29.05.2015
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Welcher Fernseher soll es sein – LCD, Plasma oder Röhre?

Ihr Fernseher ist kaputt? Sie wollen Fußball nicht mehr nur auf Ihrem 37cm Bildschirm aus den Jugendtagen sehen? Sie wollen sich etwas Heimkino gönnen und die Wirtschaft ankurbeln? Dann ist klar: Ein neuer Fernseher muss her! Aber welcher? Neben den bisher üblichen Röhren-Fernsehern werden auch LCD- und Plasmafernseher immer beliebter und vor allem bezahlbar. Zu welcher Technik soll man greifen? Was sind die Vor- und Nachteile? Und was hat es mit HDTV auf sich?

Die Röhre

Bis vor einigen Jahren gab es nur Fernseher, die die Technik der Kathodenstrahlröhre oder Braunschen Röhre, genutzt haben. Die Röhre bietet von allen Techniken bislang die beste Bildqualität. Dazu ist sie inzwischen ausgesprochen günstig geworden. Wer also für einen Fernseher nur wenig Geld ausgeben kann oder will, sollte sich vorrangig bei den Röhrengeräten umsehen.

Verzichten muss man bei Röhrengeräten auf extrem große Bildschirme. Maximal 92 cm Bildschirmdiagonale sind möglich, die dann auch mit einer beachtlichen Gerätetiefe erkauft werden, so dass es im Wohnzimmer durchaus zu Platzproblemen kommen kann. Die Bildröhre bringt auch einiges Gewicht auf die Waage. "Tragbar" ist auch bei kleineren Geräten ein eher relativer Begriff. Wer einen kleinen Fernseher sucht, den er schnell mitnehmen kann, sollte sich bei kleinen LCD-Fernsehern umsehen.

Zukunftssicher sind Röhrengeräte nicht mehr. Mit dem Wechsel auf das digitale hochauflösende Fernsehen HDTV können analoge Fernseher nicht mehr genutzt werden. Allerdings dürfte der vollständige Wechsel auf HDTV noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

LCD und Plasma – die Gemeinsamkeiten

Bei LCD- und Plasmabildschirmen kann die dicke Kiste aus dem Wohnzimmer verschwinden. Beide Techniken erlauben sehr flache Bauformen, so dass man die Geräte sogar an die Wand hängen kann. Alternativ werden Standfüße angeboten, um die Fernseher aufzustellen. Der Bildschirm selbst ist bei beiden Techniken absolut flach.

Die maximal mögliche Bildschirmgröße ist sowohl bei LCD als auch bei Plasma deutlich größer als bei den Röhrengeräten. LCD-Bildschirme können bis zu 114 cm Bildschirmdiagonale haben, Plasmabildschirme werden sogar noch größer angeboten. Da kann man schon guten Gewissens von Heimkinoformat sprechen.

LCD und Plasma – das trennt sie

Wer extreme Bildschirmgrößen sucht, kommt um Plasmabildschirme nicht herum. Jenseits der 114 cm Diagonale ist der Plasmabildschirm allein im Revier. Wer dagegen einen kleinen, portablen Fernseher sucht, den er auch schnell in den Garten oder Wohnwagen stellen kann, wird nur im LCD Bereich fündg. Kleine Plasmabildschirme werden nicht angeboten.

Die Bildqualität ist bei Plasmageräten besser als bei LCD. Sowohl schwarz als auch Farben werden besser dargestellt, der Kontrast ist höher. Auch die gefürchteten Nachzieheffekte bei schnellen Bewegungen sind bei Plasmabildschirmen geringer.

Diese Vorteile werden aber auch durch einige Nachteile erkauft. Zunächst der Stromverbrauch: Er ist bei Plasmageräten deutlich höher als bei LCD-Bildschirmen. Da kann die nächste Stromrechnung schön böse schmerzen. Plasmageräte benötigen in der Regel auch einen Lüfter, eine stetige Geräuschquelle im Wohnzimmer, LCD arbeitet lautlos. Zudem besteht, zumindest theoretisch, die Gefahr des Einbrennens des Bildes.

HDTV und HD ready?

"HD Ready" – wenn man sich für einen LCD- oder Plasmafernseher entscheidet, sollte man darauf achten, ob er auch HDTV-Bilder darstellen kann.

HDTV ist die Abkürzung für höchauflösendes Digitalfernsehen (High Definition TV). Es soll den bisher üblichen PAL Standard ablösen. Der größte Vorteil von HDTV ist das wesentlich schärfere Bild. Während das PAL-Bild, also der aktuelle Fernsehstandard, aus 768*576 Bildpunkten aufgebaut wird, sind es bei HDTV 1280*720 ("720p") oder sogar 1920*1080 ("1080i") Bildpunkte. Dabei wird zwischen "progressive" und "interlaced" unterschieden. Während "720p" komplette Bilder darstellt, wird bei "1080i" das Bild im Interlaced-Verfahren aufgebaut, also durch Halbbilder, wie es auch bei PAL der Fall ist.

HDTV Fernsehen wird im 16:9-Breitbildformat ausgestrahlt, während das PAL-System im 4:3 Format ausgestrahlt wird. Dazu kommt die Möglichkeit, Sendungen im digitalen Mehrkanalton, z.B. 5.1-Kanal-Ton auszustrahlen. Echter Raumton ist also möglich.

Bislang senden nur wenige Sender in HDTV. Auch benötigen Sie einen zusätzlichen Receiver, um HDTV empfangen zu können. In naher Zukunft kann aber damit gerechnet werden, dass immer mehr Sender ihre Programme in HDTV ausstrahlen werden.

Das "HD ready"-Logo ist ein Logo, das von der Industrie verbreitet wird und das bescheinigt, dass der Fernseher Mindestanforderungen an die HDTV-Darstellung erfüllt. Dazu zählen:

  • Das Display muss 16:9 Format darstellen
  • Das Display muss mindestens 720 Bildzeilen haben
  • Ein analoger YUV-Videoeingang muss vorhanden sein
  • Als Digitaleingang muss entweder eine DVI-Schnittstelle (Bild) oder HDMI-Schnittstelle (Bild und Ton) vorhanden sein
  • Die Digitaleingänge müssen diese Formate unterstützen: 720p: = 1280*720 Pixel progressive (Vollbild) sowie 1080i: = 1920*1080 Pixel interlaced (Halbbilder)
  • Die Digitaleingänge müssen den Kopierschutz HDCP unterstützen.

"HD ready" ist aber kein Qualitätssiegel und es wird vom Hersteller selbst vergeben. Um die Qualität eines Fernsehers zu beurteilen, sollten Sie Testberichte zu Rate ziehen und sich die Fernseher im Fachhandel eingehend ansehen und selbst testen. Beachten Sie auch, dass es Fernseher geben kann, die das "HD ready" Logo noch nicht haben, die Anforderungen aber dennoch erfüllen.

von Ulrich Strelzing, wissen.de