21.05.2015
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wissen.de Artikel

Fahren in Extremsituationen

Wie man auf unwegsamem Gelände nicht die Bodenhaftung verliert

Bei Fahrten im Regen oder im Gelände mit Steigungen und Gefälle kann man schnell die Bodenhaftung verlieren. Doch wie bereitet man sich auf das Fahren in Extremsituationen vor? Und: Wie verhält man sich im Fall der Fälle? Lesen Sie dazu unsere Praxis-Tipps!

Wasser marsch: Aquaplaning

 

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Gute Reifen leiten Wasser ab wie Turbinen
Aquaplaning nennt man das so genannte Aufschwimmen der Reifen und die dadurch bedingte Manövrierunfähigkeit des Fahrzeugs. Die Ursache: Die Kontaktfläche des Reifens wird durch auf der Straße stehendes Wasser geringer – bis das Fahrzeug schließlich "aufschwimmt". Spezielle Profilanordnungen im Reifen sorgen allerdings dafür, dass das Wasser seitlich abgeleitet wird. Aber auch dieser Effekt verringert sich proportional zur wachsenden Geschwindigkeit.


Wenn der Wagen trotz qualitativ hochwertiger Reifen und ausreichendem Profil mit mindestens drei Millimetern einmal ins Schwimmen gerät, empfehlen Fachleute folgendes:

  • Lenkrad festhalten, nur leichte Lenkbewegungen machen und nicht bremsen
  • Geschwindigkeit ausschließlich durch Gaswegnehmen verringern
  • Unbedingt hektische Lenkbewegungen und scharfes Bremsen vermeiden
  • Kupplung treten
  • Bei Automatik-Getriebe auf Position N stellen

Den besten und wirksamsten Schutz bietet ohnehin nur eines: Eine den Witterungsverhältnissen angepasste Fahrweise!

 

Rauf und runter: Fahren im Gelände

Wer abseits asphaltierter Straßen unterwegs ist, sollte zunächst sicher stellen, dass er dort auch fahren darf, d. h. dass das Fahren in diesem Gelände erlaubt ist. Mit den technischen Möglichkeiten eines SUVs oder Geländewagens sollte man darüber hinaus gut vertraut sein: Kann ein Allradantrieb zugeschaltet werden? Gibt es eine Differenzialsperre? Sind Abschlepphaken dabei?


Im Gelände sollten folgende Verhaltens-Tipps berücksichtigt werden: 

  • Anschnallen und Fenster bzw. Schiebedach schließen
  • Gepäck unbedingt festzurren
  • den Luftdruck passend zur Bodenbeschaffenheit einstellen
  • Klimaanlage auf Innenluft einstellen, um so den Staubanteil in der Luft zu reduzieren
  • Daumen nicht in den Lenkkranz – das vermeidet Verletzungen
  • langsam fahren und Geschwindigkeit und Fahrstil immer dem Gelände anpassen – das gilt insbesondere beim Überfahren von Kuppen und unübersichtlichen Steigungen
  • Allradantrieb oder Untersetzung immer vor dem Hindernis bzw. vor gefährlichen Geländeabschnitten zuschalten
  • Furchen und Gräben, Baumstämme und Felsen wenn möglich diagonal überfahren
  • vor besonders schwierigen oder unübersichtlichen Passagen zunächst aussteigen und die Strecke zu Fuß erkunden
  • bei Fahrten durch Schlamm oder Sand den Wagen immer in Bewegung halten
  • bei starken Steigungen den starken ersten oder zweiten Gang benutzen
  • Abfahrten im niedrigsten Gang fahren (Bergabfahrassistenten einschalten)
  • immer daran denken: Bergauf fahrende Fahrzeuge haben Vorfahrt!
von Michael Fischer, wissen.de