21.05.2015
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Fußball - Lernspaß mit EMiL

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Das Training beginnt

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Überall auf der Welt macht es den Menschen Spaß, Bälle mit Füßen zu treten. Fußball ist kein moderner Sport, es gibt ihn in ähnlicher Form schon sehr lange. Neben dem reinen Vergnügen dienten die Übungen mit dem Ball der Schulung von Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Ausdauer. In China wurde bereits vor etwa 4700 Jahren Fußball gespielt. Auch die Griechen, Azteken und Ägypter spielten es damals schon.

Der Begriff “Fußball“ (engl. football) tauchte etwa 1314 in England zum ersten Mal auf, und zwar in einer Bekanntmachung des Bürgermeisters der Stadt London. Er verbot das Fußballspielen in den Straßen, da es wild und ohne Regeln gespielt wurde.

Fußball wurde in England jahrhundertelang von Männern begeistert gespielt - allerdings ohne Regeln. In den feinen englischen Privatschulen wurden die ersten Regeln eingeführt, die aber nur in der jeweiligen Schule galten. Ehemalige Studenten gründeten schließlich Mitte des 19. Jahrhunderts einen Landesverband, die Football Association, und legten die Regeln fest. Viele davon sind noch heute gültig. Der englische Begriff für Fußball ist seitdem Soccer.

Der erste deutsche Meister

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wurde 1900 gegründet. Drei Jahre später wurde die erste deutsche Meisterschaft ausgetragen, die der VfB Leipzig gewann. Der Karlsruher FV bekam im Jahre 1903 ein Telegramm mit der Nachricht, dass das Spiel gegen den DFC Prag verschoben wird. Daraufhin erschienen die Karlsruher nicht zum Spiel - doch die Nachricht war falsch. Die Prager kamen kampflos eine Runde weiter.

Die Ausrüstung

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Seit 1913 muss das Trikot des Torwarts eine andere Farbe haben als das der Feldspieler. Das ist wichtig, damit der Schiedsrichter erkennen kann, wer im Torraum den Ball in die Hand nimmt - und das darf schließlich nur der Torwart.

Kinder- und Jugendmannschaften spielen mit kleineren, leichteren Bällen als Erwachsene. Auch Spielfeld und Tore sind kleiner. Später wird dann auf das große Tor gespielt. Es ist 7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch. Wer einmal in so einem Tor stand, kann sich vorstellen, wie schwierig es ist, ein guter Torwart zu sein.

Die Spieltechnik

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Wohin der Ball fliegt, hängt davon ab, mit welchem Teil des Fußes der Spieler den Ball trifft. Den Vollspann nimmt man vor allem, wenn man sehr kraftvoll und gerade auf das Tor schießen will. Will man Flugbälle spielen, benutzt man den Innenspann oder den Außenspann. Kurzpässe spielt man mit der Innenseite des Fußes. Wird der Ball aus der Luft angenommen und weitergespielt, ohne dass er den Boden berührt hat, nennt man das Volley.

Ein gutes Ballgefühl bekommst du nur durch viel Übung. Am Anfang geht längst nicht jeder Ball dahin, wo er hinsollte. Doch im Laufe der Zeit wird dein Spiel immer sicherer werden. Und irgendwann bist du so geschickt, dass du sogar kleine Kunststücke mit dem Ball machen kannst.

Beim Dribbeln führt man den Ball im Lauf über den Platz - so lange, bis sich eine gute Gelegenheit zum Abspiel oder zum Torschuss ergibt. Der Ball bleibt eng am Fuß, so dass es für den Gegner möglichst schwierig ist, ihn abzujagen.

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Eine interessante und sehr schwierige Technik ist der Fallrückzieher. Er ist sehr schwierig zu erlernen. Der Fallrückzieher wurde in den 30er Jahren erstmals von einem brasilianischen Spieler gespielt. Wird er im engen Torraum ausgeführt, kann er für andere Spieler gefährlich werden.

Mannschaftsaufstellung

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Jede Mannschaft darf mit elf Spielern ins Spiel gehen. Während des Spiels kann der Trainer Spieler auswechseln. Bekommt ein Spieler eine rote Karte und verlässt den Platz, muss die Mannschaft mit zehn Spielern weiterspielen.

