10.10.2017
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Jesus von Nazaret wurde vom römischen Präfekten Pontius Pilatus zum Tode verurteilt. Das war 30 bis 40 Jahre nach Jesus Geburt. In der Bibel steht, dass Jesus an einem "xýlon" hingerichtet wurde. Dieses Wort bedeutet Holz oder Balken. Von Kreuz ist keine Rede.

 

Kaiser Konstantin macht das Kreuz zu seinem Zeichen

Die grausame und demütigende Art der öffentlichen Hinrichtung am "Holz oder Balken" machte für die Anhänger von Jesus das große Opfer deutlich, das er für die Menschen gebracht hatte. Wann genau das Kreuz für die Christen zum Symbol wurde, ist jedoch nicht bekannt. Vermutlich geschah dies zur Zeit des römischen Kaisers Konstantin im 4. Jahrhundert.

Einer Legende nach sah Konstantin am Himmel ein Kreuz mit der Inschrift "In diesem Zeichen siege". Er gewann tatsächlich die nächste Schlacht und die Herrschaft im römischen Reich. Konstantin verweigerte danach angeblich das Siegesopfer für den höchsten römischen Gott Jupiter. Fortan kämpfte er im Zeichen des Kreuzes.

 

Vom Kaiser- zum Christensymbol

Es gibt Darstellungen dieses Kaisers auf römischen Münzen, die ihn mit dem christlichen Kreuz zeigen, wie wir es heute kennen. Das Kreuz symbolisiert die Verbundenheit des Himmels mit der Erde. Man weiß, es stammt aus dem 4. Jahrhundert, aber nicht, wie, warum und wann genau es zum christlichen Symbol wurde.

 

Tod am "T"

Die Archäologen oder Altertumsforscher haben übrigens nachgewiesen, dass die Römer zurzeit von Jesus kein Holzkreuz in der Form des christlichen Kreuzes zur Hinrichtung verwendet haben. Beim "xýlon", dem Holz oder Balken handelte es sich vielmehr um einen senkrechten Holzbalken mit einem Querbalken obendrauf. Das sah aus wie ein großes "T".

Dr. Alexander Stahr