21.05.2015
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Alternative Wege aus der Arbeitslosigkeit

Alle Wege führen nach Rom und viele aus der Arbeitslosigkeit. Seien Sie nicht enttäuscht, falls Sie durch die konventionelle Stellensuche über die und Stellenanzeigen der Tagespresse noch keine Beschäftigung gefunden haben. Beschreiten Sie parallel andere Wege. Private Arbeitsvermittler oder Zeitarbeitsfirmen erleichtern oft den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Nebenbeschäftigungen könnten Ihren Horizont erweitern und Ihre beruflichen Möglichkeiten enorm vergrößern. Seien Sie mutig und nutzen Sie die Zeit der Arbeitslosigkeit zum Experimentieren. Lassen Sie Ihre Gedanken in alle Richtungen schweifen. Vielleicht steht am Ende die Erkenntnis, dass Sie sich am besten selbstständig machen. Wie gesagt, viele Wege führen nach Rom!

Private Arbeitsvermittler

In den USA ist die private Arbeitsvermittlung - auch unter dem Begriff "Headhunting" bekannt - für Stellensuchende schon lange eine Möglichkeit, sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren. In Deutschland boomt die private Arbeitsvermittlung, nachdem 1994 das Vermittlungsmonopol der Bundesanstalt für Arbeit gelockert wurde. Traditionell ist die private Arbeitsvermittlung in den Händen von Unternehmensberatungen und Personalberatern, die vor allem Geschäftsführer und Führungskräfte vermitteln.

Allerdings verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeitsvermittlung, Personalberatung und Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) zusehends. Große Zeitarbeitsunternehmen wie Adecco, DIS oder Randstad sind mittlerweile auch erfolgreiche Arbeitsvermittler.

Wie arbeiten die Headhunter? Im Auftrag eines Unternehmens suchen die privaten Arbeitsvermittler den geeigneten Bewerber auf die zu besetzende Stelle. Hierzu werden Anzeigen in der Tagespresse geschaltet oder potenzielle Bewerber direkt angesprochen. Die Direktansprache erfolgt in der Regel durch einen Anruf am Arbeitsplatz des Kandidaten. Bei gegenseitigem Interesse führen Arbeitsvermittler und Bewerber ein persönliches Gespräch, in dem sie ein Profil erstellen, das dem Auftraggeber vorgelegt wird. Auf diese Weise präsentieren die Headhunter dem Auftraggeber die geeigneten Bewerber, bevor es zu einem Vorstellungsgespräch im Unternehmen kommt. Die Entscheidung über eine Einstellung trifft das Unternehmen. Die private Arbeitsvermittlung ist, wie der Name sagt, lediglich der Vermittler zwischen Unternehmen und Bewerber.

Stellensuchende können auf eigene Faust an die privaten Arbeitsvermittler herantreten. In den Gelben Seiten und im Internet finden Sie die Adressen der Arbeitsvermittler. Am Besten rufen Sie an und lassen sich die weitere Vorgehensweise telefonisch erklären, denn jeder Vermittler arbeitet unterschiedlich oder hat sich auf eine bestimmte Branche oder Berufsgruppe spezialisiert. Die einen führen ein persönliches Gespräch, die anderen arbeiten mit speziell entwickelten, umfangreichen Fragebögen. Auf jeden Fall benötigen Sie auch hier Ihren Lebenslauf, Passbild und Zeugniskopien. Falls Ihnen gerade keine geeignete Position vermittelt werden kann, werden Sie in den Datenpool des Vermittlers aufgenommen. Bei einem passenden Auftrag schlägt er möglicherweise auch Ihre Bewerbung vor. Zeigt dann das Unternehmen Interesse, werden Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Sie haben den Vorteil, dass Sie bei vielen Unternehmen vorgeschlagen werden können, selbst aber nur einen geringen Arbeitsaufwand haben. Ebenso erfahren Sie vom privaten Arbeitsvermittler vor einem Vorstellungsgespräch die wichtigsten Fakten über das Unternehmen und die Stelle. Außerdem werden einige Stellen ausschließlich über Arbeitsvermittler besetzt. Sie vergrößern also Ihre Möglichkeiten. Stimmen Sie sich in jedem Fall mit dem Arbeitsvermittler genau ab, bei welchen Firmen Sie sich selbst beworben haben oder an welche Sie nicht vermittelt werden möchten.

