21.05.2015
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wissen.de Artikel

Zeit der Umstellung

Nun ist es wieder so weit: Der Frühling naht mit großen Schritten. Die ersten Blüten spitzen durch die Erde, die Temperaturen werden milder und wir freuen uns über die ersten warmen Sonnenstrahlen. Eigentlich müssten wir nun gut gelaunt und voller Elan die Tage genießen, doch stattdessen sind wir lustlos, schlapp, können uns nicht konzentrieren, haben Kreislaufbeschwerden und denken nur ans Schlafen. Was ist los? Ein klassischer Fall von Frühjahrsmüdigkeit. Untersuchungen haben ergeben, dass rund 50 Prozent der Deutschen zwischen März und Mai unter der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit leiden und mit der Umstellung von den kalten dunklen Monaten auf die wärmere Jahrezeit Probleme haben.

Mögliche Ursachen der Krankheit, die eigentlich keine ist, sind Vitamin-C-Mangel durch die vitaminärmere Ernährung im Winter, häufig wechselnde Wetterverhältnisse und natürliche Umstellungsprozesse des Organismus. Unser Körper muss sich nach den langen Winternächten auf kürzere Schlafphasen und längere Tageszeiten einstellen. Nach seinem "Winterschlaf" wird er erst wieder auf Trab gebracht und benötigt einige Zeit, um sich an die neuen Temperaturen und Lichtverhältnisse anzupassen.

Im Winter hält sich der Mensch meist in geschlossenen Räumen auf, bei künstlichem Licht und trockener Heizungsluft. Lichtmangel aber macht müde und lustlos und beschert so manchem auch den bekannten Heißhunger auf Schokolade. Grund dafür ist, dass bei Dunkelheit müde machendes Melatonin produziert wird. Bei genügend Licht hingegen wird die Melatoninproduktion gestoppt, und der Organismus schüttet "Gute-Laune-Hormone" wie Serotonin und Noradrenalin aus.

Licht und Bewegung

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Vitamin-C Mangel

Mögliche Ursachen der Krankheit, die eigentlich keine ist, sind Vitamin-C-Mangel durch die vitaminärmere Ernährung im Winter, häufig wechselnde Wetterverhältnisse und natürliche Umstellungsprozesse des Organismus. Unser Körper muss sich nach den langen Winternächten auf kürzere Schlafphasen und längere Tageszeiten einstellen. Nach seinem "Winterschlaf" wird er erst wieder auf Trab gebracht und benötigt einige Zeit, um sich an die neuen Temperaturen und Lichtverhältnisse anzupassen. Im Winter hält sich der Mensch meist in geschlossenen Räumen auf, bei künstlichem Licht und trockener Heizungsluft. Lichtmangel aber macht müde und lustlos und beschert so manchem auch den bekannten Heißhunger auf Schokolade. Grund dafür ist, dass bei Dunkelheit müde machendes Melatonin produziert wird. Bei genügend Licht hingegen wird die Melatoninproduktion gestoppt, und der Organismus schüttet "Gute-Laune-Hormone" wie Serotonin und Noradrenalin aus.

Glücklicherweise können wir einiges gegen die Frühjahrsmüdigkeit tun: Licht und Bewegung sind die Mittel, die am schnellsten weiterhelfen. So oft wie möglich sollten Sie an die frische Luft gehen. Stellen Sie sich auf den Frühling ein, gehen Sie spazieren und atmen Sie dabei ganz intensiv durch. Sie müssen ja nicht gleich joggen, auch ein Spaziergang zeigt seine Wirkung. Hauptsache raus. Sie werden sehen, spätestens nach einigen Wochen hat sich Ihr Körper umgestellt und ist nun bereit für die neue Jahreszeit. Ihr Körper bekommt durch die Bewegung eine Extraportion Sauerstoff und ihr Immunsystem wird gestärkt. Sollten die Symptome der Frühjahrsmüdigkeit allerdings länger anhalten, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen.

