21.05.2015
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QR Codes

QR Codes: von analoger Welt zur digitalen

Sie sehen aus wie der Lageplan eines Labyrinths und sie verstecken verschlüsselte Botschaften: QR-Codes. Für menschliche Augen nicht entzifferbar, können viele Handys ohne Probleme das Geheimnis hinter den Strichen und Punkten lüften.

Was sind QR-Codes?

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QR Codes
Auf Plakaten und Anzeigen sind immer häufiger Quadrate mit schwarzen und weißen Flächen und Punkten zu sehen. Das sind QR-Codes. QR steht für „quick response“, das bedeutet „schnelle Antwort“. Hinter den Grafiken verbirgt sich eine codierte Nachricht. Das können beispielsweise kurze Textbotschaften oder Links zu Webseiten sein. Erfunden hat den quadratischen Code ein japanisches Unternehmen im Jahr 1994.

 

Wie komme ich an die verschlüsselte Nachricht im QR-Code?

Um an die versteckte Botschaft zu gelangen, braucht man ein internetfähiges Handy mit Kamera und eine spezielle Software (Reader), die die Nachricht entschlüsselt. Die Programme sind meist kostenlos im App-Store von Apple oder bei Google-Play zu haben. Dann ist es relativ einfach: Man startet den QR-Code Reader und fotografiert über die Handy-Kamera die Pixelgrafik. Die Software entschlüsselt die Botschaft. Wenn sich beispielsweise eine Internetadresse in dem Code versteckt, ruft der Browser im Handy direkt diese Webseite auf. Verbirgt sich eine Text-Nachricht dahinter, erscheint diese auf dem Display.

 

Wo werden QR-Codes eingesetzt?

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QR Codes
Mittlerweile findet man die schwarz-weiß Grafiken fast überall: In Zeitungen und Magazinen führen sie meist zu ergänzenden Informationen wie Videos, Fotos oder Hintergrundmeldungen. An Bushaltestellen verraten sie einem den aktuellen Fahrplan. Auf Werbeplakaten zeigen sie Interessierten den kürzesten Weg zur nächsten Filiale, wo sie die angepriesene Ware kaufen können. Auf Informationstafeln neben Denkmälern verlinken sie zu ausführlichen Berichten über Bauwerk, Erschaffer und historischen Hintergrund. Die QR-Codes verknüpfen die analoge Welt auf direktem Weg mit Informationen im Internet und erweitern so unsere Wahrnehmung. 

 

In welchen Ländern gibt es besonders viele QR-Codes?

Besonders weit verbreitet ist die Technik im asiatischen Raum. Dort ersetzen Plakate mit QR-Codes mittlerweile sogar ganze Kaufhäuser. So hat die britische Supermarktkette Tesco in Südkorea Filialen in U-Bahnhöfen eröffnet. Der Clou: In dem Bahnhof liegt kein einziger Artikel aus. Das Unternehmen hat die Wände der Stationen stattdessen einfach mit Fototapeten beklebt, die einen ganz gewöhnlichen Supermarkt mit Regalen und Lebensmitteln imitierten. Neben Käse, Salat oder Cornflakes sind jeweils QR-Codes abgedruckt, die zur passenden Seite im Tesco-Onlineshop führen. Die Südkoreaner können so ihre Einkäufe erledigen, während sie auf die U-Bahn warten. Die gewählten Lebensmittel werden dann nach Hause geliefert. Auch in Deutschland haben einzelne Geschäfte die Idee aufgegriffen und „Plakat-Filialen“ eröffnet.

 

Wie erstellt man einen QR-Code?

Über einen QR-Code Generator kann jeder seinen eigenen Pixelcode erstellen. Liebesschwüre, kluge Zitate, Kontaktdaten oder die eigene Webadresse können eingegeben werden, die Software verschlüsselt die Botschaft dann in Form eines QR-Codes. Die Pixelgrafiken lassen sich auf verschiedenste Gegenstände drucken, etwa T-Shirts, Visitenkarten oder Buttons.

Julia Räsch