21.05.2015
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wissen.de Artikel

Scharfes Fern-Sehen

HDTV und Projektoren machen Fernsehen zum Erlebnis

Fernsehen war gestern. Mit der neuen HDTV-Technologie und großen Flatscreens genießen Sie Sportereignisse und Filme in herausragender Qualität. Und wer noch mehr Kino zu Hause will, kombiniert HDTV und Beamer beziehungsweise Projektor-Technik.

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Wer einmal Fernsehen in HDTV-Qualität erlebt hat, wird dabei bleiben.
High Definition Television – zu deutsch: hochauflösendes Fernsehen – gilt als Sammelbegriff für alle Verfahren, die eine höhere Bildauflösung und damit eine bessere Bildqualität gewährleisten. Es handelt sich dabei nicht eigentlich um eine neue Technik, sondern um eine Verbesserung des bewährten Vorgängers Standard Definition Television. Anders als im Kino, wo ein aus Zelluloid bestehender Filmstreifen an einer Lichtquelle vorbeigezogen wird, baut sich das Bild am heimischen Fernseher nämlich aus 576 Zeilen auf. Bei einer Frequenz von 50 Hertz werden pro Sekunde 25 Bilder übertragen, die unser Auge dann zu Bewegungsabläufen zusammensetzt. Das hat über Jahrzehnte gut funktioniert, doch alle Details – die Zeilenzahl, die Übertragungsgeschwindigkeit, selbst das Format des Bildes – waren von technischen Gegebenheiten abhängig, und die haben sich rapide weiterentwickelt. Tatsächlich hat auch das Fernsehen in Deutschland nicht immer mit einer Auflösung von 576 Zeilen gearbeitet. Erst die Einführung der PAL-Norm und die bundesweite Ausstrahlung des Farbfernsehens ab 1967 garantierten diesen Qualitätsstandard. Im Moment hingegen sind bis zu 1080 Zeilen möglich. Je mehr Zeilen ein Bild hat, desto detailreicher und schärfer wirkt es. Und genau an diesem Punkt setzen die Vorzüge von HDTV ein, denn andere Bildformate – z. B. das jetzt vielgenutzte 16:9 – und eine höhere Bildübertragungsrate von 100 Hertz – sind schon früher möglich gewesen.

Die Unterschiede

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HDTV revolutioniert das Fernsehen.

HDTV, DVB-T, Full HD – was haben diese Begriffe miteinander zu tun? DVB-T bedeutet Digital Video Broadcasting Terrestial, was sich etwa mit Digitale terrestrische Videoausstrahlung übersetzen lässt. Terrestrisch bedeutet, dass die Signale über Antenne empfangen werden. Hier wird das Programm zwar digital ausgestrahlt, es folgt aber weiterhin der PAL-Norm. Dies hat mit HDTV zunächst einmal nichts zu tun. Viel interessanter sind hingegen die Bezeichnungen "HD ready" und "Full HD" bei neuen Fernsehapparaten. Bei "HD ready" handelt es sich um eine Bezeichnung für Geräte, die HDTV grundsätzlich wiedergeben können. Dazu müssen jedoch einige Bedingungen erfüllt sein: Das Gerät muss das Format 16:9 haben, über bestimmte Anschlüsse verfügen und eine Auflösung von wenigstens 720 Zeilen haben. Geräte mit dem Etikett "Full HD" oder "HD ready 1080p" schaffen auch eine Auflösung von 1080 Zeilen, die momentan die Obergrenze darstellt. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die Anzahl entsprechender Programme noch sehr gering ist – und dass auch der DVD-Player über eine solche Bezeichnung verfügen muss, um eine entsprechende Qualität optimal wiederzugeben. Immerhin: Auch neue Geräte können mit herkömmlich ausgestrahltne Sendungen etwas anfangen. Man spricht in solchen Fällen von "Abwärtskompabilität".

 

Die HD-Sender und das Kinoformat

Ein neues Format wie HDTV braucht natürlich seine Zeit, bis es umfassend umgesetzt worden ist. In Deutschland gab es schon einige Versuche mit reinen HD-Fernsehkanälen, und derzeit wird an einer ganzen Reihe von Programmen gebastelt. RTL und Vox sind am 1. November 2009 mit dem verschlüsselten HDTV-Programmangebot "HD Plus" gestartet. Seit Januar 2010 senden Sat.1, ProSieben und Kabel 1 in HDTV-Qualität, seit Februar ARD und ZDF. Viele Sendungen werden über Satellit ausgestrahlt, was ein separates Empfangsgerät und das Begleichen einer Jahresgebühr voraussetzt.

Wer noch mehr Kinoformat ins eigene Wohnzimmer bringen möchte, sollte seine Settop-Box über HDMI mit einem Beamer beziehungsweise Projektor verbinden. Mehr Kino zu Hause geht nicht - und wer gemeinsam mit der Familie oder Freunden Fernsehen oder DVDs schaut, dürfte vom Bildformat schnell überzeugt sein.

von Michael Fischer, wissen.de