Der Trainer stellt sein Team auf. Jeder Spieler übernimmt bestimmte Aufgaben im Spiel. So werden die Fähigkeiten der Spieler gut genutzt. Es gibt Stürmer, Mittelfeldspieler, Verteidiger, Torwart. Früher waren die Spieler genau auf ihre Positionen festgelegt. Heute muss jeder Spieler mit beinahe jeder Situation klarkommen - ein Stürmer muss auch in der Abwehr geübt sein, und ein Abwehrspieler sollte auch nach vorne stürmen können. Moderner Fußball wird vor allem ballorientiert gespielt - die Spieler bleiben also nicht stur auf ihren Positionen, sondern reagieren flexibel und bleiben am Ball.

Die Regeln

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Nur wer die Regeln kennt, kann fair spielen. Und nur dann macht Fußball Spaß. Ohne Regeln wäre Fußball wild, brutal und ungerecht - das wissen wir, denn so war es, bevor es anerkannte Regeln gab. Heute gehört sportliches, faires Verhalten zum Fußball dazu. Falls es doch mal zu einem Foulspiel kommt, sollte sich der Verursacher entschuldigen.

Wenn ein Spieler absichtlich mit der Hand spielt, einen Gegner tritt oder es versucht, einen Gegner anspuckt, einen Gegner schlägt oder versucht, ihn zu schlagen, beim Tackling den Ball vor dem Gegner berührt, einen Gegner festhält, einen Gegner anrempelt, einen Gegner anspringt, seinem Gegner ein Bein stellt oder es versucht oder einen Gegner stößt, kommt es zu einem indirekten Freistoß.

Die Entscheidung des Schiedsrichters auf dem Feld gilt immer - auch wenn sich später herausstellt, dass er sich geirrt hat. Eine umstrittene Entscheidung aus dem Jahre 1966 hat Geschichte gemacht: Im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft spielten England und Deutschland im Londoner Wembley-Stadion gegeneinander. In der Verlängerung traf der englische Spieler Geoffrey Hurst das deutsche Tor an der Unterkante der Latte. Der Ball prallte auf den Rasen - ob er die Torlinie wirklich überrollte, ist strittig. Der Schiedsrichter ließ das Tor gelten. Einige Minuten später konnte die begeisterte englische Mannschaft ein weiteres Tor erzielen und wurde mit 4 : 2 Weltmeister.

Eine ganz besondere Regel: Abseits!

In der Praxis lautet die wichtigste Abseitsregel: Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift. Aber was pfeift der Schiedsrichter bei einem Abseitsfehler?

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Die Abseitsregel ist nicht leicht zu verstehen. Wenn zwischen dem angreifenden Spieler, dem der Ball zugespielt wird, und der Torlinie nicht mindestens zwei Abwehrspieler sind, besteht eine Abseitssituation. Allerdings gilt das nicht immer - zum Beispiel nicht, wenn der Spieler den Ball bei Eckball, Einwurf oder Abstoß direkt bekommt. Die Abseitsregel ist wichtig, damit nicht alle Spieler nur im gegnerischen Torraum herumlungern und auf eine Torchance warten.

Gelbe und rote Karten

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Bei verbotenem Spiel und unsportlichem Betragen eines Spielers muss der Schiedsrichter eingreifen. Er kann auf Freistoß oder Strafstoß entscheiden. Er kann aber auch persönliche Strafen verhängen, wenn ein Spieler bestimmte Regelübertretungen begeht. Dann verwarnt der Schiedsrichter den Spieler durch das Zeigen der gelben Karte oder weist ihn mit der roten Karte vom Feld. Im Amateur- und Jugendfußball kann er auch Zeitstrafen verhängen.

Eine gelbe Karte wird gezeigt bei unsportlichem Verhalten, wenn ein Spieler ohne Zustimmung des Schiedsrichters das Spielfeld verlässt oder bei einer absichtlichen Spielverzögerung. Die rote Karte zückt der Schiedsrichter bei einem groben Foulspiel, wenn ein Spieler den anderen anspuckt, beim Verhindern eines Tores oder einer Torchance durch absichtliches Handspiel oder einfach bei einer zweiten Verwarnung im selben Spiel.

Die Taktik

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Das aus dem Griechischen stammende Wort “Taktik“ bedeutet so etwas wie kluges, planmäßiges Vorgehen. Eine Spieltaktik, bei der die Spieler vor allem auf Angriff setzen, nennt man “Offensive“. Wenn die Mannschaft in erster Linie versucht, ein Gegentor zu verhindern, dann heißt das “Defensive“.

