21.05.2015
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wissen.de Artikel

Die eigene Homepage

Sie haben noch keine Homepage? Eigentlich brauchen Sie dafür nur einen PC mit Internet-Zugang und etwas Zeit.

Am Anfang: die Idee

Die Motivation für eine Homepage kann sehr unterschiedlich sein. Praktisch alles ist im Internet vertreten, wofür sich Menschen zu begeistern vermögen. Ob Sie Computerfreak, Hobby-Historiker, Fußballfan, Pferdenarr, Weltenbummler oder Kunstliebhaber sind, spielt dabei keine Rolle. Im Kosmos des Webs gibt es verschiedenste Galaxien, in die die eigene Homepage - z.B. durch Linktausch - schnell integriert werden kann.

In diesem Zusammenhang ist ein inhaltlicher Schwerpunkt wichtig, ebenso beim Ranking einer Homepage in der Suchmaschine, das nach bestimmten Stichworten erfolgt, die in so genannten Meta-Tags festgelegt werden. Wenn möglich, sollte sich der Inhalt der Website auch im Domain-Namen ausdrücken. Ob Ihr Wunschname noch frei ist, können Sie unter www.denic.de feststellen. Wieviel Sie an Persönlichem - wie Familie, Beruf, Wohnort etc.- preisgeben wollen, bleibt Ihnen selbst überlassen.

Im Prinzip gibt es im Internet keine Vorschriften, sondern Narrenfreiheit. Diese gilt allerdings nicht für bestimmte pornografische oder rechtsradikale Inhalte, die viele Provider inzwischen von ihren Servern verbannen. Ferner ist die Anonymität begrenzt, denn beim Anmelden einer Domain müssen Sie Angaben zu Ihrer Person, inklusive Anschrift machen.

Ihr Platz im Netz

Für Ihre Homepage brauchen Sie Speicherplatz im Internet. Dieser Webspace gehört - in unterschiedlichem Umfang - bei den meisten Providern zum Standard-Angebot und muss nicht extra bezahlt werden. Ebenfalls inbegriffen sind oft die eigene “Adresse“ (URL) im Web, die Möglichkeit der Domain-Anmeldung sowie die Nutzung einer FTP-Software, die Sie benötigen, um Ihre Website online zu stellen. Auch “Baukästen“ zum schnellen Zusammen-Klicken einer Homepage mit Hilfe vorgegebener Elemente sind bei vielen Providern zu finden. Dies ist natürlich nicht die kreativste Bau-Variante.

Grundsätzlich können Sie auch als “Call by Call“-Surfer an kostenlosen Webspace gelangen. In diesem Fall müssen Sie allerdings mit Werbebannern auf der Homepage rechnen, Ihre “Adresse“ im Internet ist lang und kompliziert - und eine eigene Domain scheidet aus.

Planen Sie Ihren Auftritt

Unübersichtliche Seiten gibt es im Web mehr als genug. Skizzieren Sie daher die Struktur Ihrer Seite vorab mit Bleistift und Papier und überlegen Sie sich, was Sie wo darstellen wollen. Jede Website verfügt über eine Hauptseite, die eigentliche Homepage, der verschiedene Unterseiten zugeordnet werden. Die Homepage ist das Eingangstor, entsprechend sollte hier der inhaltliche Schwerpunkt der Website für den Besucher deutlich werden. Am besten ist es, das Anliegen kurz zu formulieren und eventuell zu illustrieren, z.B. mit einer Fotografie.

Das Dilemma vieler Websites: Entweder ersticken die einzelnen Seiten an Inhalten, was lästiges Scrollen erfordert - oder die große Menge an Unterseiten erschwert den Durchblick für Besucher. Grundsätzlich hilft es, sich gleich an eine logische Baumstruktur zu halten, d.h. vom Allgemeinen ins Spezielle zu gehen, was auch spätere Erweiterungen einfacher macht. Nicht zuletzt gilt auch beim Internet-Auftritt der alte Designer-Grundsatz “Form follows Function“. Bei einer Diplomarbeit im Web sind auch die Erwartungen des Besuchers anders als bei der Beschreibung des Sahara-Trips.

