01.06.2015
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Einstellungstests: Am Prüfungstag

Die Vorbereitung auf den Einstellungstest ist fast geschafft. Sie haben sich gut vorbereitet, sich am Tag vor der Prüfung etwas erholt und sich etwas Schönes gegönnt. Vielleicht haben Sie den Abend im Kino verbracht, Freunde getroffen oder sich mit einem guten Essen verwöhnt. Keinesfalls sollten Sie unmittelbar vor dem Test die Prüfungsfragen noch bis in die Nacht hinein durcharbeiten. Sicherlich sind Sie nun neugierig und ein wenig aufgeregt, was Sie erwarten wird. Damit Sie gut am Ziel ankommen, sollten Sie einige wichtige Hinweise für den Einstellungstest zu beherzigen.

Einstellung auf den Test

Es sind manchmal die kleinen Dinge, die einen ins Schwitzen bringen. Bevor Sie ins Rennen starten, beachten Sie daher am besten Folgendes:

  • Frühstücken Sie in Ruhe
  • Nehmen Sie sich etwas zum Essen und Trinken und vielleicht etwas Traubenzucker mit
  • Machen Sie sich rechtzeitig auf den Weg, damit keine Hektik aufkommt, wenn Sie den Bus verpassen oder nicht gleich einen Parkplatz finden
  • Erscheinen Sie pünktlich
  • Nehmen Sie vorher und während der Tests auf keinen Fall Beruhigungsmittel oder Drogen
  • Ziehen Sie sich Kleidung an, in der Sie sich wohl fühlen (keine unbequemen Anzüge oder Kostüme)
  • Nehmen Sie für alle Fälle Papier, Kugelschreiber, Bleistift, Radiergummi und Taschenrechner mit. Fragen Sie aber vor Testbeginn auf jeden Fall nach, ob der Gebrauch erlaubt ist
  • Lassen Sie sich nicht von einer möglichen Nervosität anderer Bewerber anstecken

Bevor Sie gleich mit dem Test loslegen, atmen Sie nochmals tief durch.

Verhalten beim Test

Sie sollten während des Tests einige allgemeine Verhaltensregeln befolgen:

  • Benutzen Sie nur die zugelassenen Hilfsmittel
  • Gehen Sie nicht zu aufgeregt an Tests heran, und versuchen Sie soweit wie möglich ruhig und gelassen zu bleiben
  • Sprechen Sie während des Tests nicht mit anderen Bewerbern
  • Hören Sie den Anweisungen der den Test durchführenden Person genau zu und fragen Sie gleich nach, wenn Ihnen etwas unklar ist
  • Wenn Sie eine Frage haben, dann stellen Sie diese direkt der Person, die den Test durchführt
  • Schreiben Sie nicht bei anderen Testteilnehmern ab. Häufig werden in einem Test unterschiedliche Varianten eingesetzt und Sie können nie sicher sein, dass der andere mehr weiß als Sie selbst

Bearbeitung der Testaufgaben

Wenn Sie die folgenden Hinweise beachten, schaffen Sie eine gute Grundlage für einen Testerfolg.

  • Lesen Sie sich alle Aufgaben aufmerksam und gründlich durch
  • Achten Sie genau auf die Testanweisungen
  • Sehen Sie sich die Beispielaufgaben gründlich an
  • Versuchen Sie anhand der Beispielaufgaben den Aufgabentyp und das Lösungsprinzip zu erkennen
  • Versuchen Sie im Test ruhig und gelassen zu bleiben, auch unter Zeitdruck
  • Beginnen Sie sofort mit der Bearbeitung, und lassen Sie sich nicht ablenken
  • Bearbeiten Sie die Aufgaben zügig, jedoch nicht auf Kosten der Sorgfalt und Genauigkeit
  • Bearbeiten Sie die Aufgaben der Reihe nach, denn oft werden sie fortschreitend schwieriger
  • Verbeißen Sie sich nicht in Aufgaben
  • Beantworten Sie zuerst immer die Fragen, die Ihnen am leichtesten fallen
  • Kreuzen Sie auf jeden Fall eine Lösung an. In Notfall raten Sie. Vielleicht haben Sie ja Glück
  • Wenn Sie am Schluss noch Zeit haben, versuchen Sie, die unbeantworteten Aufgaben zu lösen
  • Kontrollieren Sie noch einmal die gelösten Aufgaben
  • Lassen Sie sich nicht beunruhigen, falls Sie nicht alle Aufgaben lösen konnten, denn meist sind die Zeiten so knapp, dass ohnehin nicht alle Aufgaben zu schaffen sind

