21.05.2015
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Studium in Großbritannien und Irland

Einmal an einer der ältesten und renommiertesten Universitäten der Welt studieren und womöglich in Oxford, Cambridge, Aberdeen, St. Andrews oder Glasgow einen Bachelor oder Master machen - wer würde sich diesen Traum nicht gerne erfüllen?

Ab auf die Insel!

Womöglich zieht es Sie in die verträumte Landschaft der Weiten des walisischen Landes?

Oder Sie wollen ein Jahr an einer der am besten ausgestatteten Universitäten der Welt auf der traumhaften grünen Insel Irland studieren, und so ganz nebenbei die verschrobenen aber herzlichen Irländer kennen und lieben lernen?

Oder suchen Sie doch lieber die Abgeschiedenheit der schottischen Highlands mit ihren unzähligen Whiskey-Distillerien und dem Geheimnis des schottischen Torf?

Auf alle Fälle können Sie sich bei einem Studium in Irland oder im Vereinigten Königreich diesen Traum erfüllen und ein lehrreiches Studienjahr in gut organisierten und vorzüglich betreuten Studiengängen absolvieren mit Dozenten, die Zeit für Sie haben und Ihren Namen nicht vergessen, da Sie nur der zwölfte und nicht der 200ste Student in seiner Vorlesung sind.

Mit einer Teilnahme an einem Austauschprogramm bleibt der Aufenthalt trotz Studiengebühren in einem finanziell vertretbaren Rahmen. Aber es bestehen auch noch andere Möglichkeiten zur Organisation eines Studienaufenthalts auf den großen Inseln Europas mit Linksverkehr.

Bevor Sie sich jedoch auf den Weg machen, die britischen / irischen Hochschulen zu entdecken, sollten Sie sich zunächst über das dortige Hochschulsystem und den Aufbau des Studiums informieren. Mit den Unterrichtsformen und dem Notensystem werden Sie sich schnell zurechtfinden, und auch die Besonderheiten des britischen bzw. irischen Lebens werden - mit Hilfe einer kurzen Einführung - am besten vor Ort erkundet.

Leben in Großbritannien und Irland

Gewiss, Großbritannien und Irland gehören zu Europa. Trotzdem unterscheidet sich das Leben in einem dieser Länder stark vom Leben auf dem Festland. Das betrifft nicht nur den Linksverkehr, der sogar im Fußgängerbereich gilt. Das berühmte Schlangestehen könnte man als nationale Leidenschaft der Engländer bezeichnen, das zu jeder Gelegenheit praktiziert wird.

Aber auch für das Studentenleben sollte man gewisse Stilfragen beachten. Bei entsprechenden Anlässen wird auf formelle Kleidung Wert gelegt, bei traditionsreichen Universitäten ist sogar das tragen eines Talars, den man gebraucht kaufen oder leihen kann, vorgeschrieben.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist vielleicht auch, dass die Studenten an den Universitäten um einiges jünger sind als in Deutschland, da sie schon mit 18 oder 19 Jahren das Studium beginnen und der Wehr- oder Zivildienst wegfällt. An den Universitäten ist der Umgang untereinander viel persönlicher, die Lehrenden sind fast immer für ihre Studierenden ansprechbar und die individuelle Betreuung der Studierenden wird groß geschrieben. Dafür ist das Studium insgesamt betrachtet etwas verschulter. Aber auch das Sozialleben der Universitäten unterscheidet sich stark von dem in Deutschland. Als Student muss man Mitglied in einem studentischen Verein, einer “student union“ werden. Diese Vereinigungen tragen durch Abendveranstaltungen, das Betreiben von Häusern mit Speisen und Getränken zu studentenfreundlichen Preisen usw. sehr zur Belebung des sozialen Lebens auf dem Campus bei.

Um eine Unterkunft zu bekommen, gibt es natürlich die Möglichkeit der studentischen Wohnheime auf dem Campus. Da diese aber meist für Studienanfänger reserviert sind, muss man sich wahrscheinlich selbst ein Zimmer suchen, wobei Wohngemeinschaften weit verbreitet sind. Die Mietmodalitäten sind dann wieder etwas anders als bei uns. Oft wird die Miete wöchentlich bar bezahlt. Worum man sich auf alle Fälle kümmern sollte, ist die Gemeindesteuer. Wird eine Wohnung ausschließlich von Vollzeitstudierenden bewohnt, so ist man von der Gemeindesteuer befreit. Man muss sich aber auf alle Fälle innerhalb von 21 Tagen nach Ankunft beim zuständigen Registration Officer melden. Wohnt ein Nicht-Student in einer Wohnung, kann eine Steuerermäßigung von 25 Prozent beantragt werden, bei mehr als einem Nicht-Studenten muss der volle Steuersatz bezahlt werden.