Der Kreislauf muss angekurbelt werden

Um den Kreislauf zu stärken empfehlen sich vor allem Ausdauersportarten wie Joggen, Walken oder Fahrradfahren. Egal welche Sportart Ihnen am besten gefällt, helfen tun sie alle. Sie stabilisieren den Kreislauf und lassen natürlich auch das eine oder andere Pölsterchen verschwinden, was aufgrund der kommenden Badesaison ohnehin erstrebenswert ist. Bei allen Sportarten gilt: Sie müssen zu keinem Hochleistungssportler werden. Fangen Sie langsam an. Beim Rad fahren reichen schon drei bis fünf Kilometer mehrmals in der Woche. Joggen oder Walken sind perfekte Fitmacher, da sie Bein- und Pomuskulatur trainieren und der Kreislauf so richtig in Schwung kommt. Das Schöne bei diesen Sportarten ist, dass man fast nichts dafür braucht. Kein Fitnessstudio, keine teuren Geräte, keine besondere Ausrüstung: Jogginghose, Sweatshirt und gute Laufschuhe reichen aus. Schon kann es losgehen. Achten Sie aber darauf, dass Sie sich nicht übernehmen. Lieber langsam anfangen und sich von mal zu mal steigern. Vielleicht finden Sie ja einige Gleichgesinnte, die mitmachen.

Sportmediziner haben übrigens festgestellt, dass Walken eine der besten Möglichkeiten ist, den Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Es regt den Kreislauf an, der Herzmuskel arbeitet effizienter und der Blutdruck reguliert sich. Walken soll auch eine positive Wirkung auf das Gemüt haben. So berichten Profi-Walker von Glücksgefühlen - ein Zeichen, dass Endorphine, die "Glückshormone" des Körpers, produziert werden.

Energietanken

Andere Möglichkeiten, Energie zu tanken, sind Atemübungen und Gymnastik bei geöffnetem Fenster. Wenn der Atem ungehindert fließt, gelangt der lebenswichtige Sauerstoff in alle Zellen des Körpers und versorgt sie mit Energie. Machen Sie täglich mindestens 10 Minuten lang Atemübungen, beispielsweise indem Sie ganz bewusst und tief ein- und ausatmen und bewusst spüren, wie der Atemstrom den Bauch hebt.
Auch bei der Gymnastik reichen 10 bis 15 Minuten. Am besten legen Sie eine flotte Musik dazu auf. Hier unser Gymnastik-Tipp : Mit gegrätschten Beinen hinstellen, Arme langsam seitlich von unten nach oben führen, dabei ganz bewusst einatmen. Sind die Arme oben angelangt, versuchen Sie, sich ganz lang zu machen und das Gleichgewicht auf den Zehenspitzen zu halten. Anschließend die Arme zur Seite, den Oberkörper nach vorne fallen lassen und kräftig ausatmen. Diese Übung dreimal wiederholen.

Überhaupt kann Musik so einiges für unser Wohlbefinden tun. Bei Müdigkeit und schlechter Laune sollten Sie Ihre - möglichst anregende - Lieblingsmusik zum Frühstück oder auf dem Weg zur Arbeit hören. Ob Sie Klassik oder Pop bevorzugen, spielt dabei keine Rolle. Wenn Sie Lust haben, singen Sie doch einfach mal mit oder tanzen Sie nach Lust und Laune dazu.

Stimmungsaufheller

Auch wenn der Himmel bedeckt ist, können Sie die Serotoninausschüttung und damit Ihre Stimmung ankurbeln. Gehen Sie ins Solarium oder kaufen Sie sich eine spezielle Sonnenlampe aus dem Sanitätshaus. Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass ein tägliches Lichtbad depressive Stimmungen vertreiben kann. Natürlich sollten Sie sich beraten lassen, welche Dosierung für Sie richtig ist.
Andere Stimmungsaufheller sind helle leuchtende Farben. Probieren Sie doch einfach mal Gelb- und Orangetöne in Ihrer Wohnung aus. Ob farbige Kissen, Vorhänge oder Blumen - leuchtende Farben heben den Serotoninspiegel. Sehr gut hilft auch die Frühjahrsgarderobe in hellen Farben.
Den Farben vergleichbar wirken Aromaöle wie Zitrone, Orange, Mandarine oder Lemongras aktivierend. Geben Sie doch einfach einige Tropfen in eine Aromalampe oder gönnen Sie sich ein neues Körperöl oder Parfum. Manche Kosmetikinstitute bieten spezielle Aromabehandlungen an, die Sie bestimmt wieder auf Touren bringen.

