21.05.2015
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Mr. Tupperware

Wie ein Name zur Marke wurde

Wer kennt sie nicht: die bunten Plastikschüsseln mit luft- und wasserdichten Deckeln? Die Rede ist - natürlich - von Tupperware. Begonnen hat alles mit Zahnputzbechern und Zigarettenschachteln aus Plastik. Ihr Erfinder: Earl Silas Tupper. Zum 100. Geburtstag von Mr. Tupperware erinnern wir an die Anfänge einer großen Marke.

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Tupperware

Tupperware wird auf den sogenannten Tupperpartys in Hülle und Fülle und in allen Formen und Farben angeboten.

Der am 28. Juli 1907 in New Hampshire geborene Earl Silas Tupper arbeitete zunächst in den Gewächshäusern seiner Eltern, schließlich war er als Postangestellter und Bahnarbeiter tätig. Doch seine Leidenschaft galt dem Experimentieren. In der ersten Hälfte der 1930er Jahre baute Tupper eine Landschaftsgärtnerei mit dem Schwerpunkt der Baumpflege und Baumsanierung auf. Zunächst lief das Unternehmen trotz Depression erfolgreich, doch in Gedanken war Tupper bei eigenen Erfindungen, wie seine Notizbücher aus dieser Zeit verraten. Im Jahr 1936 musste Tupper schließlich doch seine Firma für bankrott erklären. Für den kreativen Tupper allerdings nicht weiter dramatisch. Denn noch im gleichen Jahr knüpfte er Kontakte zur Chemiefirma DuPont, in der er kurz darauf anfing zu arbeiten. Nur ein Jahr später gründete er die Earl S. Tupper Plastics Company und war als Subunternehmer für DuPont tätig. Während des Zweiten Weltkriegs lief das Geschäft mit Tupper Plastics sehr gut. Nicht etwa, weil die Nachfrage nach diversen Plastikschüsseln boomte, sondern weil Teile für Gasmasken und Signallampen der Navy gefragt waren. Und auch nach dem Krieg erkannte Earl Silas Tupper die Zeichen der Zeit: Der wachsende Bedarf nach kleineren Luxusartikeln stieg und der Markt der Konsumenten wuchs.

Die Geburt der Tupperware

So stellte er zunächst Schachteln für Zigaretten und Zahnputzbecher her: aus Plastik! Doch Plastikprodukte steckten in den 1940er Jahren noch in den Kinderschuhen. Tupper experimentierte mit Polyethylen und schaffte es, die schlechten Eigenschaften von Plastikprodukten - wie brüchig und schlecht riechend - auszumerzen. Sein zweiter Erfolg war es, einen wasser- und luftdichten Deckel für Plastikschüsseln zu konstruieren. Der Grundstein für eine erfolgreiche Tupperwarenproduktion war gelegt. Im Jahr 1949 entwickelte er die sogenannte Wonderlier Bowl (Wunderschüssel), die heute noch zu den beliebtesten Produkten aus dem Tupperware-Sortiment gehört. Der Verkauf in den Geschäften lief jedoch zunächst schlecht. Nur bei Präsentationen zuhause funktionierte der Verkauf hervorragend. Besonders bei einer Dame: Bei Brownie Wise. Tupper traf sich mit ihr 1948 und sie perfektionierten den Heimverkauf. Die Tupperware-Party war geboren und vorbei war die Zeit, in der man Tupperware in Geschäften kaufen konnte. Von nun an gab es die Plastikbehälter nur noch exklusiv auf Tupperpartys - bis heute! Wise wurde 1951 Vizepräsidentin der Firma Tupperware Home Parties. Diesen Posten behielt sie, bis Tupper sein Unternehmen für $16 Millionen an die Justin Dart of Rexall Drug Company verkaufte und nach Costa Rica zog. Hier verstarb er am 5. Oktober 1983. Sein Erbe: Haushaltsgeräte aus Plastik in allen Formen und Farben - präsentiert auf Tupperpartys!

Ute Becker, wissen.de