Auch das Krankenversicherungssystem ist anders organisiert als bei uns, so dass man sich am besten bei der hiesigen Krankenversicherung im Vorfeld informieren sollte, was zu tun ist.

Die Lebenshaltungskosten sind generell höher als bei uns und liegen im Vereinigten Königreich bei £ 500 £ 800 pro Monat und Person. Im Süden Englands und in London sind sie eher im oberen Bereich anzusiedeln. In Irland betragen sie ungefähr IR£ 500 IR£ 700 pro Monat und Person.

Hochschulsystem

Das Vereinigte Königreich verfügt aufgrund einer bis ins 12. Jahrhundert zurückreichenden Universitätstradition inzwischen über ein breites und sehr differenziertes Hochschulsystem. Nach Aufhebung der Unterteilung in Universitäten und Polytechnics im Jahre 1991 gibt es noch zwei unterschiedliche Typen von Hochschuleinrichtungen: die Universitäten und die Colleges of Higher Education. Trotzdem unterscheiden sich die Hochschulen untereinander sehr stark in ihrem jeweiligen akademischen Profil, ihren inhaltlichen Schwerpunkten und der Gewichtung von Forschung und Lehre. Auch haben die Hochschulen aufgrund ihrer historischen Entwicklung eine beispiellose Autonomie. Dies betrifft auch die Zulassung zum Studium, so dass Studienanwärter kein Recht auf einen Studienplatz besitzen. Die zugelassenen Studierenden haben dafür aber auch eine viel höhere Abschlussquote als in Deutschland, da sie viel gezielter ausgewählt werden und an den einzelnen Fachbereichen eine viel bessere Betreuung in einem verschulteren Hochschulstudium haben. Der deutschen Unterteilung in Institute entspricht die Einteilung in Departments. Die Hochschulen sind überdurchschnittlich gut ausgestattet.

In Großbritannien und Nordirland gibt es 112 Universitäten und 60 Colleges of Higher Education. Zu den ältesten, im 12. bis 15. Jahrhundert gegründeten Universitäten gehören die traditionsreichen Universitäten von Oxford, Cambridge, St Andrews, Glasgow und Aberdeen. Die Colleges of Higher Education können, anders als die Universitäten und University Colleges (ehemalige Colleges, die inzwischen zu Universitäten wurden), nicht selbst akademische Grade verleihen, vergeben diese aber in Zusammenarbeit mit benachbarten Universitäten. Es gibt Colleges mit einem breitgefächerten Studienangebot und auch Colleges, die sich nur auf eine bestimmte Fachrichtung wie die Lehrerausbildung oder Agrarwirtschaft usw. konzentrieren.

Eine besondere Stellung unter den Universitäten nehmen die Open Universities ein, die für ihre umfangreichen Fernstudiengänge weit über das vereinigte Königreich hinaus bekannt sind. Die einzige anerkannte Privatuniversität ist die University of Buckingham.

In Irland gibt es auch historisch bedingt nur vier Universitäten, die sich am britischen Vorbild orientieren, allerdings keine so große Autonomie besitzen. Sie finanzieren sich auch aus Mitteln der Higher Education Authority (HEA), die Geld von der Regierung erhält. Die landesweite Hochschulplanung wird von der HEA geleistet. Außerdem wirken Vertreter von Industrie und Handel in den leitenden Organen der Universitäten mit. Die bauliche und apparative Ausstattung der irischen Universitäten ist überdurchschnittlich gut, was auch für hervorragende Studienbedingungen sorgt.

Aufbau des Studiums

In Großbritannien und Irland ist das Studienjahr traditionell in drei Trimester (terms) aufgeteilt, wobei immer mehr Universitäten in eine Semestereinteilung übergehen. Trotzdem gibt es auch in diesem Fall nur über Weihnachten, Ostern und im Sommer eine vorlesungsfreie Zeit. Das Studienjahr beginnt Ende September und endet im Juli. Die Betreuung der Studierenden ist in der Regel sehr gut organisiert. Jeder hat einen " personal tutor" als persönlichen Ansprechpartner.

Struktur

Es gibt drei verschiedene Studienprogramme. Im Single Subject Course studiert man nur ein einziges Fach, im Joint Subject Course zwei Hauptfächer und im Combined Subject Course ein Hauptfach und zwei Nebenfächer mit äußerst vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten.

