21.05.2015
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Fahrradfahren – besser mit Helm

Die Fahrradsaison in vollem Gange. Mildes Frühlingswetter lockt vor allem am Wochenende immer mehr Menschen aufs Zweirad. Die meisten von ihnen allerdings ohne Fahrradhelm – zu unbequem, zu warm und überhaupt. Aber das Utensil kann Leben retten. Denn bei Fahrradunfällen ist vor allem der Kopf gefährdet.

Junge mit Fahradhelm
Unterwegs mit Helm

Es ist das klassische Szenario – und eine Angstvorstellung für viele Radfahrer: Man fährt mangels Radweg auf der Straße und plötzlich reißt der Fahrer eines parkenden Autos seine Tür auf. Bei hoher Geschwindigkeit kann der Radfahrer diesem Hindernis oft kaum mehr ausweichen, er prallt frontal in die offene Tür. Schwere Verletzungungen bis hin zur Querschnittslähmung können die Folgen sein. Eine zweite häufige Variante:  Ein Radfahrer fährt auf dem Fahrradweg und wird an einer Kreuzung prompt vom rechts abbiegenden Autofahrer übersehen. Trotz Vollbremsung fliegt der Radler über die Kühlerhaube und knallt auf die Straße.

Kopf ist besonders gefährdet

Solche Szenen spielen sich gerade in Städten verheerend häufig ab. Immerhin rund 23.400 Radfahrer erleiden bei solchen und andere Unfällen jedes Jahr eine Gehirnverletzung. Denn besonders gefährdet ist bei diesen Unfällen der Kopf. Unter anderem deshalb empfehlen Experten, beim Fahrradfahren einen Helm zu tragen. "Studien namhafter Unfallforscher haben gezeigt, dass das Tragen eines Fahrradhelms das Risiko einer schweren Kopfverletzung um mindestens 50 Prozent verringern kann", erklärt Joachim Breuer, Vorstandsvorsitzender der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung.

Erst vor kurzem zeigte ein Stichprobentest des ZDF-Magazins WISO, dass ein gut schützender Helm nicht teuer sein muss: Selbst der mit 9,90 Euro günstigste Helm erwies sich als sicher und stabil. Er widerstand einem starken Aufprall und war auch gut gegen Verrutschen gesichert. Insgesamt schnitten Helme aus allen Preislagen gut ab, der Preis sagt daher nichts über die Qualität und Schutzwirkung der Helme aus. Wir können demnach den für uns passenden Helm getrost nach Geldbeutel und Geschmack auswählen. Sinnvoll ist es aber, auf ausreichende Lüftung zu achten, damit im Sommer der Kopf nicht so stark schwitzt.

Richtiger Sitz ist wichtig

Wichtig ist dabei: Der Helm muss gut sitzen und sollte weder drücken noch wackeln oder rutschen. Deshalb sollte man ihn vor dem Kauf unbedingt immer erst anprobieren. Zwar kann man den Sitz durch Polster und Spannriemen nachjustieren. Trotzdem passt nicht jeder Helm auf jede Kopfform. Optimal sitzt der Helm, wenn er waagerecht auf dem Kopf sitzt und der Helmrand etwa zwei Finger breit über der Nasenwurzel sitzt. Es sollte so eng eingestellt, dass er sich auch ohne Gurt kaum mehr bewegt und nur schwer abzunehmen ist. Der  Kinnriemem sollte so eingestellt werden, dass gerade noch ein Finger zwischen Gurt und Kinn passt, er aber nicht drückt.

Helmpflicht in einigen Nachbarländern

Eine Helmpflicht für Fahrradfahrer gibt es in Deutschland nicht. In unseren Nachbarländern ist dies aber teilweise anders. Wer eine Radtour dort plant, sollte sich daher vorher informieren. So gilt in Österreich Helmpflicht für Kinder unter zwölf Jahren, in Tschechien und Schweden für Jugendliche unter 18, in der Slowakei für Jugendliche unter 15 Jahren. In Finnland müssen alle Radfahrer einen Helm tragen. In Spanien besteht Helmpflicht für Radfahrer außerhalb geschlossener Ortschaften.

Tipps zum richtigen Sitz des Helms

ADFC – Informationen rund ums Radfahren
 

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