16.03.2014
Total votes: 15

Pharmakologie

[
griechisch
]
Arzneimittellehre
eine Teilwissenschaft der Medizin, die die Beziehungen zwischen Arzneistoffen und Lebewesen untersucht. Erforscht werden die Stoffeinwirkungen auf den Organismus (Pharmakodynamik [1]) und die Einflüsse des Organismus auf die Pharmaka (Pharmakokinetik [2]); weitere spezielle Teilgebiete sind Pharmakogenetik, Zell-, Molekular- und Alterspharmakologie (Gerontopharmakologie). Ziel der experimentellen Pharmakologie ist eine sicher wirksame und möglichst unschädliche Arzneimitteltherapie (Pharmakotherapie [3]) in der ärztlichen (und tierärztlichen) Krankheitsbehandlung. Von großer Bedeutung sind hier neben chemischen und biochemischen Methoden Versuche an Zellkulturen, aber auch an lebenden Tieren (Tierversuche [4]), die der Arzneimittelprüfung am Krankenbett, der klinischen Erprobung, vorangehen müssen. Die moderne Pharmakologie arbeitet mit Chemie, Physiologie, Pathologie, Pharmazie und Klinik eng zusammen. Toxikologie [5].

Geschichte

Die Anfänge der empirischen Pharmakologie lassen sich bis ins Altertum zurückverfolgen (Hippokrates [6], Galenus [7]). Meilensteine in der Entwicklung der wissenschaftlichen experimentellen Pharmakologie waren die Einrichtung des ersten „Instituts für experimentelle Pharmakologie“ 1849 in Dorpat (heute Tartu, Estland) durch R. Buchheim (* 1820,  1879), dessen Schrift „Über die Aufgaben der Arzneimittellehre“ (1849) das Programm der Pharmakologie bis heute bestimmte, weiter die Gründung des „Archivs für experimentelle Pathologie und Pharmakologie“ 1873 durch O. Schmiedeberg (* 1838,  1921), zusammen mit dem Pathologen E. Klebs [8] und dem Kliniker B. Naunyn. [9]