01.09.2017
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Erdbeben in Deutschland?

Viele Deutsche wären sicher baff erstaunt, wenn der Boden plötzlich erzittern würde.

In den Medien gibt es immer wieder Berichte über schwere Erdbeben, so etwa in der Türkei, in Italien, in Japan oder in den USA. In diesen Ländern ist die Verschiebung von Erdplatten die Ursache der Beben. Diese Länder liegen in Bereichen, wo sich Platten unter- oder übereinander hinwegschieben oder aneinander vorbeigleiten. Dabei verhaken sich die Platten, wodurch sich im Gestein Spannungen aufbauen, die sich in Erdbeben entladen. Aber in Deutschland?

 

Afrika rückt näher

Auch in Deutschland gibt es Erdbebengebiete. Die gewaltigen Kräfte durch die Kollision zwischen afrikanischer und eurasischer Platte sorgten nicht nur für die Entstehung und immer noch andauernde Hebung der Alpen. Auch Mittelgebirge wie das Rheinische Schiefergebirge mit viel älteren, spröden Gesteinen sind dadurch von zahlreichen Brüchen durchzogen worden. Spannungen im Gestein infolge der andauernden Plattenkollision entladen sich hin und wieder in spürbaren Erdbeben mit Magnituden über 4.0.

 

Auftretende Spannungen

Erdbebenschwerpunkte in Deutschland gibt es im Bereich des Oberrheingrabens und seiner Ausläufer sowie in den Bereichen Schwäbische Alp, Kölner Bucht und Thüringen. Bei diesen Beben handelt es sich um tektonische Beben. Diese Erdbeben entstehen, wenn Spannungen im Untergrund die Gesteinsfestigkeit überschreiten. Besonders anfällig sind Schwächezonen im geologischen Untergrund, so genannte "Störungen", wie zum Beispiel der Oberrheingraben.

 

Schlagartiges Zurückschnellen

Bei einem Erdbeben wird die Energie im Gestein beiderseits einer Bruchfläche gespeichert, bis die Festigkeitsgrenze erreicht ist. Wird diese Grenze überschritten, kommt es zum Bruch. Die gespeicherte Energie wird dann schlagartig durch Zurückschnellen der beiden Gesteinspartien in einen entspannten Zustand freigesetzt. Die betroffenen Gesteinsbereiche sind anschließend gegeneinander versetzt.

Dr. Alexander Stahr