21.05.2015
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Adolf Hitlers Agitationsbasis

Die NSDAP war die politische Plattform des Nationalsozialismus und die Agitationsbasis Hitlers. Das 25-Punkte-Programm der NSDAP von 1920 verlor im Laufe der 1920er-Jahre seine Verbindlichkeit zugunsten der Vorstellungen Hitlers, die er in "Mein Kampf" (1924/25) und in seinem "Zweiten Buch" (1928) formuliert hatte. Im Mittelpunkt standen ein radikaler, universaler, rassisch begründeter Antisemitismus und die Lebensraumdoktrin. Endziel der Geschichte war nach nationalsozialistischer Vorstellung die nach dem Führerprinzip gestaltete Herrschaft eines "Herrenvolkes". Instrument dieser Politik war das deutsche Volk.

Adolf Hitler als zentrale Figur

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Hitler gründet NSDAP

Von links: Rosenberg, Buch, Schwarz, Hitler, G. Strasser und Himmler.

Die NSDAP sah sich als politische Bewegung mit militärischem Charakter, die nicht nur programmatisch, sondern auch organisatorisch ganz auf die Person Hitlers ausgerichtet war. Aus der nicht immer genau bestimmbaren Relation von Führerideologie und Parteiorganisation ergaben sich Kompetenzkonflikte, bei denen der "Führer" als unbestrittene Instanz angerufen wurde. Dieses in der Ideologie der Partei angelegte "Führungschaos" trat nach dem Aufbau der nationalsozialistischen Diktatur (seit 1933) auf staatlicher Ebene als "Polykratie der Ressorts" in Erscheinung.

NSDAP: Struktur, Organe und Symbole

Nach dem Verbot (November 1923) und der Neugründung (Februar 1925) der NSDAP entwickelte sich in mehreren Stufen über den Regierungsantritt Hitlers (Januar 1933) hinaus folgende Gliederungsstruktur: An oberster Stelle stand der "Führer" mit der "Kanzlei des Führers". Neben dem "Stellvertreter des Führers" bestand unterhalb dieser Spitze die "Reichsleitung"; die einzelnen Reichsleiter stellten kein kollegiales Organ dar, sondern waren je einzeln allein Hitler verantwortlich. Auf der mittleren Ebene gliederte sich die NSDAP in Gaue (Gauleiter), auf der unteren in Kreise (Kreisleiter) und Ortsgruppen (Ortsgruppenleiter). Gliederungen ohne eigene Rechtspersönlichkeit innerhalb der Partei waren die SA, die SS, das NS-Kraftfahrer-Korps (NSKK), die Hitler-Jugend (HJ), die NS-Frauenschaft, der NS-Deutsche Dozentenbund (NSDDB) und der NS-Studentenbund (NSDStB). Der NSDAP "angeschlossene Verbände" waren u. a. der NS-Deutsche Ärztebund, der NS-Rechtswahrerbund, der NS-Lehrerbund, die NS-Volkswohlfahrt und der NS-Bund Deutscher Technik. Der Reichsarbeitsdienst (Arbeitsdienst) war ab 1935 staatliche Organisation, war aber durch Tracht und Symbolik sowie durch den Parteirang des "Reichsarbeitsführers" als Reichsleiter der NSDAP quasi als Gliederung charakterisiert. Eine ähnliche Sonderstellung hatte die Deutsche Arbeitsfront (DAF), der Reichsnährstand hatte den Status einer von der NSDAP "betreuten" Organisation.

Presseorgane der Partei waren: "Völkischer Beobachter" (1921–45), "Nationalsozialistische Monatshefte" (seit 1930), "Das Reich. Deutsche Wochenzeitung" (1940–45) sowie die gleichgeschalteten Gau-Zeitungen. Darüber hinaus gab es auch Presseorgane der SA und SS sowie anderer Gliederungen und angeschlossener Verbände.

Das Parteiabzeichen war das von einem Eichenkranz umzogene und einem stilisierten Adler in die Fänge gegebene Hakenkreuz. Flaggen und Fahnen der NSDAP waren Hakenkreuzflaggen, gegebenenfalls mit Beizeichen. Die Standarten ahmten die römischen Vexilla nach. Auszeichnungen der NSDAP waren u. a. das "Goldene Parteiabzeichen" für Parteigenossen mit einer Mitgliedernummer unter 100.000, der "Blutorden" und Erinnerungsplaketten für Parteiveranstaltungen.

NSDAP: von der Gründung zum Verbot

Abkürzung NSDAP, völkisch-nationalistisch-antisemitische Partei, gegründet am 5.1.1919 als Deutsche Arbeiterpartei (DAP; bis 1920), am 24.2.1920 in Nationalsozialistische Arbeiterpartei umbenannt, nach der Ernennung ihres "Führers", A. Hitler, zum deutschen Reichskanzler (30.1.1933) und dem Verbot aller anderen Parteien (bis zum 14.7.1933) die allein zugelassene Partei in Deutschland, wurde nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands (8.5.1945) mit allen ihren Neben- und Sonderorganisationen ("Gliederungen" und "angeschlossenen Verbänden") von den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges durch das Gesetz Nummer 2 des Alliierten Kontrollrates vom 10.10.1945 verboten.

Brockhaus/ wissen.de-Redaktion