Traditionell ist die Aufgabe der Universitäten nicht so sehr eine spezifische Berufsvorbereitung, sondern vielmehr die Persönlichkeitsentfaltung und die Herausbildung intellektueller Fähigkeiten.

Das Studium gliedert sich in zwei stark voneinander getrennte Abschnitte: das UndergraduateUndergraduate-Studium, in der Regel drei- bis vierjährig, und das Postgraduate-Studium, in der Regel zwei- bis vierjährig.

Undergraduate studies

In dem ersten stark regulierten und straff organisierten Studienabschnitt macht man nach drei Jahren als akademischen Abschluss des Undergraduate-Studiums den Bachelor of Arts (BA) oder den Bachelor of Science (BSc), oder bei Belegung eines Intensivstudiums in einem oder zwei Fächern den Bachelor with Honours. In Schottland ist der erste akademische Abschluss der Master , der in seiner Bedeutung dem Bachelor entspricht. Zulassungsvoraussetzungen für einen Bachelor-Studiengang ist das deutsche Abitur und entsprechende Englischkenntnisse. Über die Zulassung zu einem Studiengang entscheiden die Universitäten in ihrem Ermessen. Sie sind in dieser Hinsicht autonomer als die deutschen Universitäten. Es besteht auch die Möglichkeit, bereits erbrachte Studienleistungen anrechnen zu lassen. Dadurch könnte man das Studium in Großbritannien oder Irland abschließen. Dies muss man allerdings im Vorfeld mit der entsprechenden Hochschule genauer abklären.

Der Bachelor-Abschluss mit entsprechend guter Note ist Voraussetzung für das auf das Undergraduate-Studium aufbauende Postgraduate-Studium.

Postgraduate Studium

Im Postgraduate-Studium wird wissenschaftliche Forschung betrieben, und man bereitet sich auf die Postgraduate-Abschlüsse vor. Deutsche Studierende erhalten mit einem Fachhochschul- oder Hochschulabschluss und guten Englischkenntnissen Zugang zu den Postgraduate Studies . Dies ist aber auch möglich mit einem Vordiplom / Zwischenprüfung plus zwei bis vier Semestern im Hauptstudium. Allerdings besteht darauf kein Rechtsanspruch, sondern die erbrachten Studienleistungen werden von den Universitäten nochmals genau geprüft. Im Postgraduate-Studium kann man einen Master als Abschluss machen oder sogar einen Doktor, wobei bei vielen Studiengängen ein Master Voraussetzung für eine Promotion ist.

Außerdem besteht für ausländische Studierende die Möglichkeit, ein Study Abroad Program zu belegen. Beim Study Abroad Program erfolgt eine gezielte Einschreibung für einzelne Kurse, die auch aus unterschiedlichen Fachbereichen kommen können. Dadurch können Kurse belegt werden, die einer sinnvollen Vertiefung oder Ergänzung der eigenen Fachbereiche dienen können. Die Anerkennung der erbrachten Studienleistungen muss dann mit der Heimatuniversität abgeklärt werden.

Unterrichtsformen

Der Unterricht in Großbritannien und Irland ist ähnlich strukturiert wie in Deutschland und findet in Form von Vorlesungen, Seminaren, Laborpraktika, Exkursionen und Berufspraktika statt. Äußerlich betrachtet klingt dies, als wäre das wie bei uns. Allerdings sind die Universitäten fantastisch gut ausgestattet, was für sehr gute Studienbedingungen sorgt. So ist das Zahlenverhältnis zwischen Dozenten und Studierenden mit 1:12 sehr viel günstiger, was eine Grundvoraussetzung für ein intensives Studium ist. Gleichzeitig wird von den Studierenden aber auch eine viel stärkere Mitarbeit erwartet und man kann sich nicht so leicht verstecken. Das Arbeitspensum ist für uns überraschend groß. Grundsätzlich besteht für alle Lehrveranstaltungen Anwesenheitspflicht, das heißt man sollte kein einziges Mal fehlen.

Eine Besonderheit im Studienangebot sind die Tutorials. Im Kleingruppenunterricht von 5 bis 10 Teilnehmern werden im ein- bis zweiwöchentlichen Turnus von älteren Studenten Kurse durchgeführt. Für diese Kurse muss man sich sehr intensiv vorbereiten, da man hier viele selbstständige Beiträge in Form von Kurzreferaten und Essays liefern muss, die keine bloße Reproduktion von Sekundärliteratur bieten, sondern eigene Überlegungen der Studierenden zum Thema beleuchten sollen.

