21.05.2015
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wissen.de Artikel

Überreaktion des Immunsystems

Entstehung und Symptome

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Allergien können in den schlimmsten Fällen lebensbedrohlich werden.

„Allergie“ bedeutet eine Überreaktion des Immunsystems als Abwehrreaktion gegenüber körperfremden Substanzen aus der Umwelt. Dies wiederum führt zu den unterschiedlichsten Beschwerden wie brennende Augen, laufende Nase, Atembeschwerden und Hautausschlag. Menschen reagieren auf die unterschiedlichsten Substanzen allergisch. Allen voran gelten nach wie vor Pollen als Allergieauslöser Nummer eins. Doch auch Substanzen von Tieren, Hausstaubmilben, Medikamente und eben Nahrungsmittel können eine solche Überreaktion des Abwehrsystems hervorrufen.
Keinesfalls bedeutet eine allergische Reaktion die Schwächung des Immunsystems. Aus diesem Grund sind Methoden zu dessen Stärkung weniger erfolgreich in der Bekämpfung von Allergien. Es handelt sich tatsächlich nur um eine übertriebene Abwehrreaktion des Körpers, die durch die Bildung von Antikörpern gegen ganz alltägliche und natürliche Substanzen ausgelöst wird.


Wie entsteht eine Allergie?

Die Fähigkeit, übermäßig viele Antikörper zu produzieren, beruht zum Einen auf der so genannten Disposition, der vererbten Neigung, vermehrt Antikörper gegen bestimmte, natürliche Stoffe zu bilden. Das allein genügt aber noch nicht, um allergisch zu reagieren. Unabdingbarer Faktor hierzu ist die „Exposition“: Die betreffende Person muss erst einmal mit dem allergieauslösenden Stoff, dem Allergen, in Berührung gekommen sein. Normalerweise braucht der menschliche Körper etwa elf Tage, um Antikörper gegen eine bestimmte Substanz zu bilden. Bis der Betroffene dann allerdings erste allergische Reaktionen aufweist, können oft Jahre vergehen.
Genauso verhält es sich auch bei Nahrungsmittelallergien. Die Annahme, man sei „plötzlich“ gegen eine völlig „neue“ Substanz allergisch, ist daher falsch. In der Regel hat der Körper des Betroffenen schon lange Zeit vor dieser aktuellen Reaktion Antikörper gegen die entsprechende Substanz gebildet.


Ein Allergietest bringt es ans Licht

Erfüllt jemand die beiden oben genannten Voraussetzungen und war er lange genug der allergieauslösenden Substanz ausgesetzt, wird sein Körper automatisch mit der Antikörperproduktion beginnen - der unaufhaltsame Weg der Allergie nimmt seinen Lauf.
Auch wenn der Betroffene noch keine Symptome aufweist, können spezifische Hauttests (z. B. der Prick-Test) zuverlässigen Aufschluss darüber geben, ob eine Allergie gegen bestimmte Stoffe vorliegt. Viele Menschen sind bei den oftmals überraschenden Ergebnissen dieser Tests irritiert und mutmaßen mehr oder weniger scherzhaft, ob da im Labor oder bei der Auflistung der Ergebnisse nicht irgend etwas verwechselt wurde. Dass man gegen einen Stoff allergisch sein soll, den man bis dato noch sehr gut vertrug, erscheint dem Laien oftmals unvorstellbar.


Der anaphylaktische Schock

Der anaphylaktische Schock ist die schwerste allergische Reaktion überhaupt und kann bei mangelnder Hilfeleistung innerhalb kürzester Zeit zum Tod führen. Diese lebensgefährliche Situation entsteht innerhalb von Minuten und beginnt meist mit einem Jucken in Handflächen und Fußsohlen. Der Betroffene empfindet ein unangenehmes, allgemeines Hitzegefühl und klagt über Atemnot. Es kommt möglicherweise zu Quaddeln am ganzen Körper und zu Schwellungen verschiedener Körperpartien. Manche leiden gar unter Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Letztlich kommt es in vielen Fällen zur Bewusstlosigkeit. Erfolgt hier keine sofortige ärztliche Versorgung, kann der Betroffene an einem Herz-Kreislauf-Versagen sterben. Ein anaphylaktischer Schock kann durch die Allergie auf bestimmte Medikamente, aber auch durch besonders starke Nahrungsmittelallergene ausgelöst werden. Besonders bekannt hierfür sind Fisch und Schalentiere, Hühnereiweiß, Kuhmilcheiweiß, Nüsse, Pflanzensamen und Sellerie.

aus der wissen.de-Redaktion