Die Leistungen der privaten Arbeitsvermittlung sind für Sie völlig kostenlos, egal ob es sich um einen Eignungstest, die Erstellung Ihrer Bewerbungsmappe oder um die Vorstellungsgespräche handelt. Seien Sie vor allem hellhörig und vorsichtig, wenn ein privater Arbeitsvermittler Ihnen sehr gute Stellenangebote in Aussicht stellt, diese aber von teueren Weiterbildungskursen abhängig macht. Die seriös arbeitenden privaten Vermittler besitzen immer einen Erlaubnisschein der regionalen Arbeitsagenturen, der nur unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen erteilt wird. Die private Arbeitsvermittlung ist eine Möglichkeit der Stellensuche auf die Sie sich allerdings nicht ausschließlich verlassen sollten. Beschreiten Sie auch andere Wege!

Zeitarbeit

Mehr als eine halbe Million Arbeitnehmer arbeiten im Schnitt bei Zeitarbeitsfirmen. Zeitarbeit ist mittlerweile ein moderner Bestandteil des Stellenmarktes und der Wirtschaft geworden. In der Regel arbeiten Sie Vollzeit, werden aber von dem Zeitarbeitsunternehmen für eine begrenzte Zeit an andere Unternehmen "ausgeliehen". Die Betriebe können damit unvorhergesehene Ausfälle fester Mitarbeiter durch Krankheit oder Schwangerschaft abdecken. Andere haben saisonbedingt einen größeren Bedarf an Arbeitskräften. Zudem erfordern Termindruck, Auftragsspitzen und saisonale Auftragsschwankungen eine größere Mitarbeiterzahl für einen flexiblen Zeitraum. Immer öfter ist Know-how gefragt, das im Unternehmen nicht vorhanden ist. Die Unternehmen gewinnen durch die "entliehenen" Mitarbeiter der Zeitarbeitsfirmen mehr Flexibilität und Handlungsspielraum. Sie können Personalengpässe schnell überbrücken, ohne sich auf den langwierigen Weg der Mitarbeitersuche verlassen zu müssen.

Die Zeitarbeit ist eine gute Alternative zu einem konventionellen Arbeitsverhältnis. Arbeitssuchende haben bei einem Zeitarbeitsunternehmen oft bessere Chancen, schnell wieder eine Beschäftigung zu finden. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten einer Zeitarbeitsfirma waren ursprünglich arbeitslos. Vor allem Berufsanfänger, Wiedereinsteiger und ältere Arbeitssuchende finden hier gewöhnlich leichter eine Stelle. Knapp 20 Prozent der Beschäftigten in der Zeitarbeit sind ältere Arbeitnehmer. Falls Sie an einem kurzfristigen Arbeitsverhältnis interessiert sind oder in den Semesterferien arbeiten möchten, ist die Zeitarbeit ebenfalls eine gute Möglichkeit.

Wer bei einem Zeitarbeitsunternehmen arbeitet, hat trotz einer festen Stelle die Chance, an vielen verschiedenen Arbeitsplätzen, in unterschiedlichsten Firmen und Branchen Erfahrungen zu sammeln. Die Zeitarbeit bietet Ihnen Sicherheit und Abwechslung zugleich. Auch wenn Sie bei unterschiedlichen Betrieben eingesetzt werden, besteht Ihr Arbeitsvertrag allein zwischen Ihnen und der Zeitarbeitsfirma. Häufig testet das Leihunternehmen durch die Möglichkeit der Zeitarbeit zukünftige Mitarbeiter, bevor es sich definitiv entscheidet. Rund einem Drittel der Zeitarbeitnehmer wird von den Unternehmen nach Ablauf der "Leihfrist" ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis angeboten.

