21.05.2015
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wissen.de Artikel

Echt stark!

Kampfkunst für Körper und Geist

Gewalt gegen Schwächere ist feige. Kampfsportler sind dagegen echt stark. Sie haben Muskeln und Köpfchen. Prügeleien auf dem Pausenhof finden sie total uncool.

Spiel und Ernst

Schon immer mussten sich die Menschen vor Angriffen – zum Beispiel von wilden Tieren oder feindlichen Stämmen – schützen. Im Spiel übten sie für den Ernstfall. Sie maßen Kräfte und entwickelten Verteidigungstechniken. So entstand der Kampfsport.

Rund um die Welt gibt es viele verschiedene Kampfsportarten. Besonders berühmt sind die asiatischen Kampfkünste, weil sie Körper und Geist trainieren.

 

Kämpfende Mönche

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Szene aus dem Film "Der Mann mit der Todeskralle" mit Bruce Lee

Der Filmschauspieler Bruce Lee machte Kung Fu in der westlichen Welt bekannt.

Ein uralter Kampfsport ist Kung Fu. Die ersten Kämpfer waren vermutlich chinesische Mönche, die vor rund 1500 Jahren im Kloster Shaolin lebten.

Die Mönche beteten und meditierten täglich. Dazwischen machten sie körperliche Übungen, um fit zu bleiben. Das Kloster lag mitten in einem Wald, deshalb schauten sie viele Bewegungen von Tieren ab.

Noch heute tragen die wichtigsten Kampfstile Tiernamen: Drache, Tiger, Schlange, Leopard und Kranich.

 

Nachgeben, um zu siegen

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Griffe und Wurftechniken beim Judo

Beim Judo versucht jeder Kämpfer, durch Anwendung verschiedener Griffe und Würfe seinen Gegner zu besiegen.

Wer eine Kampfsportart lernen will, hat die Wahl zwischen verschiedenen Formen: Die bekanntesten sind Judo, Jiu-Jitsu, Aikido oder Karate (aus Japan), Kung Fu (aus China) oder Taekwondo (aus Korea).

Judo, Jiu-Jitsu und Aikido gelten als eher sanfte Kampfsportarten. Das verraten schon die Namen: Judo heißt übersetzt "der sanfte, geschmeidige Weg, den man im Leben nehmen soll“, Jiu-Jitsu "nachgeben, um zu siegen" und Aikido "der Weg zur Harmonie von Körper und Geist".

Im Training übt ihr vor allem, Schlägen geschickt auszuweichen. Ziel ist es, die Energie des Gegners gegen ihn selbst zu lenken. Wenn er mit voller Kraft ins Leere boxt, verliert er vielleicht das Gleichgewicht.

 

Harte Arbeit

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Kendo-Klasse beim Training

Die Kampfkunst Kendo, bei der Schein-Schwertgefechte durchgeführt werden, ist eine Erfindung der japanischen Samurais.

Kung Fu, Karate und Taekwondo werden auch harte Kampfsportarten genannt. Ihr lernt sowohl Angriffs- als auch Verteidigungstechniken.

Kung Fu bedeutet "harte Arbeit", Karate heißt "leere Hand" und Taekwondo "der Weg des Fußes und der Faust".

Wie der Name verrät, kämpft man beim Karate und beim Taek Won Do ohne Waffen. Es gibt jedoch auch bewaffnete Kampfsportarten, zum Beispiel Kendo („der Weg des Schwertes“) und Kyudo („der Weg des Bogens“).

 

Der Weg ist das Ziel

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Taekwondo: Kick und Block

Taekwondo-Kämpfer beherrschen neben Handtechniken auch eine große Zahl an Tritten (Kicks).

Alle Kampfsportarten fordern jahrelanges Training. Keiner kommt als Meister zur Welt. Auf dem Weg zum schwarzen Gürtel – dem Meistergrad – muss ein Karatekämpfer viele Stufen und Prüfungen überwinden.

Nach der fernöstlichen Philosophie ist die Gegenwart wichtiger als Zukunft oder Vergangenheit. Ein Mensch soll jeden Augenblick seines Lebens bewusst wahrnehmen. „Der Weg ist das Ziel“, sagt ein altes chinesisches Sprichwort.

Weg heißt auf chinesisch „do“. Dieses kleine Wörtchen kommt im Namen vieler Kampfsportarten vor.

Wer ein guter Kampfsportler werden will, muss also jederzeit hart an sich arbeiten.

 

Capoeira: Tanz der Sklaven

Die asiatischen Kampfsportarten wurden häufig von Kriegern oder von Mönchen entwickelt. Anders bei der brasilianischen Capoeira: Die ersten Kämpfer waren Sklaven.

Früher verschleppten gewissenlose Geschäftemacher viele schwarze Menschen aus Afrika nach Brasilien. Dort zwang man sie zu harter Arbeit auf den Zuckerrohrfeldern. Manchen Sklaven gelang es jedoch, aus der Gefangenschaft zu entkommen. Sie versteckten sich tief im Dschungel und bauten richtige Fluchtburgen.

Natürlich durften die Sklaven keine Waffen tragen. Deshalb machten sie ihren Körper zu ihrer Waffe. Im Geheimen trainierten sie Angriff und Verteidigung. Vor den Sklavenhaltern taten die Capoeira-Kämpfer so, als würden sie tanzen. Darum gehört zur echten brasilianischen Capoeira Musik.

Zum Ton von Trommel und Berimbau - das ist so eine Art Gitarre aus einem Kürbis mit nur einer Saite - vollziehen die Kämpfer schwindelerregende Drehsprünge und Überschläge.

Heute arbeiten Capoeiralehrer mit armen, brasilianischen Straßenkindern. Der Sport soll Ihnen Selbstvertrauen geben.

 

Das macht Mut

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Kung-Fu-Kämpfer an der Sportakademie Lee in Gütersloh

Bei einigen Kung-Fu-Stilen kommen Stöcke und andere Waffen zum Einsatz.

Nicht jeder hat Lust, regelmäßig Kampfsport zu trainieren. Doch vielleicht könnt ihr mal einen Selbstverteidigungskurs für Kinder besuchen.

Solche Kurse gibt es unter anderem in Schulen oder Sportvereinen. Ihr lernt da nicht nur, euch körperlich zu wehren. In Rollenspielen übt ihr zum Beispiel, was ihr sagen könnt, wenn euch jemand blöd anquatscht.

Das macht Mut und gibt ein gutes Gefühl. Außerdem suchen Angreifer meist schwache Opfer. An selbstsichere Kinder trauen sie sich weniger ran.

von wissen.de-Autorin Monika Wittmann