21.05.2015
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wissen.de Artikel

Die Hexen von Pendle

Eine wahre Geschichte über Mord, Hexerei und Rache

Pendle Hill erhebt sich über das alte Jagdgebiet, in dem sich einst Wölfe und Wildschweine das Territorium streitig machten und das bis heute Heimat für unzählige kleine Ortschaften und Farmen ist. Diese Gegend hat sich ihren ursprünglichen Charme bewahrt, sie steckt voller Geheimnisse. Eines davon sind die Hexen von Pendle, die 1612 der Hexerei angeklagt und hingerichtet wurden.

Heute führen zahlreiche Fuß- und Wanderwege durch die Gegend und ermöglichen es Interessierten, der Geschichte auf die Spur zu kommen. Entdecken Sie die Landschaft um Pendle Hill, erforschen Sie die hübschen Ortschaften und erfahren Sie alles über die Hexen von Pendle und das schicksalhafte Jahr 1612. Sollten Sie sich trauen, können Sie Pendle Hill natürlich auch zu Halloween erklimmen, so wie es nach wie vor zahlreiche Wanderer tun. Aber damit Sie wissen, was Sie erwartet, haben wir für Sie schon einmal eine kleine Chronologie der Ereignisse von 1612 zusammengetragen. Also, nehmen Sie sich in Acht, eine Kleinigkeit kann großes Unheil anrichten:

Mittwoch, 18. März 1612

Alizon Device braucht ein paar Nadeln, die ihr der fahrende Händler John Law überlassen soll. Der verneint, will ihr keine Nadeln schenken. Kurz darauf erleidet der Händler aus blauem Himmel einen Herzinfarkt und bricht zusammen. Alizon beichtet John Law ihren Fluch, da sie überzeugt ist, den Anfall durch Hexerei ausgelöst zu haben. John Law vergibt ihr.

 

Montag, 30. März

Knapp zwei Wochen später meldet John Laws Sohn den zuständigen Behörden Alizons Geständnis. Die wiederholt aus freien Stücken ihr Geständnis, das sie noch ausdehnt. Außerdem berichtet sie den Behörden von Hexereien, die ihre Großmutter Elizabeth Southerns und eine Frau namens Chattox ausgeführt haben sollen. Umgehend werden Alizon, ihre Mutter Elizabeth und ihr Bruder James verhört, Alizon daraufhin in Gewahrsam genommen.

 

Donnerstag, 2. April

Weitere drei Personen (Elizabeth Southerns, Chattox und ihre Tochter Anne Redfearn) werden in derselben Angelegenheit vom Friedensrichter Roger Nowell verhört und ebenso in Gewahrsam genommen.

 

Samstag, 4. April

Alizon, Elizabeth Southerns, Chattox und ihre Tochter Anne Redfearn werden zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

 

Freitag, 10. April (Karfreitag)

Freunde der betroffenen Frauen treffen sich am Malkin Tower, dem Wohnort der Familie Device. Das Gericht geht davon aus, dass es sich um einen Hexensabbat handelt.

 

Montag, 27. April

Die Richter Roger Nowell und Nicholas Bannister verhören Elizabeth Device, James Device und Jennet Device über das Treffen bei Malkin Tower.

 

Dienstag, 19. Mai

Chattox und James Device werden im Gefängnis von Lancaster verhört.

 

Montag, 27. Juli

Jennet Preston, die am Treffen am Malkin Tower teilgenommen hat, wird des Mordes an Thomas Lister angeklagt.

 

Mittwoch, 29. Juli

Die neunjährige Schwester von Alizon, Jennet Preston, wird in York gehängt.

 

Dienstag, 18. August

Das Verfahren gegen die Hexen von Pendle wird in Lancaster eröffnet. Elizabeth Device, James Device und Chattox werden der Hexerei angeklagt. Anne Redfearn wird in erster Instanz freigesprochen.

 

Mittwoch, 18. August

Anne Redfearn wird in zweiter Instanz doch der Hexerei beschuldigt und angeklagt. Neben ihr werden auch Alizon Device, Alice Nutter (die nach Aussage der neunjährigen Jennett auch am Treffen bei Maklin Tower teilgenommen haben soll), Katherine Hewitt, John Bulcock, Magaret Pearson und Isobel Robey der Hexerei beschuldigt und angeklagt.

 

Donnerstag, 20. August

10 Angeklagte (Jane Bulcock, John Bulcock, Alizon Device, Elizabeth Device, James Device, Katherine Hewitt, Alice Nutter, Anne Redfearn, Isobel Robey und Anne Whittle) werden im Gefängnis von Lancaster gehängt.

 

Donnerstag, 16. November

Thomas Potts stellt seinen Bericht über den Hexenprozess von Lancaster fertig, der später unter dem Titel „Die wundersame Entdeckung der Hexen in Lancaster“ veröffentlicht wird.

 

 

Was die „Hexen“ tatsächlich den Kopf gekostet hat, ist vermutlich die damals weit verbreitete Angst vor der Hexerei, die vor allem durch James I. geschürt wurde.

von Dietmar Hefendehl, wissen.de