Nach welchem System eine Mannschaft spielt, hängt von unterschiedlichen Punkten ab. Welcher Spieler kann was besonders gut? Sind gute Dribbler dabei? Ist das Team schnell oder sind einige langsamere Spieler dabei? Wie stark ist die gegnerische Mannschaft? Der Trainer stellt dann die Mannschaft auf. Die Harmonie in der Mannschaft spielt eine wichtige Rolle.

Der Trainer ist für die Mannschaft verantwortlich. Er muss die Persönlichkeiten und die Fähigkeiten seiner Spieler kennen und die gegnerische Mannschaft gut einschätzen können. Er muss seine Spieler motivieren, Streit schlichten und versuchen, für eine gute Stimmung in der Mannschaft zu sorgen. An den Erfolgen oder Misserfolgen der Mannschaft wird auch der Trainer gemessen.

Vereine und Ligen

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In Deutschland gibt es mehr als 60.000 Männer-Mannschaften (und natürlich auch jede Menge Frauen-Mannschaften), die im DFB, dem Deutschen Fußballbund, organisiert sind. Die Mannschaften spielen in verschiedenen Ligen, die unterste Liga ist die Kreisklasse, ganz oben ist die Erste Bundesliga, in der 18 Profivereine sind. Am Ende einer Saison steigen die besten Teams in die nächsthöhere Liga auf, die schlechtesten steigen ab.

Obwohl natürlich auch Frauen schon immer gerne Fußball spielten, war dies lange Zeit nicht gern gesehen oder sogar verboten. Es galt als unweiblich und daher ungeeignet für die Damen - fanden die meisten Männer. In Deutschland wurde Frauenfußball erst 1970 offiziell im DFB zugelassen. Aber obwohl Mädchen- und Frauenfußball immer beliebter wird, gibt es in Deutschland noch immer keine Profifußballerinnen - also Frauen, die von Beruf Fußballerin sind.

Die Weltmeisterschaft

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Bei einer Fußballweltmeisterschaft treten 32 Nationalmannschaften gegeneinander an. Sie werden in Gruppen eingeteilt. Wer in welcher Gruppe spielt, wird ausgelost. Innerhalb einer Gruppe spielt jeder gegen jeden. Wenn die besten 16 Mannschaften feststehen, wird im K.O.-System weitergespielt - das bedeutet, dass der Verlierer eines Spiels ausscheidet. Schließlich sind nur noch zwei Mannschaften übrig. Im Finale entscheidet sich dann, wer Weltmeister wird.

Seit 1930 werden die Fußballweltmeisterschaften alle vier Jahre ausgetragen - zweimal fielen sie allerdings aus, 1942 und 1946, wegen des Zweiten Weltkrieges. Insgesamt fanden bislang also 17 Weltmeisterschaften statt. Die deutsche Männermannschaft holte nach 1954 und 1974 zuletzt 1990 den Meistertitel. Die nächste WM im Jahr 2006 findet in Deutschland statt.

Besondere Spiele und Spieler

1954 war für die deutsche Nationalmannschaft ein besonderes Jahr. In einem spannenden Finale gewann sie die Weltmeisterschaft, die in der Schweiz stattfand. Das Endspiel, in dem die Mannschaft mit 3 : 2 gegen die großen Favoriten aus Ungarn gewannen, wird heute noch als “Wunder von Bern“ bezeichnet.

Bei der Frauen-WM 2003 spielte Deutschland im Finale gegen Schweden. Nach der regulären Spielzeit stand es 1 : 1. In der Verlängerung schoss die deutsche Spielerin Nia Künzer das erste Tor, das so genannte “Golden Goal“. Damit war das Spiel entschieden - und die deutsche Frauen-Nationalmannschaft Weltmeister.

In manchen Ländern werden Fußballspieler zu Helden. In Brasilien und Argentinien etwa spielt Fußball im Leben der Menschen eine enorm große Rolle. Bei wichtigen Spielen fiebern alle mit und die Sportler werden zu Vorbildern für die Bevölkerung. Der wohl bekannteste Fußballer der Welt, der in seinen 26 aktiven Fußballerjahren 1282 Tore schoss, ist der Brasilianer Pélé.

Cordula Thörner, Carlsen