21.05.2015
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Ärzte-Apps

Ärzte-Apps: Wie gut sind sie wirklich?

Fitness-Apps erleben seit langer Zeit einen Boom. Mit dem Rauchen aufhören? Fünf Kilo abnehmen? Tägliches Workout absolvieren? Dafür gibt es unzählige Apps. Im Rahmen von Gesundheit und Fitness erfreut sich aber auch ein ganz anderer Bereich größter Beliebtheit: der Doktor im iPhone bzw. Smartphone. Diagnose-Apps, Hör- und Sehtests, Kardiograph, Burn-Out-Watcher und der Fit-Check der Techniker Krankenkasse sollen für einen schnellen Selbsttest sorgen und den Gang zum Arzt ersparen. Wirklich?

 

Blutdruck 

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Dr. Smartphone
Die App ermittelt den Pulsdruck. Dieser soll vor allem das Risiko für Arteriosklerose darstellen. Zudem lassen sich Diagramme erstellen und per E-Mail versenden. Beim Gang zum Arzt kann dieser dann detailliert auf die ermittelten Daten eingehen.

Nutzen: Laut Meinungen der Nutzer ist die App eine Bereicherung. Sie spart zwar nicht den Weg zum Arzt, reduziert aber die Häufigkeit, da Tests zu Hause durchgeführt und mit dem Arzt besprochen werden können.

Blutdruck im iTunes-Store

 

Sehtest 

Mithilfe dieser App kann der Nutzer herausfinden, ob er unter einer Sehschwäche leidet. Getestet werden Sehschärfe, Farbblindheit, Astigmatismus, Duochrome und Makulardegeneration.

Nutzen: Der Sehtest schneidet alles in allem gut ab, da er vielfältig und leicht bedienbar ist und über zehn Sprachen verfügt. (0,79 Euro)

Sehtest im iTunes-Store

 

Hörtest

Der in der Applikation verwendete Hörtest wurde in einem europäischen Forschungsprojekt entwickelt. Der Hörer muss Sprache in einer komplexen Geräuschkulisse verstehen, das einer realen Situation im Alltag entspricht und somit für die Erkennung von ersten Anzeichen einer Schwerhörigkeit geeignet ist.

Nutzen: Der Test gibt eine Richtung vor. Er wurde von einem unabhängigen Institut erstellt. Daher werden Nutzer nicht sinnlos zum Hörgeräteakustiker geschickt. Mit 1,59 Euro gehört die App aber auch nicht zu den günstigsten.

Hörtest im iTunes-Store

 

Burn-out-Test

Wer vermutet, dass er unter Burn-out leidet, soll mit diesem Test zumindest die schädlichen Begünstigungen erkennen und dann gegebenenfalls beheben. Burn-out ist oft mit einer Spirale an Symptomen verbunden, die für sich genommen kein großes Problem darstellen, gemeinsam jedoch die Betroffenen in einen Teufelskreis hinein katapultieren können.

Nutzen: Im Internet wird diese App kritisch bewertet. Angeblich stünde sogar dann eine Burn-out-Erkrankung bevor, wenn man alle Fragen mit „Nie" beantworten würde. Einige halten es zwar für eine gute Idee, aber an der Umsetzung würde es bei dieser kostenlosen App mangeln.

Burn-Out-Test im iTunes-Store

 

Fit-Check der Techniker Krankenkasse 

Diese Sammlung von Selbsttests ermöglicht es dem Nutzer, eine persönliche Bestandsaufnahme in Sachen Gesundheit zu machen. Darüber hinaus gibt es Tipps und Anregungen für einen gesunden Lebensstil. Rücken, Stress, Herz-Kreislauf-System und Sport sind Themen der Tests, die diese kostenlose App zu einem guten Begleiter machen.

Nutzen: Die Tests sind mit wertvollen Informationen hinterlegt und Nutzer loben die Broschürenempfehlungen. Den Gang zum Arzt kann man sich aber auch hiermit nicht ersparen.

Fit-Check im iTunes-Store


Kardiograph

Mit 1,59 Euro gehört auch diese App eher zu den teureren Modellen. Sie misst die Herzfrequenz des Anwenders mithilfe der integrierten Kamera und verspricht beste Ergebnisse. Definitiv lässt sich sagen, dass die App einfach gestaltet und intuitiv zu bedienen ist. Ebenfalls positiv: Mehrere Nutzer können Profile erstellen, sodass die App pro Haushalt nur einmal heruntergeladen werden muss.

Nutzen: Wer Probleme mit dem Herzen hat und nicht jedes Mal zum Arzt rennen möchte, kann sich als Ergänzung diese App kaufen. Nach Angaben vieler Nutzer ist sie präzise und vielfältig einsetzbar.

Kardiograph im iTunes-Store

 

Schaden oder Nutzen?

Wer diese Art der Apps naiv benutzt, wird wahrscheinlich schnell sein blaues Wunder erleben. „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, heißt es nicht ohne Grund. So sind auch die Diagnose-Apps zu handhaben. Testen ist erlaubt, Panikmache nicht. Letztlich kann nur ein Arzt mit den entsprechenden Instrumenten endgültig entscheiden, ob und welche Krankheit vorliegt. Somit können die Apps in manchen Fällen ein nettes Gimmick oder eine Unterstützung sein. Allzu ernst sollte man sie jedenfalls nicht nehmen. 

 

Welche empfehlenswerten Apps gibt es noch?

Erste-Hilfe DRK 

Die Führerscheinprüfung liegt schon eine Weile zurück und der Erste-Hilfe-Kurs schwindet so langsam aus der Erinnerung? Mit der Erste-Hilfe-App vom Deutschen Roten Kreuz gibt es keinen Grund mehr, an einer Unfallstelle nicht einzugreifen. Für 0,79 Euro ist der Seminarleiter dann immer dabei und führt den Helfer durch die zu leistenden Aufgaben.

Erste-Hilfe

 

TK ICD-10

Seltsame Codes auf der Krankschreibung hat wohl jeder schon einmal gesehen. Was sie bedeuten, weiß kaum einer. Mit der App der Techniker Krankenkasse können diese Codes jetzt entschlüsselt werden. Doch auch mit den lateinischen Namen können die wenigsten etwas anfangen. Die Übersetzung liefert die App daher gleich mit.

TK ICD-10

 

Pollenflug 

Der Frühling ist da und damit einher gehen auch die Pollen, die Allergiker in den Wahnsinn treiben. Mit der App Pollenflug weiß man zumindest, wo und wann welche Pollen unterwegs sind und kann sich dementsprechend vorbereiten.

Pollenflug

Kim Schöffler