Allerdings bedeutet ein Wechsel der Einsatzorte auch einen Verzicht auf feste Kollegen, mit denen Sie immer zusammenarbeiten. Sie sollten offen und flexibel sein und sich auf unterschiedlichste Arbeitssituationen und Anforderungen einstellen können. Als Arbeitnehmer einer Zeitarbeitsfirma können Sie sich Ihren Einsatzort nicht aussuchen, sondern müssen in jedem zumutbaren Unternehmen arbeiten. Was im Einzelfall zumutbar ist, entscheidet die Zeitarbeitsfirma. Eine Anfahrtsdauer von 45 Minuten und mehr pro Fahrtstrecke ist beispielsweise meist kein akzeptabler Grund, eine Tätigkeit in einem Fremdunternehmen auszuschlagen. Ein Einsatz, der jedoch nicht Ihren beruflichen Qualifikationen entspricht, kann abgelehnt werden. Ein anderer Wermutstropfen für Mitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma ist das meist niedrigere Gehalt.

Jeder Arbeitnehmer eines Zeitarbeitsunternehmens erhält in der Regel einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit den gleichen Rechten und Pflichten wie andere Arbeitnehmer mit Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung sowie bezahltem Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und gesetzlichem Kündigungsschutz. Das Zeitarbeitsunternehmen muss auch dann Gehalt zahlen, wenn es für einen Mitarbeiter keine Einsatzmöglichkeit findet.

Ein seriös arbeitendes Zeitarbeitsunternehmen benötigt eine "Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung". Gesetzlich geregelt wird die Zeitarbeit im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Informationen erteilt die Bundesagentur für Arbeit sowie der Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen e. V. (www.bza.de). In diesem Verband haben sich die lizenzierten Zeitarbeitsunternehmen zusammengeschlossen.

400-Euro-Jobs

Für viele Unternehmen sind Aushilfen unkomplizierte und günstige Möglichkeiten, um Auftragsspitzen abzufangen. Vor allem in der Touristik, im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie bei Veranstaltungen und als Zeitungsträger arbeitet ein Großteil der geringfügig Beschäftigten. Für einige Gesellschaftsgruppen sind Nebenbeschäftigungen ein notwendiges Zubrot. Im Juni 2003 registrierte die Bundesknappschaft in Bochum 5,8 Millionen “Mini-Jobber“. Auf der 400-Euro-Basis arbeiten im Wesentlichen Frauen, Studierende, Jugendliche und Pensionäre.

Die so genannten Mini-Jobs, die auf Vorschläge der Hartz-Kommission zurückgehen, wurden im April 2003 geschaffen. Dabei hob man die Grenze, bis zu der Arbeitnehmer keine Sozialabgaben entrichten müssen, von 325 auf 400 Euro Bruttoverdienst im Monat an. Außerdem fiel die zeitliche Beschränkung der Wochenstunden für die geringfügige Beschäftigung weg. Lag diese früher bei 15 Stunden pro Woche, zählt seit der Änderung nur noch das Bruttoeinkommen für die Einstufung. Von der Sozialversicherungspflicht befreit sind darüberhinaus auch alle, die einen Mini-Job als Zweitjob ausüben.

Arbeitgeber zahlen bei einem Verdienst bis zu 400 Euro pauschal 25 Prozent für Steuern, Renten- und Krankenversicherung. Privathaushalte, die als Arbeitgeber auftreten, müssen nur 12 Prozent Abgaben entrichten plus 1,3 Prozent Umlage für eine Lohnfortzahlungsversicherung. Außerdem können sie bis zu 510 Euro im Jahr von der Steuer absetzen.

Wem 400 Euro Verdienst im Monat zu wenig sind, der kann als so genannter Midi-Jobber arbeiten. Dabei darf man zwischen 400 und 800 Euro verdienen, muss allerdings Beiträge in die Sozialversicherung einzahlen. Die Beschäftigten steigen bei 401 Euro mit einem Beitragssatz von 4 Prozent ein, der sich progressiv auf circa 21 Prozent (bei einem Einkommen von 800 Euro) erhöht. Das beschäftigende Unternehmen zahlt ab 400 Euro die üblichen 21 Prozent an die Sozialversicherung, die Pauschalsteuer entfällt.

