28.11.2013
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neulateinische Literatur

das Schrifttum in lateinischer Sprache seit der Mitte des 14. Jahrhunderts; griff im Gegensatz zur mittellateinischen Literatur wieder auf das klassische Latein zurück. In der neulateinischen Literatur drückte sich der Geist des Humanismus aus; mit diesem verbreitete sie sich in ganz Europa. Die wichtigste Gattung war die Lyrik (Hirtendichtung); daneben entstanden Epigramme, Lehrgedichte, Epen und Dramen. Der Begründer der neulateinischen Literatur war F. Petrarca [1]. Im 15. Jahrhundert entfaltete sich die neulateinische Literatur auch in Deutschland und den Niederlanden. Die größte Wirkung erzielten die Werke Erasmus von Rotterdam; daneben standen K. Celtis [2], U. von Hutten [3], P. Melanchthon [4] mit dem „Wittenberger Kreis“ u. a. In der Zeit der Gegenreformation entwickelte sich besonders das neulateinische Drama (Jesuitendrama [5]); der bedeutendste Dramatiker des Barocks war J. Balde [6]. Eine letzte Pflegestätte hat die neulateinische Literatur heute an englischen und niederländischen Universitäten gefunden.