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Probleme im Paradies

Umwelt in Gefahr auf den Pazifikinseln

Da viele der Inselstaaten keine Bodenschätze besitzen, bieten sie Tropenholz als Rohstoff auf dem Weltmarkt an. Dies bringt die Urwälder auf den Inseln in Gefahr.

Tahiti

Diese Idylle kann schnell einen falschen Eindruck vermittln. In der Inselhauptstadt Papeete z.B. ist heute von dem einfachen Leben der Insulaner nicht viel zu spüren. In mehrstöckigen Betonhäusern haben sich ausländische Handelsfirmen, Behörden, Supermärkte und Boutiquen eingerichtet. Autos verstopfen zu Stoßzeiten die Straßen, Mopeds verpesten die Luft.

Wenn die Abholzung im gegenwärtigen Umfang fortgesetzt wird, dürften die Wälder z.B. auf Samoa in wenigen Jahrzehnten gänzlich verschwunden sein. Doch auch wo Bodenschätze vorhanden sind, gerät die Umwelt in Gefahr.

Die französische Besitzung Neukaledonien verfügt über riesige Nickelvorkommen; vermutlich liegen hier 20% der Weltreserven. Der Abbau des begehrten Metalls hat dazu geführt, dass Berge abgetragen wurden und verkarstet sind, was wiederum häufigere Überschwemmungen in den Tälern zur Folge hat. Boden und Wasser sind durch giftige Abfallprodukte belastet. Da die Nachfrage nach Nickel steigt, soll nun auch im bislang weitgehend unberührten Nordwesten der Abbau vorangetrieben werden. Dies könnte der Urbevölkerung, den Kanaken, ihre angestammte Lebensgrundlage entziehen.

In Nauru wurde seit Beginn des 20. Jahrhunderts hochwertiges Phosphat gewonnen, ein gefragter Rohstoff für Düngemittel. Seit der 1968 erlangten Unabhängigkeit förderte man etwa 2 Mio. t pro Jahr. Dies bescherte den Nauruern enormen Reichtum – jahrzehntelang hatten sie weltweit das höchste Pro-Kopf-Einkommen –, aber auch gesellschaftliche und gesundheitliche Probleme: Die Zahl der Diabetiker explodierte geradezu. Seit der Jahrtausendwende sind die Phosphatlager erschöpft. Nauru fehlt es seither an Einnahmequellen, denn Tourismus ist dort nahezu ausgeschlossen: Der Phosphatabbau hat die Insel in eine Mondlandschaft verwandelt.

 

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aus dem n-tv Atlas 2008
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