Das wöchentliche Stundenpensum an Lehrveranstaltungen und Tutorials beträgt etwa 20 Stunden, so dass man bei intensiver Vor- und Nachbereitung mit einer 40-Stunden-Woche nicht hinkommen wird. Eine Vorlesung dauert in der Regel 50 Minuten.

Die Beherrschung des Lehrstoffs wird permanent durch Continual Assessments und am Ende des Studienjahres durch Abschlussprüfungen in den einzelnen Kursen kontrolliert, wobei diese Abschlussprüfungen bei Einführung des Credit Accumulation and Transfer Scheme (CATS) nach und nach wegfallen. Eine nicht bestandene Prüfung kann in dem betreffenden Jahr einmal wiederholt werden und danach erst wieder im nächsten akademischen Jahr. Auch wenn man nur ein Fach nicht besteht, muss man an vielen Universitäten die gesamte Jahresprüfung wiederholen bzw. das volle Programm des Studienjahres erneut absolvieren.

Notensystem

Viele Universitäten im Vereinigten Königreich und in Irland haben das Credit Accumulation and Transfer Scheme eingeführt (CATS), das Pendant zum ECTS (European Credit Transfer System), das die an den Universitäten erbrachten Leistungen vergleichbar machen und somit die Anerkennung bzw. Anrechnung bereits erbrachter Studienleistungen ermöglichen soll. Damit ist für einen flexibleren Studienablauf gesorgt.

Das CATS funktioniert folgendermaßen: für jeden Kurs (Modules oder Units; Electives / Wahlkurs), jede schriftliche Arbeit (Essay, Thesis) und jeden Praxisabschnitt sammelt man Credits. Für den Studienaufwand eines Jahres werden 120 Credits angesetzt.

Ein Standardfachkurs wird mit 10 Credits bewertet. Pro Semester geht man von 3 bis 6, pro Trimester von 2 bis 4 Fachkursen aus. Neben dem rein zeitlichen Studienaufwand werden die Leistungen meist in schriftlicher Form bewertet. Dabei erfasst das CATS anders als im alten System, bei dem es nur am Ende des Studienjahres und im letzten Studienjahr schriftliche Prüfungen gab, kontinuierlich die Leistungen (Continual Assessment). Ab dem zweiten Studienjahr gehen alle Studienleistungen akkumulativ in das Abschlusszeugnis ein.

Das CATS bewertet also nicht, sondern gibt nur den Stand des Studiums an. Oft ist eine bestimmte Anzahl von Punkten Voraussetzung, um einen Kurs belegen zu können.

Mit dem CATS lassen sich die Hochschulabschlüsse folgendermaßen darstellen:

Punkte Level Qualifikation
120 Level 1 Certificate of Higher Education
+ 120 = 240 Level 2 Diploma of Higher Education
+ 120 = 360 Level 3 Bachelor / Honours Degree (First Degree)
60 Level M1 Postgraduate Certificate
120 Level M1 Postgraduate Diploma
180 Level M Master's Degree (Master's Dissertation / Thesis)

Die jeweils erbrachten Notenleistungen werden in einer Prozentskala bewertet:

100% - 70% first class (1)
69% - 60% upper second class (2i)
59% - 50% lower second class (2ii)
49% - 40% third class
< 40% fail / durchgefallen

Studiengänge und -abschlüsse

Um ein effektives Studieren zu erzielen und eine Anerkennung der im Vereinigten Königreich/Irland erworbenen Scheine zu erreichen, sollte man sich im Vorfeld informieren, welche Studienprogramme an welcher Uni unterrichtet werden. Hierzu sollte man sich das Vorlesungsverzeichnis jeweils genau ansehen, da das Studiensystem sehr vielfältig ist. Die Studienabschlüsse kann man in der Regel nach einem zwei- bis dreijährigen Studienaufenthalt erwerben, es sei denn, man kann bereits erbrachte Studienleistungen entsprechend anrechnen lassen, wobei diese Studienleistungen von den Universitäten sorgfältig überprüft werden.

Bachelor/Honours Bachelor

Der Bachelorwird in der Regel nach einem dreijährigen Undergraduate-Studium erworben, der Honours Bachelor nach einem dreijährigen Undergraduate Studium mit Einschreibung in ein Intensivstudium. Den Bachelor gibt es mit verschiedenen Titeln, je nach Ausrichtung: Bachelor of Arts (BA), Bachelor of Science (BSc), Bachelor of Laws (LLB) und Bachelor of Music (BMus). Der Bachelor wird in Deutschland als Studienabschluss anerkannt.

