schönere Art, diese Region zu erkunden.

Radfahrer auf der Halbinsel Eiderstedt
Das flache Land mit den weiten Horizonten ist ein Eldorado für Radler – zumindest, wenn das Wetter mitspielt.
Die Nordseeküste Schleswig-Holsteins präsentiert sich Urlaubern als ein Fahrradparadies für jeden Geschmack. Vielseitige, gut beschilderte Wege wie der Nordseeküsten-Radweg führen kreuz und quer durch die zumeist ebene Landschaft. Die Auswahl an Fahrradrouten im Norden ist groß – welche Touren und Ziele lohnen sich besonders?

Husumer Meeresroute

Diese Radtour steht ganz im Zeichen des Meeres, auch wenn der erste Teil der Tour durch das Hinterland Husums führt, wo ruhige Nebenstraßen den besten Blick auf den Schobüller Berg freigeben. Einzigartig macht den Husumer Stadtteil Schobüll und die umliegende Landschaft die Verbindung von Meer und Watt, Salzwiese und Marsch, Wald und Heide. Hier grenzt die Geest direkt an die Nordsee. Näher ran geht es nicht – kein Deich in Sicht.

Vorbei an der ehemals wichtigen Landmarke für Seefahrer, der Marienkirche in Hattstedt, radelt es sich gemütlich immer der frischen Seeluft hinterher. Hattstedt ist ein hübscher nordfriesischer Ferienort mit einem lebendigen Kunst- und Kulturleben. Eine Besonderheit ist der Mikkelberg, was so viel wie "der große Berg" bedeutet. Bis in die 1950er Jahre war hier das Müllergewerbe beheimatet. Heute ist der Mikkelberg ein modernes, nordisches Kunst- und Kricketzentrum, entworfen von einem dänischen Architekten.

Mit Blick auf die Halbinsel Nordstrand und die Nordsee lässt es sich abschließend im Husumer Stadtteil Schobüll herrlich rasten, bevor es mit Schwung direkt am Deich, Wasser und Hafen in die Stadt zurück geht. Mit ihrer Länge von 20 Kilometern und den zahlreichen Möglichkeiten für Zwischenstopps ist die Husumer Meeresroute ideal für Familien oder "Genuss-Radler".

Nordstrand
Nordstrand vor Husum – Deich soweit das Auge reicht.

Radwegenetz Eiderstedt

Das weitreichende Radwegenetz auf Eiderstedt führt mit zwölf Radtouren über eine Strecke von 650 Kilometern über die Halbinsel und durch St. Peter-Ording. Die einzelnen Routen von knapp 15 bis 105 Kilometern sind sehr einladend für eine Erkundungstour auf dem Rad – alle Touren sind als Rundtouren konzipiert und lassen sich je nach Lust, Laune, Kondition und Wetter miteinander kombinieren.

Der Nordseeküsten-Radweg führt zum Beispiel von Vollerwiek über den Grothusenkoog nach St. Peter-Ording, Tümlauer Koog und an Garding vorbei. Auch der Wikinger-Friesen-Weg führt zur Halbinsel Eiderstedt und nach St. Peter-Ording. Die Radtour zwischen Nordsee und Ostsee ist eine interessante Reise durch die Geschichte von Wikingern und Friesen, welche sich mithilfe von Audiotracks, Informationstafeln und GPS-Routen nachempfinden lässt.

Düne und Leuchtturm auf Amrum
Auf Nordseeinseln wie Amrum lohnt es sich, die Fahrtrichtung vom Wind abhängig zu machen.

Radausflüge auf Amrum

Per Rad gibt es auf Amrum eigentlich nur eine Richtung – und die ist abhängig vom Wind. In 90 Minuten kommen Urlauber gemütlich einmal rum um das knapp zehn Kilometer lange Eiland und haben dann viel gesehen: Watt, Strand, Wald, Leuchtturm, die Vogelkoje, den Seezeichenhafen und fünf Friesendörfer.

Da die Insel nicht sehr breit ist, lässt es sich beim Radfahren leicht zwischen Watt- und Strandseite oder Heide und Salzwiese wechseln – je nach Brise. Merke: Der Wind gewinnt immer! Aber nach zwei Stück Friesentorte könnte man sich überlegen, den Kampf aufzunehmen.

Schlemmerpartie auf Föhr

Radfahren gehört auf der Insel Föhr zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Schließlich lädt das grüne, flache Land förmlich dazu ein, auf zwei Rädern erkundet zu werden. Vorbei an urigen Friesenhäusern und alten Windmühlen genießen Fahrradfahrer den Blick auf die wunderschöne Marschlandschaft oder radeln in der Godelniederung und beobachten bei einer Pause die vielen Brut- und Rastvögel.

Über 200 Kilometer ausgewiesene und leicht zu befahrene Radwege stehen großen und kleinen Radfahrern zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es fünf Themenrouten, die zur Entdeckungsreise quer über die Insel einladen – zum Beispiel die neue Themenroute "Schlemmerpartie". Auf dieser Tour können Urlauber Föhrer Spezialitäten entdecken. Denn unterwegs bieten ausgewählte Erzeuger sowie verschiedene Hofläden immer wieder die Möglichkeit, einen Zwischenstopp einzulegen. Es wartet eine große Auswahl an inseleigenen Produkten wie Fleisch, Milch, Käse, Föhrer Obst und Gemüse, Marmeladen, feinen Kräuterölen und vieles mehr darauf, probiert zu werden.

Godel-Niederung auf Föhr
Die Godel auf Föhr fließt durch ein in Schleswig-Holstein einzigartiges Biotop, eine Lagunensalzwiese.

Süderrunde auf Pellworm

Die Insel Pellworm bietet zahlreiche Möglichkeiten für Radtouren mit beeindruckender Natur und abwechslungsreichen Highlights – beispielsweise die "Süderrunde". Diese Tour ist 18 Kilometer lang und führt unter anderem am Leuchtturm vorbei. Er ist mit über 40 Metern Höhe ein deutlich sichtbares Wahrzeichen Pellworms. Wer hier einen Stopp einlegen möchte, kann den Turm besichtigen und die herrliche Aussicht von oben genießen. Dafür ist allerdings eine Anmeldung beim Kur- und Tourismusservice erforderlich.

Die "Süderrunde" bietet auch deshalb viel Abwechslung, weil sie teils quer über die Insel und teils direkt an der Nordsee entlangführt. Dabei werden drei Badestellen mit Hundestränden passiert. Und natürlich ist unterwegs auch für Verpflegung gesorgt: Im Strandcafé an der Tammwarft gibt es selbstgebackenen Kuchen und Tortenspezialitäten. Noch ein Stück weiter nördlich liegt das "Café Rosengarten". Dort werden die hungrigen Radler mit hausgemachten leckeren Inseltorten versorgt.

Für ein stärkendes Mittagessen während des Radausflugs kann am Restaurant "Zur Alten Kirche" Halt gemacht werden. Gleich daneben steht das namensgebende Gotteshaus aus dem 11. Jahrhundert, in dem Besucher unter anderem die kostbare Arp-Schnitger-Orgel bestaunen können.

Nordsee-Tourismus-Service GmbH / DAL, 10.10.2018
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