Wenn der Aufbau steht, können Sie auf Ihrer Festplatte einen Ordner für die Hauptseite und Unterverzeichnisse für alle weiteren Seiten anlegen. Für Bilder richten Sie am besten einen eigenen Ordner ein. Grafiken, die Sie immer wieder verwenden wollen, müssen dann nur einmal auf den Webserver geladen werden. Mit dieser Struktur behalten Sie den Überblick, auch wenn Sie Ihre Seite später ausbauen wollen.

Verschiedene Web-Editoren

Abgesehen vom bereits erwähnten “Baukasten“ gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Homepage zu erstellen. “What you see is what you get“ - nach diesem Prinzip arbeiten so genannte Wysiwyg-Editoren, die auch Bestandteil von Textverarbeitungsprogrammen wie Word oder OpenOffice sind. Texte, Bilder, Tabellen oder Links werden wie beim normalen Desktop Publishing auf einer Seite angeordnet. Anschließend wird das Dokument automatisch in eine HTML-Seite umgewandelt.

Nun sollte - wie der Name “Wysiwyg“ verspricht - das zu sehen sein, was der User sich als Webdesign vorgestellt hat. Dies ist leider häufig nicht der Fall. Auch bei vielen, billigeren Wysiwyg-Editoren funktioniert die 1:1-Übertragung nicht zufriedenstellend, und sogar bei Profi-Tools wie Macromedia Dreamweaver oder Adobe GoLive bleibt eine gewisse Fehlerträchtigkeit. Dies gilt umso mehr, wenn Seiten-Inhalte nachträglich verändert werden sollen. Ganz ohne HTML-Kenntnisse ist die längerfristige Pflege einer Homepage mühsam und bisweilen nervenaufreibend - und wird deshalb von vielen Usern wieder aufgegeben.

Nachdem die Anwendung der Profi-Wysiwyg-Editoren nicht nur einiges Geld, sondern auch viel Einarbeitung erfordert, landen viele Homepage-Bauer am Ende doch bei den Quelltext-Editoren. Hier muss die Seite direkt in HTML-Code erstellt werden, was auf viele erst einmal abschreckend wirkt. Allerdings sind solche Editoren auch als Freeware in guter Qualität erhältlich und mit hilfreichen Features ausgestattet. Dazu gehört z.B. eine Vorschau für die Seitenansicht, was eine permanente Kontrolle ermöglicht.

Es ist auch nicht notwendig, den kompletten HTML-Code einzugeben, stattdessen erhalten Sie sinnvolle Ergänzungsvorschläge. So genügen schon ein paar Grundkenntnisse und der Zugriff auf ein Nachschlagewerk wie SELFHTML (www.selfhtml.teamone.de/), um ein brauchbares und zuverlässiges Ergebnis zu erzielen. Nachträgliche Änderungen sind wesentlich einfacher durchzuführen, d.h. Sie können Ihre Homepage mit Ihren Fähigkeiten wachsen lassen.

Wie baut man die erste Seite?

Vermutlich entwickelt jeder Homepage-Bauer im Laufe der Zeit seine eigene Methode, aber folgende Hinweise können den Einstieg erleichtern. Egal, mit welchem Editor Sie arbeiten, um ein ordentliches Layout aufzubauen, sollten Sie zunächst eine Tabelle platzieren. In die Felder der Tabelle werden später Texte und Bilder gefüllt. Spalten- und Zeilenzahl können Sie frei wählen und jederzeit verändern. Die Linien der Tabellen müssen nicht angezeigt werden: Sie können die Rahmenstärke einfach auf null setzen. Die Vorteile einer Tabelle: Texte und Bilder bekommen einen festen Platz auf der Seite. Wenn Sie später einzelne Elemente austauschen wollen, verändert sich nicht der gesamte Seitenaufbau.