Master’s Degree

Das auf einen Bachelor folgende zweijährige Studienprogramm (postgraduate studies) wird mit dem Master's Degree abgeschlossen. Bisweilen wird zunächst nur eine Zulassung zu einem Diploma-Studiengang ausgesprochen, der bei erfolgreichem Abschluss zur Zulassung zum Master-Studiengang berechtigt. Es empfiehlt sich, das Lehrangebot genau anzusehen, um die gewünschte Vertiefung der zuvor absolvierten Studien zu erzielen. Am Ende eines Master-Studiengangs steht in der Regel eine Diplomarbeit wie in Deutschland. Während das Bachelor-Studium noch stark verschult und straff organisiert ist, beginnt mit dem Master-Studium das eigentlich wissenschaftliche Studieren. Den Master gibt es auch je nach Fachrichtung mit unterschiedlichen Titeln.

Doctor

Dem deutschen Doktortitel entspricht der Doctor of Philosophy (PhD) bzw. in Medizin der Doctor of Medicine (MD/DM). Je nach Studiengang und Regelung an der jeweiligen Hochschule wird für diesen höchsten akademischen Grad ein Bachelor oder Master's Degree benötigt. Die Doktorandenprogramme dauern in der Regel 3 bis 4 Jahre. Bei diesen Doktorantenprogrammen bekommt man einen Supervisor, der einem bei der Forschungsarbeit beratend zur Seite steht. Je nach Studiengang kann der PhD in Ausnahmen auch an der deutschen Heimatuniversität durchgeführt werden und manchmal sogar in der Heimatsprache abgefasst werden. Dies sind aber eher Einzelfälle. Eine Umwandlung in den deutschen Doktortitel ist nicht möglich.

Studiengebühren

Da sich die Universitäten in Irland und im Vereinigten Königreich meistens auch durch Studiengebühren finanzieren, müssen zum Teil nicht unerhebliche Studiengebühren bezahlt werden. Diese betragen je nach Universität und Fachrichtung zwischen £750 und £ 2.800 pro akademischem Jahr, bzw. zwischen IR£ 700 und IR£ 3.300.

Ausnahme: Schottland. EU-Bürger müssen hier in der Regel keine Studiengebühren zahlen.

Zusätzliche Gebühren können für bestimmte Zwecke erhoben werden. So erheben die College-Universitäten Cambridge, Durham, Kent (Canterbury), Lancaster, Oxford und York so genannte “college fees“, die im Undergraduate-Bereich zwischen £1.000 und £ 3.500 liegen. Im Postgraduate-Bereich sind sie in der Regel niedriger. Für die Benutzung von Forschungseinrichtungen können “bench fees“ erhoben werden, und auch sonstige Zulassungs- und Immatrikulationsgebühren werden bisweilen erhoben.

Auch die obligatorische Mitgliedschaft im Studentenverband ist gebührenpflichtig, bringt aber auch viele angenehme Seiten mit sich.

Der große Vorteil bei der Teilnahme an Austauschprogrammen der deutschen Universitäten ist dann natürlich die Befreiung von den Studiengebühren, so dass nur noch die Lebenshaltungskosten als Kosten anfallen, die trotzdem noch hoch genug sein werden.

Genauere Informationen zu den Studiengebühren erhält man an den jeweiligen Universitäten.

Austauschprogramme

Die beste Möglichkeit, um ein Jahr in Großbritannien oder Irland zu studieren, bieten die Austauschprogramme der deutschen Universitäten. Bei einer Teilnahme an einem solchen Austauschprogramm kann ein Stipendium herausspringen. Den Studierenden wird in der Regel die Studiengebühr erlassen, die je nach Studienfach und -gang zwischen £ 750 und £ 2.800 bzw. IR£ 1.330 und IR£ 3.300 liegen kann, bei einzelnen Postgraduierten-Kursen im Bereich Wirtschaft und Medizin aber auch erheblich höher.

Jede deutsche Universität nimmt am Erasmus/Sokrates-Programm der europäischen Union teil. Einzelne Hochschulinstitute haben dabei an verschiedenen Universitäten Partnerinstitute, mit denen der Austausch organisiert wird.

