21.05.2015
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wissen.de Artikel

Kleines A-Z des Weins

Wichtige Begriffe für Einsteiger

A-J

Abgang

Der Begriff Abgang - auch Nachgeschmack genannt - bezieht sich auf die Aromen des Weins, die nach dem Schlucken wirken. Je länger der Abgang, umso besser ist meist der Wein. Vor allem die Fruchtaromen halten sich bei guten Weinen noch eine Weile im hinteren Bereich des Mundes.

Atmen

Beim Dekantieren (auch: Umfüllen) des Weins in eine Karaffe kommt der Wein in Kontakt mit Sauerstoff und kann atmen. Dies trägt zur Entfaltung des Aromas bei.

Ausbau

Reifung des Weins im Stahltank oder Holzfass.

Barrique

Bezeichnung für ein Eichenholzfass mit 225 Liter Inhalt, das für den Reifungsprozess hochwertiger Weine verwendet wird. War der Ausbau im Barrique früher lediglich in Bordeaux üblich, so reifen mittlerweile weltweit Weine in Eichenholzfässern.

Bouquet

Mit Bouquet umschreibt man das vielfältige Aroma bzw. den Geruch eines Weines.

Cuvée

Verschnitt von Weinen unterschiedlicher Jahrgänge oder Rebsorten. Der Begriff kommt ursprünglich aus der Schaumweinherstellung. Einen guten Cuvée zu mischen verlangt vom Winzer viel Erfahrung. Die edelsten und teuersten sind die Prestige Cuvées.

Dekantieren

Das Trennen des Weines vom Bodensatz (auch: Depot) durch Umfüllen in eine Karaffe. Oft wird ein Dekantertrichter zu Hilfe genommen, in dessen Sieb sich mögliche Reste des Bodensatzes fangen können.

Depot

Bodensatz aus Tannin, Farbstoffen und Weinsäurekristallen. Ein Depot entsteht während der Reife am Flaschengrund und ist Zeichen hochwertiger Qualität. Durch vorsichtiges Dekantieren werden Wein und Depot voneinander getrennt.

D.O.

Denominacio de Origen. Kontrollierte Qualitätsgarantie bei spanischen Weinen.

D.O.C.

Denominazione di Origine Controllata. Kontrollierte Ursprungsbezeichnung bei italienischen Weinen.

D.O.C.G.

Denominazione di Origine Controllata e Garantita. Spitzenkategorie bei italienischen Weinen.

Flaschenkörbchen

Gestell aus Metall oder Korb, in das die Flasche zum Dekantieren gelegt wird. Das Depot kann sich dadurch besser absetzen.

Grand Cru

Französisch für "Großes Gewächs". Höchste Qualitätsstufe für Weine bzw. Weinberglagen im Burgund und Elsass. Die zweithöchste Qualität ist der Premier Cru ("Erstes Gewächs").

Gran Reserva

"Großer" Wein von guten Jahrgängen, der fünf Jahre im Eichenholzfass, in Tanks oder in der Flasche reift.

Großes Gewächs

Vom Jahrgang 2002 an Kennzeichnung deutscher Spitzenweine klassifiziert durch den Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP). Große Gewächse dürfen nur von den besten Parzellen eines Weinbergs stammen und unterliegen einer strengen Qualitätskontrolle.

K-Z

Karaffe

Glasgefäß zum Umfüllen (Dekantieren) von Wein, damit er atmet, seine Aromen entfaltet und vom Depot getrennt werden kann.

Körper

Wenn man von einem vollen und festen "Körper" des Weines spricht, hat er genau den richtigen Extrakt-, Alkohol- und Säuregehalt.

Önologe

Ausgebildeter Fachmann der Önologie, der Wissenschaft des Weins. In Deutschland sind die Önologen im Bund deutscher Önologen e.V. organisiert.

Q.b.A.

Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete. Niedrigste Stufe des Qualitätsweins in Deutschland.

Qualitätswein

Einstufung der Weine, bei der der Zuckergehalt der Traube zu Beginn der Lese entscheidend ist. In Deutschland und Österreich fallen die meisten Weine unter diese Kategorie. Qualitätswein mit Prädikat beginnen beim Kabinett. Mit jeweils höherem Zuckergehalt folgen Spätlese, Auslese, Beerenauslese und Trockenbeerenauslese.

Seele

Mittelachse einer Korkenzieherspirale. Spiralen ohne Seele zerstören den Korken.

Smaragd

Höchste Qualitätsstufe bei Grünem Veltliner und Riesling aus der Wachau (Österreich).

Superiore

Bezeichnung für italienische Weine mit höherem Alkoholgehalt und zuweilen längerer Fass- oder Flaschenreifung.

Tafelwein

Bezeichnung für einen eher schlichten Landwein. Bei Weinen aus Italien "Vino da Tavola", aus Frankreich "Vin de Table". Manchmal verbergen sich hinter dieser Bezeichnung allerdings Spitzenweine, die leicht am Preis erkennbar sind.

Tannin

Gerbstoffe bzw. Phenolverbindungen, die sich in Kernen und Schale der Trauben befinden. Während der Reifung in Eichenfässern nimmt der Wein zudem Tannine aus dem Holz auf. Gerbstoffe verleihen dem Wein einen leicht bitteren Geschmack, geben ihm aber auch mehr Komplexität und Fülle.

Weinstein

Kaliumsalze, die sich bei guten Weißweinen in Form von kleinen gelblichen Kristallen auf dem Flaschenboden sammeln. Sie beeinträchtigen den Geschmack nicht.

Michael Fischer