Außerdem kann mit einer Tabelle eine feste Breite für die Seite festgelegt werden: 800 Pixel sind dabei empfehlenswert, damit auch auf einem kleineren Bildschirm alle Inhalte vollständig angezeigt werden. Fortgeschrittene “Baumeister“ legen Formatierungen für unterschiedliche Bildschirmgrößen fest, so dass die Seitenbreite automatisch angepasst wird. Die linke Spalte oder die Kopfzeile der Tabelle wird meist als Navigationsleiste genutzt. Hier können Sie die Links zu den Unterseiten eintragen, die Sie mit der Hauptseite verknüpfen wollen. Vergessen Sie auf Ihren Unterseiten auch nicht, einen Link zurück zur Hauptseite zu setzen. Wenn der Rahmen für Ihre Seite steht, können Sie Texte und Bilder einbinden. Dabei sollten Sie ein paar Hinweise beachten:

  • Große Bilder brauchen lange Ladezeiten. Fotos sollten daher nicht mehr als 10 KByte Speicherplatz belegen.
  • Im Web können nur Bilder im JPG-, GIF- oder PNG-Format angezeigt werden. Bilder in anderen Formaten lassen sich aber mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop, Paintshop Pro, PhotoImpact, The Gimp usw. umwandeln.
  • Lange Textblöcke sind am Bildschirm schwer lesbar, so dass möglichst kurze Absätze mit Zwischenüberschriften empfehlenswert sind.
  • Ausgefallene Schriftarten werden auf anderen Computern möglicherweise nicht richtig dargestellt. Beschränken Sie sich daher auf Standardfonts wie z.B. Arial und Verdana.

Wenn die erste Seite fertig ist, speichern Sie sie unter dem Namen index.html ab oder unter einem Dateinamen, den Ihnen Ihr Webhoster als Standard-/Default-Namen bekannt gibt. Abgelegt werden sollte diese Seite im Homepageordner. Nun können Sie mit den Unterseiten weitermachen.

Bilder und Bausteine

Wer selbst mit Bildbearbeitungs-, Grafik- oder Animationsprogrammen arbeitet, wird häufig schon über einen eigenen Fundus zum Aufpeppen der Homepage verfügen. Ansonsten besteht die Möglichkeit, auf zahlreiche Archive im Internet zurückzugreifen, wo Fotos oder Webgrafiken aller Art zum Download zur Verfügung stehen. Fast jeder Geschmack wird bedient, egal, ob Sie Nostalgiker sind oder Science Fiction vorziehen. Neben Wallpapers zum “Tapezieren“ Ihrer Website sind auch Buttons in unterschiedlichstem Design für Ihre Navigationsleisten erhältlich.

Alle diese Elemente kopieren Sie einfach in Ihren Bilderordner und integrieren sie als Grafiken in Ihre Website. Zu bunte oder überladene Seiten lenken allerdings von den Inhalten ab und nerven den Besucher schnell. Bedenken Sie wiederum die Download-Zeiten: Nicht nur Flash-Intros können eine harte Geduldsprobe darstellen, denn nicht alle User verfügen über eine Highspeed-Internetverbindung. Für fortgeschrittene Webdesigner gibt es viele weitere Gratis-Bausteine im Web wie Gästebücher, Besucherzähler oder ganze Chats und Forensysteme. Egal, was Sie aus dem Internet herunterladen: Achten Sie darauf, dass Sie dabei keine Urheberrechte verletzen. Meist finden Sie auf der jeweiligen Website einen Hinweis, andernfalls sollten Sie per E-Mail nachfragen. Manche Archive verlangen auch Geld für ihre Inhalte.

Endlich online

Wenn Sie die erste Fassung Ihrer Homepage abgeschlossen haben, sollten Sie alle Seiten ausgiebig testen. Funktionieren alle Links? Werden alle Bilder richtig angezeigt? Sehen die Seiten in verschiedenen Browsern und bei verschiedenen Bildschirmauflösungen vernünftig aus? Beheben Sie alle Fehler, bevor Sie die Seiten ins Netz stellen.

Ist Ihre Homepage fertig, muss sie nur noch ins Web übertragen werden. Ihr Homepage-Provider erklärt in der Regel, wie das funktioniert. Meist benötigen Sie für den Datentransport noch ein kleines Programm, einen sogenannten FTP-Client. Dieser ist oft Bestandteil des kostenlosen Softwarepakets, das Ihnen Ihr Webhoster überlässt. Auch die genauen Einstellungen erfahren Sie von Ihrem Webhoster, manchmal leider erst nach Durchsuchen der FAQ's oder einem Anruf bei der Hotline. Ist diese Hürde genommen, können die ersten Besucher Ihre Seite bewundern