Für Arbeitssuchende können Mini- oder Midi-Jobs durchaus interessant sein, wenn sie ein Sprungbrett zu Voll- oder Teilzeitlösungen darstellen oder gar in eine Selbstständigkeit münden.

1-Euro-Jobs

Seit dem 01.01.2005 ist das so genannte Hartz-IV-Gesetz in Kraft. Empfänger vom Arbeitslosengeld II sind verpflichtet, Arbeitsgelegenheiten wahrzunehmen. Die verrichteten Arbeiten müssen gemeinnützig und zusätzlich sein. Sie erhalten für diese Tätigkeit ein bis zwei Euro/Stunde. Der Arbeitslose erhält außerdem sein Arbeitslosengeld II weiter. Insgesamt kann dadurch der Arbeitslosengeld II-Bezieher in einer Arbeitsgelegenheit netto über einen Betrag zwischen 850 und 1.000 Euro verfügen. Den Einrichtungen, die so genannte 1-Euro-Jobber beschäftigen, entstehen keine Kosten.

Selbstständigkeit

Nicht selten sind Arbeitslosigkeit, drohende Arbeitslosigkeit oder Unzufriedenheit am Arbeitsplatz die Auslöser, um den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Studien zeigen, dass die Überlebenschancen ehemaliger arbeitsloser Selbstständiger überdurchschnittlich gut sind. Trotzdem, nicht jeder Versuch, eine selbstständige Existenz aus der Arbeitslosigkeit aufzubauen, ist erfolgreich.

Vor- und Nachteile

Bevor Sie die Selbstständigkeit beginnen, müssen Sie sich auf jeden Fall über die Vor- und Nachteile im Klaren sein. Sie sollten wissen, was in jedem Fall von Ihnen gefordert wird: Mut, Energie, Geduld, finanzieller Rückhalt und viel Selbstmotivation. Als Freiberufler arbeiten Sie im Durchschnitt mehr als Angestellte und Sie müssen sich um alles selbst kümmern, von den Versicherungen, Abrechnungen bis zum Marketing. Sie haben meist nur dann eine Chance erfolgreich zu sein, wenn Sie neben Engagement und Durchhaltevermögen auch fundierte Kenntnisse und Erfahrungen in Ihrer Branche besitzen. Es dauert in der Regel etwa zwei Jahre, bis die Selbstständigkeit sich lohnt, aber reich werden die Allerwenigsten damit.

Sind Sie immer noch nicht abgeschreckt durch die harten Bedingungen einer Existenzgründung? Sie denken nach wie vor, dass die freiberufliche Tätigkeit genau die richtige Herausforderung für Sie ist? Dann gilt es jetzt, Schritt für Schritt sorgfältig die nötigen Vorbereitungen zu treffen, damit Sie schon bald Ihr eigener Chef sind.

Persönliche Voraussetzungen

Bevor Sie sich in das Abenteuer Selbstständigkeit stürzen, sollten Sie Ihre Stärken und Schwächen kennen, um nicht umsonst Zeit, Energie und Geld zu investieren. Nicht in jedem schlummert ein Unternehmer oder Freiberufler. So unangenehm es sein mag, dies zu erkennen und sich einzugestehen - möglicherweise platzt ja auch Ihr Traum - so haben Sie doch die Möglichkeit sich eine neue, passende und realistische berufliche Vision zu schaffen.

Erforschen Sie Ihre eigene Persönlichkeit. Das ist nicht nur bei einer Existenzgründung wichtig, sondern auch eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. Es gibt nicht den typischen Existenzgründer, schon allein wegen der Vielzahl der Möglichkeiten, der Branchen und der Tätigkeitsfelder. Ebenso ist ein "Existenzgründertyp" keine Garantie für den unternehmerischen Erfolg.