Darüber hinaus haben viele Universitäten Austauschprogramme z.B. mit Universitäten der jeweiligen europäischen Partnerregionen des Bundeslandes. Je nach Bundesland werden dafür von den deutschen Bundesländern auch noch Teilstipendien vergeben, so dass sich bei Teilnahme an einem solchen Austauschprogramm der finanzielle Vorteil nicht nur auf den Erlass der Studiengebühren beschränkt.

Auch kürzere projektbezogene Aufenthalte mit einer Dauer von bis zu 6 Monaten in den Partnerregionen können mit Landesstipendien gefördert werden.

Um in Erfahrung zu bringen, mit welchen Universitäten der beiden Inselstaaten ein Austauschprogramm existiert, sollte man sich bei den hierfür zuständigen akademischen Auslandsämtern oder bei den einzelnen Fachbereichen der deutschen Hochschulen informieren. Über die Teilnehmer eines solchen Austauschprogrammes entscheiden die deutschen Universitäten bzw. die jeweiligen Fakultäten. Diese Programme haben den Vorteil, dass sie schon eingespielt sind und somit die Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen unkompliziert ist. Auch ist das Bewerbungsverfahren einfacher, da man an den deutschen Unis einen direkten Ansprechpartner hat, der einem jederzeit weiterhelfen kann.

Diese Austauschprogramme basieren auf EU-Vereinbarungen, die den Austausch europäischer Studierender und Wissenschaftler regeln, insbesondere was die Anerkennung von Studienleistungen, akademischen Graden und Hochschulzugang sowie das Erlassen von Studiengebühren im Rahmen dieser Vereinbarungen betrifft.

Darüber hinaus gibt es noch Austauschprogramme des DAAD, die aber nur eine sehr begrenzte Anzahl von Studienplätzen umfassen.

Checkliste Großbritannien und Irland

  • Stipendium, Austauschprogramm und Auslands-BAföG beantragt
  • Anerkennung von Prüfungsleistungen abklärt
  • Bei der Gasthochschule eingeschreiben
  • Personalausweis auf Gültigkeit überprüft
  • Flug/Fähre gebucht
  • Krankenversicherung abklärt
  • Urlaubssemester beantragt
  • Prüfungsfristen überprüft und ggfs. Verlängerungsanträge gestellt
  • Führerschein beantragt
  • Internationalen Studentenausweis beantragt
  • Impfpass überprüft und eingepackt
  • Falls Medikamente benötigt werden: Bescheinigung des Arztes auf Englisch
  • Wehrpflicht? Für den Auslandsaufenthal abmeldet
  • Wohnung? Kündigung, Untervermietung, Abmeldung Strom/Wasser/Gas etc.
  • Abonnements gekündigt
  • Fahrzeuge abgemeldet, falls nicht benötigt
  • Ausgeliehene Medien zurück in die Büchereien gebracht
  • Kreditkarte beantragt
  • Geldtransfer ins Ausland abklärt
  • Nachsendeauftrag bei der Post gestellt
  • Kopien von allen Dokumenten und dem Flugticket angefertigt und getrennt von Originalen eingepackt
  • Erreichbarkeit im Ausland überprüft und E-Mail-Konto eingerichtet, das unabhängig von Heimatuniversität funktioniert
  • Mitbringsel besorgt
  • Genau überlegt, was wirklich benötigt wird und Koffer gepackt. Eventuell zusätzlich ein Paket gepackt, das man nachschicken lassen kann, sobald Adresse im Ausland vorhanden

Kontakt

Hochschuladressen

Hier finden Sie die wichtigsten Universitäten und Colleges des Vereinigten Königreiches und Irlands. Die Vorwahl nach Irland ist von Deutschland aus 00353, in alle übrigen Länder 0044; die Null der Ortsvorwahl muss bei Telefonaten von Deutschland aus weggelassen werden.




scitsc.wlv.ac.uk

Hier sind alle Hochschuladressen des Vereinigten Königreichs abrufbar.

The University of Ulster

Cromore Road, Coleraine, Co Londonderry BT52 1SA, Northern Ireland
www.ulster.ac.uk

Queen's University Belfast

University Road, Belfast BT7 1NN, Northern Ireland
www.qub.ac.uk

The Trinity College, Dublin

The Secretary, Trinity College, Dublin 2, Ireland
www.tcd.ie

National University of Ireland mit Colleges in: Dublin, Cork, Galway

Zentralsekretariat:
National University Of Ireland, 49, Merrion Square, Dublin 2, Ireland
www.nui.ie

Dublin City University,

Dublin 9, Ireland
www.dcu.ie

University of Limerick

Limerick, Ireland
www.ul.ie