21.05.2015
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Planwirtschaft

Planwirtschaft ist eine Wirtschaftsordnung, in der alle Wirtschaftsprozesse eines Landes von einer zentralen Instanz gemäß allgemeiner Zielvorgaben der staatlichen Führung gesteuert und überwacht werden. Planwirtschaft wird als Gegenteil von Marktwirtschaft begriffen, schließt allerdings marktwirtschaftliche Steuerungsmechanismen nicht aus.  Das wäre nur im Extremfall der vollständigen Wirtschaftslenkung der Fall und fiele dann unter den Begriff Zentralverwaltungswirtschaft.

Elemente der Planwirtschaft finden sich auch in Marktwirtschaften, v. a. im Bereich des staatlichen Handelns. So übt in Japan der Staat durch Koordination sowie Kredit- und Subventionsgewährung starken Einfluss aus.

 

Die theoretische Begründung von Planwirtschaft wird von drei Ansätzen her versucht.

1) Das Koordinationsargument legt Wert auf die Vorauskoordination einzelwirtschaftlicher Entscheidungen und Handlungen, weil das Risiko von Überinvestitionen oder Arbeitslosigkeit geringer sei als bei einer spontanen Anpassungsreaktion.

2) Planwirtschaft garantiere durch Konzentration auf gesamtwirtschaftliche Prioritäten, Ziele schneller und effizienter zu realisieren, gerade in volkswirtschaftlichen Notlagen.

3) Planwirtschaft sei erforderlich, um einer Gesellschaft den Weg zur selbst bestimmten Entwicklung zu ermöglichen.

 

Punkt 3) ist auch das Hauptargument der meisten kommunistischen Parteien! Der Haupteinwand der Gegner betrifft hingegen gerade die Unmöglichkeit, in einer zentralistischen Planwirtschaft ein „knappheitspreisbezogenes“ Rechnungssystem und damit die unbedingt notwendige Voraussetzung für effizienten Faktoreinsatz zu gewährleisten.

 

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aus der wissen.de Redaktion / Quelle: Der Brockhaus Wirtschaft