Zur Analyse Ihrer Stärken und Schwächen gehört neben einer realistischen Selbsteinschätzung eine kritische Fremdeinschätzung. Bitten Sie Ihren Partner oder Freunde darum, Ihre Schwächen und Stärken zu bewerten, jedoch ohne vorher Ihre Selbsteinschätzung gesehen zu haben. Diskutieren Sie die Ergebnisse anschließend. Sie werden nicht nur viel über sich selbst und Ihre Außenwirkung erfahren, sondern insgesamt ein präziseres persönliches Profil im Hinblick auf Ihre berufliche Selbstständigkeit entwickeln.

Förderungen für Existenzgründer

Die Arbeitsagenturen unterstützen die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit seit dem 1. Januar 2003 mit zwei unterschiedlichen Förderinstrumenten: Zum einen kann Überbrückungsgeld beantragt werden, zum anderen gibt es die neu geschaffene Möglichkeit des Existenzgründungszuschusses. Dabei handelt es sich um die spezielle Förderung der so genannten Ich-AG. Voraussetzung ist, dass dadurch Arbeitslosigkeit vermieden oder beendet wird.

Das Überbrückungsgeld ist eine Kann-Leistung, ist also abhängig von den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln. Sie erhalten sechs Monate lang einen Zuschuss in Höhe des Arbeitslosengeldes einschließlich der Sozialversicherungsbeiträge. Zusätzlich erhalten Sie eine Pauschale für Altersvorsorge, Krankenkasse und Pflegeversicherungsbeiträge. Wichtig ist, dass Sie das Überbrückungsgeld vor der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit beantragen.

Die Bundesagentur für Arbeit fördert eine Existenzgründung mit dem Überbrückungsgeld, wenn Sie unmittelbar vor Antragstellung Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe bezogen haben oder ein Anspruch darauf besteht. Dies gilt auch für Beschäftigte im Rahmen einer Arbeitsbeschäftigungsmaßnahme (ABM) oder einer Strukturanpassungsmaßnahme. Ferner benötigen Sie eine Beurteilung einer fachkundigen Stelle (IHK, Handwerkskammern, Fachverbände, Kreditinstitute und berufsständische Kammern) über die Tragfähigkeit der Existenzgründung.

Beim Existenzgründerzuschuss muss man keinen Geschäftsplan vorlegen, im Prinzip ist jede hauptberufliche Selbständigkeit förderungswürdig. Dennoch sollte eine solide Finanzplanung an erster Stelle stehen. Den Zuschuss kann jeder beantragen, der Leistungen von der Bundesagentur für Arbeit bezieht, allerdings ist die Förderung vorerst bis Ende 2005 befristet.

Gefördert wird - steuerfrei - drei Jahr lang , im ersten Jahr mit 600 Euro im Monat, im zweiten mit 360 Euro und im dritten mit 240 Euro. Beim Einkommen (= dem für die Einkommenssteuer ermittelten Gewinn) gilt eine Obergrenze von 25.000 Euro im Jahr. Wird diese Grenze überschritten, entfällt der Zuschuss für die Zukunft.

Wer als Ich-AG den Existenzgründerzuschuss bezieht, ist gesetzlich rentenversichert, muss aber in der Regel nur die Hälfte des Beitrags für Selbständige zahlen. Auch die gesetzliche Krankenversicherung kann beibehalten werden, je nach Einkommen wird ein niedriger Mindestbeitrag oder der normale Satz erhoben.

Zusätzliche Fördergelder vergeben Bund, Länder und die Europäische Union. Informationen zu möglichen Förderhilfen erhalten Sie von den Industrie- und Handelskammern, Banken und Gründerzentren. Einen ersten Überblick darüber, welche Förderung für Sie in Frage kommt, gibt die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Internetseiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau bieten ebenfalls wertvolle Informationen für den Existenzgründer.

Die wichtigsten sind:

  • ERP-Existenzgründerprogramm
  • ERP-Eigenkapital-Hilfe-Programm
  • Eigenkapital-Ergänzungsprogramm
  • Beratungshilfe