21.05.2015
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Energieausweis: Rot heißt hoch

Seit 1. Juli 2008 ist er Pflicht: der Energieausweis. Vorerst gilt er für alle Häuser, die vor 1965 gebaut wurden. Ab Oktober ist er auch für Immobilien vorgeschrieben, die zwischen 1965 und 1977 errichtet worden sind. Vom 1. Januar 2009 an sind sämtliche Wohngebäude ausweispflichtig. Vorlegen müssen den Pass Immobilien-Eigentümer beim Verkauf und bei Neuvermietung. Er stellt eine Art "energetischen Fingerabdruck" dar und gibt Auskunft über den Energieverbrauch von Häusern bzw. Wohnungen.

Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis

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Energieeffizientes Wohnen

Mit Solarzellen auf dem Dach lässt sich umweltfreundlich und auf lange Sicht preiswert Energie für das Eigenheim gewinnen.

Den Energieausweis gibt es in zwei Varianten: Den „Bedarfsausweis“ und den „Verbrauchsausweis“. Gebäudeeigentümer können in den meisten Fällen zwischen den beiden Varianten frei wählen. Der „Verbrauchsausweis" ist kostengünstiger, liefert allerdings keine Erkenntnisse darüber, was den Energieverbrauch beim untersuchten Gebäude verursacht. Die Laufzeit der Energieausweise beträgt jeweils zehn Jahre.

  

Welche Informationen enthält der Energieausweis?

Für den Bedarfsausweis nimmt der Fachmann in einer technischen Analyse die Bausubstanz, die verbauten Materialien und die Heizungsanlage des Gebäudes unter die Lupe: Wie ist die Fassade gedämmt? Wie ist der energetische Zustand von Dach und Leitungsrohren? Wie hoch sind Fensterqualität und Luftdichtigkeit? Der ausstellende Fachmann nennt genau die energetischen Schwachstellen und gibt fundierte Tipps für eine Modernisierung. Aufgrund des Gebäudezustands berechnet er die Energie, die für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung bei durchschnittlicher Nutzung benötigt wird. 

Der Verbrauchsausweis entsteht auf Grundlage der Heizkostenabrechnungen und gibt den Energieverbrauch der Vormieter bei Heizung und Warmwasser in den letzten drei Jahren an. Die Bewertung eines Gebäudes im Verbrauchspass hängt daher stark vom individuellen Heizverhalten der Bewohner ab.

 

Was bedeuten die unterschiedlichen Farben beim Energieausweis?

Zentrales Element des Energieausweises ist ein Balken, der von einem grünen bis zu einem roten Sektor reicht. Energieeffiziente Passivhäuser markieren das grüne Ende der Skala und nicht modernisierte Immobilien das rote Ende.

Die im Energieausweis angegebenen Werte beziehen sich allerdings immer auf das ganze Gebäude. Für einzelne Wohnungen lassen sich daher keine genauen Rückschlüsse ziehen. 

 

Wem nutzt der Energieausweis?

Da der Ausweis sowohl klare Aussagen über die bauliche und anlagetechnische energetische Qualität des Gebäudes, als auch Hinweise und Vorschläge zur Verbesserung der Energieeffizienz gibt, ist er für Eigentümer, Käufer und Mieter gleichermaßen von Nutzen. 

Wird ein Gebäude bzw. eine Wohnung nicht neu vermietet oder verkauft, besteht allerdings vorläufig noch kein Anlass, sich einen Energiepass ausstellen zu lassen.

 

Was kostet der Energieausweis und wo bekomme ich ihn?

Der Energieausweis kostet bei Einfamilienhäusern zwischen 25 und 100 Euro (Verbrauchspass) und 80 und 1000 Euro (Bedarfspass), bei Mehrfamilienhäusern ist er etwas höher. Die Kosten hängen im Einzelfall unter anderem davon ab, ob eine Vor-Ort-Begehung stattfindet oder die Hausdaten nur Online eingegeben werden. Ausstellen dürfen den Energieausweis qualifizierte Handwerker, Energieberater und Architekten. Auf den Internetseiten der Deutschen Energie Agentur (dena) gibt es unter www.dena-energieausweis.de eine bundesweite Datenbank mit qualifizierten Ausstellern.

 

 

 

 

von Michael Fischer, wissen.de