21.05.2015
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Neuseeland – wo Hobbits Urlaub machen

Mittelerde wo liegt das? Wer glaubt, das Reich des Herrn der Ringe existiere nur in der Fantasie von Bücherwürmern und Cineasten, irrt: Tolkiens Welt liegt in Neuseeland. Nicht gerade um die Ecke, aber mit dem Flieger in 25 Stunden erreichbar. Ein Katzensprung für wahre Ring-Fans. Hunderte pilgern derzeit zu den Drehorten des Filmepos, das gerade mit vier Oscars ausgezeichnet wurde. Neuseeland bislang eher Geheimtipp für Globetrotter erlebt im Schlepptau des Erfolgsfilms einen nie da gewesenen Tourismusboom.

Naturparadies Mordor

Im “Der Herr der Ringe” das Land des Bösen, in Wirklichkeit jedoch eine Reise we
Im “Der Herr der Ringe” das Land des Bösen, in Wirklichkeit jedoch eine Reise wert: der Tongariro Nationalpark auf der Nordinsel Neuseelands

Im “Der Herr der Ringe” das Land des Bösen, in Wirklichkeit jedoch eine Reise wert: der Tongariro Nationalpark auf der Nordinsel Neuseelands

“Ring-Regisseur Peter Jackson wusste, was er tat, als er die Locations in Neuseeland suchte. Schließlich lebt er selbst in dem südpazifischen Inselstaat. Auf der vom Vulkanismus geprägten Nordinsel liegt Mordor, das Land des Bösen. Was auf der Leinwand wie ein apokalyptisches Szenario aussieht, ist in Wirklichkeit ein blühendes Naturparadies. Die Vulkane Mount Tongariro, Mount Ngauruhoe und Mount Ruapehu erheben sich über die unvergleichliche Landschaft des Tongariro Nationalparks. Auch alle anderen Locations sind nur wenige Autostunden entfernt: Elronds Haus im Südseeparadies Marlborough (Nordostspitze der Südinsel), das Königreich Rohan in den neuseeländischen Südalpen. Und das beste dabei nirgendwo ist ein Schwarzer Reiter oder gar ein Sauron in Sicht.

Hobbingen das verbotene Land

Dank des Erfolgs von “Der Herr der Ringe” (Filmplakat) pilgern jede Woche Fans d
Dank des Erfolgs von “Der Herr der Ringe” (Filmplakat) pilgern jede Woche Fans der Hobbits nach “Hobbingen” nahe Auckland.

Dank des Erfolgs von “Der Herr der Ringe” (Filmplakat) pilgern jede Woche Fans der Hobbits nach “Hobbingen” nahe Auckland.

Dass die Heimat der Hobbits, das Auenland, ganz in der Nähe von Auckland liegt, ist mehr als nur ein phonetischer Zufall. Das Auenland-Set, dem Nationalpark Tongariro benachbart, ist das Pilgerziel Nummer Eins: Bei dem kleinen Ort Matamata liegt das Farmland des Landwirts Ian Alexander. Mitten in der Hügellandschaft sind noch immer die Hobbithöhlen aufgebaut, am Ortseingang begrüßt das Schild “Willkommen in Hobbingen die Besucher. In den grünen Hügeln mag sich der ein oder andere Hobbit verborgen halten, denn (wie von Tolkien beschrieben): Das kleine Volk ist menschenscheu und versteht es, klammheimlich zu verschwinden.

Aber damit ist der Spaß auch schon vorbei. Denn das Gelände ist noch nicht freigegeben. Dennoch reisen Hunderte Tolkien-Fans jede Woche in den kleinen Ort und hoffen, dass die Kulissen endlich fürs Publikum geöffnet sind. Melissa Booth, Pressesprecherin der Produktionsfirma, bedauert diese Situation: “Wir haben auf keinen Fall so schnell eine so große Resonanz erwartet.

Rundreisen Ringreisen

Wasserfälle am Milford Sound im Fjordland Nationalpark, der zu den Naturdenkmäle
Wasserfälle am Milford Sound im Fjordland Nationalpark, der zu den Naturdenkmälern des Unesco-Welterbes zählt.

Wasserfälle am Milford Sound im Fjordland Nationalpark, der zu den Naturdenkmälern des Unesco-Welterbes zählt.

Auch die Reiseveranstalter sind von dem plötzlichen Interesse an dem Inselstaat überrascht. Seit der Filmpremiere im Dezember reisen 20 Prozent mehr Menschen nach Neuseeland als zuvor. Maßgeschneiderte Touren erlauben den Fans, in Gandalfs und Frodos Fußstapfen zu treten. Der Tolkien-Trail geht von Auckland über die Nord- und Südinseln entlang der Film-Locations. Nach dem Tongariro Nationalpark führt die Reise auf der Südinsel durch das Elbenland Lothlorien, das auf neuseeländisch Lake Wakatipu und Glenorchy heißt. In der Gegend um Queenstown liegen die Misty Mountains und die Erhebung von Amon Hen, an der die Gemeinschaft des Rings zerbricht.

Wer schließlich genug hat von Ringen und Orks, findet aber auch abseits der Filmroute viel Spektakuläres: Die 1000-jährigen Kauri-Fichten zum Beispiel oder die künstliche Wasserwelt in Auckland. Im Südwesten Neuseelands sorgt die Fjordlandschaft Milford Sound für Staunen und auf der Bay of Islands laden 140 Inseln zum Entspannen ein.

Viele Wege führen nach Süden

Von Deutschland fliegen neun Fluggesellschaften nach Neuseeland, darunter Lufthansa/Air New Zealand, Qantas, Thai Airways und Singapore Airlines. Ein Flug kostet zur Zeit etwa 900 bis 1100 Euro, in der Hochsaison zwischen Ende Dezember und Ende Januar 1300 und 1400 Euro. Buchungen des Tolkien-Trail können in fast jedem Reisebüro vorgenommen werden. Individuelle Touren organisiert “Adventure Holidays, Wacholderbergstraße 29, 90587 Veitsbronn bei Nürnberg, Tel. (0911) 9799555. Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz benötigen einen Reisepass, der noch drei Monate nach Ankunft gültig sein muss. Ein bezahltes Ausreiseticket muss bei der Einreise vorgelegt werden. Die Landeswährung ist der New Zealand Dollar (derzeit etwa 0,50 Euro). Kreditkarten sind empfehlenswert.

Für Fernreise-Muffel: Tolkien-Tour durch Birmingham

Wem die Reise nach Neuseeland zu aufwändig ist, kann sich in Großbritannien auch kostengünstiger an Frodos Fersen genauer gesagt an die seines Schöpfers heften. John Ronald Reuel Tolkien, Autor des Herrn der Ringe, war Oxford-Professor und Sprachwissenschaftler und lebte in Birmingham. Dort sind Tolkiens Lebensstationen in der Ashfield Road oder der Wake Green Road noch zu sehen. Das kleine Dörfchen Sarehole soll sogar Pate gestanden haben, als Tolkien Hobbingen erdachte. George Andrew, Müller der ehemaligen Sarehole Mill, erhielt von dem jungen Tolkien und seinem Bruder den Namen “Der weiße Oger vermutlich der Urtypus des Gandalf. Die Wassermühle ist dank Tolkien noch immer zu besichtigen, denn der Linguist finanzierte ihren Umbau in ein Museum.

Buch-Tipps

Online bestellen:

J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe

Ulrich Quack: Neuseeland

Dieter Kreuzkamp: Am schönsten Ende der Welt