Training und Testergebnisse interpretieren

Welches Resümee ziehen Sie insgesamt aus der Trainingsphase und dem Testverlauf? Wenn Sie Ihren heutigen Wissensstand mit dem vor dem Training vergleichen, sollte Sie das Ergebnis beruhigen und motivieren. Diese Erfahrung kann Ihr Selbstbewusstsein stärken. Viele Wissensgebiete und Fähigkeiten sind erlernbar und können geübt werden, man muss sie nur anpacken. Sie werden gewiss noch häufig in der Ausbildung und am Arbeitsplatz die Erfahrung machen, dass Sie sich vieles erarbeiten können, auch in Bereichen, von denen Sie dies nie gedacht hätten. Und gerade in der Bewerbungsphase, wenn Absagen und geplatzte Hoffnungen auf Sie zukommen könnten, ist ein gestärktes Selbstbewusstsein sehr wichtig.

Wie sind Sie mit dem Prüfungsstress umgegangen? Haben Ihnen die Übungen zur Vermeidung von Prüfungsangst und -stress geholfen? Falls Sie trotzdem sehr nervös waren, unter der Prüfungsangst gelitten haben und schlecht mit dem Stress umgehen konnten, sollten Sie diese Übungen konsequent fortsetzen oder vielleicht begleitend professionellen Rat suchen. Die nächste Testsituation kommt bestimmt, sei es bei Vorstellungsgesprächen, weiteren Einstellungstests oder Präsentationsterminen in Ihrem zukünftigen Job.

Die nächsten Schritte

"Welche nächsten Schritte?" mögen Sie sich fragen. "Erst mal abwarten, wie das Testergebnis ausfällt und dann werde ich schon weitersehen." Sicher, es gibt keinen Grund, sich verrückt zu machen und in wilden Aktionismus zu verfallen, aber auch keinen Anlass, die Hände in den Schoß zu legen.

Bereiten Sie sich rechtzeitig und gründlich auf eventuell noch anstehende Einstellungstests vor. Mittlerweile haben Sie ja schon eine gewisse Routine bei der Vorbereitung, sodass Ihnen das Training leichter von der Hand gehen wird. Sie kennen jetzt bereits Ihre Stärken und Schwächen und wissen, worauf Sie in erster Linie Ihr Augenmerk richten sollten.

Vernachlässigen Sie nicht die Analyse der Stellen- und Ausbildungsangebote und schreiben Sie weiterhin Bewerbungen. Dies hilft Ihnen auch in der nächsten Testsituation und beim Vorstellungsgespräch. Sie sind dann nicht auf die einmalige Chance dieses einen Tests oder Gespräches angewiesen, da Sie ja noch weitere Eisen im Feuer haben. Sie können im Vorstellungsgespräch gelöster, natürlicher und selbstsicherer sein und dem Stress entgegenwirken.

Neigen Sie zu starker Prüfungsangst oder zu übertriebenem Stress und haben Ihnen die vorgestellten Übungen nur bedingt geholfen, sollten Sie sich mit den möglichen Ursachen und Stressauslösern beschäftigen. In jeder größeren Stadt gibt es an Universitäten oder Fachhochschulen Beratungsstellen, die Ihnen mit professionellem Rat und guten Tipps weiterhelfen können.