Keine Möglichkeit zur Kosmetikerin zu gehen? Dann tun Sie selbst etwas für Schönheit und Wohlbefinden.
Bei müden und überanstrengten Augen empfehlen sich kühle Auflagen: Wattepads mit verdünnter Kamillelösung tränken und in den Kühlschrank legen. Die ausreichend gekühlten Pads auf die Augen legen und etwa zehn Minuten wirken lassen. Den gleichen Effekt haben Gel-Brillen (erhältlich in Drogerien und Parfümerien), die Sie bei Bedarf einfach aus dem Kühlschrank holen. Sie werden sehen: Die Müdigkeit verschwindet und Sie fühlen sich wunderbar erholt.
Erfrischend für die Gesichtshaut wirkt eine Maske aus Quark und Gurken: Ein Stück Gurke waschen, grob raspeln und mit drei Esslöffeln Quark (bei trockener Haut Sahnequark) mischen. Auf das gereinigte Gesicht auftragen und nach 20 Minuten mit lauwarmem Wasser abspülen.

Erholsamer Schlaf

Achten Sie besonders jetzt darauf, dass Sie sich nachts mit ausreichend Schlaf erholen. Im Schlaf arbeitet das Immunsystem verstärkt und bildet neue Abwehrmoleküle. Wer über einen längeren Zeitraum hinweg zu wenig schläft, stresst seinen Organismus und ist dann besonders anfällig für Krankheiten. Falls Sie unter Schlaflosigkeit leiden, versuchen Sie es mit Meditation: 20 Minuten Meditation kann den gleichen Erholungseffekt wie eine Stunde Schlaf haben und kleine Schlafdefizite lassen sich so kompensieren. Stabilisierend können Zink und B-Vitamine auf die psychische Gesundheit wirken. Diese Mikrostoffe unterstützen die Nervenfunktionen und helfen bei der Schlafregulation.

Wachen Sie dennoch jeden Morgen mit schwerem Kopf und müden Gliedern auf, sollten Sie morgens Wechselduschen anwenden, um den Kreislauf anzukurbeln. Lassen Sie sich nicht vom kalten Wasser abschrecken: Beginnen Sie den Guss ganz langsam am rechten Bein von unten nach oben, dann am linken Bein, im Anschluss am rechten und linken Arm fortfahren. Ganz Tapfere schaffen auch noch Schultern und Nacken. Wechseln Sie zwischen warmen und kalten Güssen und schließen Sie mit einer kalten Runde ab.

Das richtige Essen

Müsli / Frühstück
Am besten begegnen Sie der Frühjahrsmüdigkeit zusätzlich mit einer kleinen Essensumstellung. Denn oft steckt falsches Essen hinter der Müdigkeit. An fetten Speisen muss Ihr Magen hart arbeiten, so dass Ihnen kaum Energie für andere Dinge bleibt. Winterliche "Genüsse" wie Kartoffelchips, Kekse und Kuchen, Kakao oder Schokolade - alles Kalorienbomben, die dem Körper kaum Nährstoffe liefern. Bei wärmeren Temperaturen im Frühjahr benötigen wir ohnehin weniger Nahrungsenergie.
Schreiben Sie auf Ihren Essensplan täglich viel Obst und Gemüse und nehmen Sie über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu sich. Dies versorgt den Körper gleichmäßig mit Energie und belastet den Organismus weniger. Und wenn Sie abends vor den Fernseher noch etwas zum Knabbern brauchen, empfehlen sich Mohrrüben, Kohlrabi-Sticks, Salzstangen oder Russisch Brot.

Energiegewinnung

Zur Aktivierung des Stoffwechsels und zur Energiegewinnung braucht unser Körper vor allem B-Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Viel Obst, Gemüse und Salate - mit kaltgepressten Pflanzenölen zubereitet - sowie Vollkornprodukte, Joghurt und Milch liefern Ihnen genug davon. Bei der Zubereitung sollten Sie beachten, dass langes Kochen in viel Wasser dem Gemüse die wichtigen Vitamine entzieht. Deshalb lieber mit wenig Wasser und etwas Öl kurz dünsten. Dampfgaren in speziellen Schnellkochtöpfen eignet sich für vitaminschonendes Kochen in besonderer Weise.

Die wichtigsten Fitmacher stecken in folgenden - stets fettarmen - Lebensmitteln. Achten Sie vor allem auf eine ausgewogene Ernährung:

  • Vitamin B 1: Fleisch, Hülsenfrüchte, Haferflocken, Kartoffeln
  • Vitamin B 2: Milch- und Milchprodukte, Leber, Fisch, Eier, Blattgemüse
  • Vitamin B 6: Fleisch, Fisch, Kohl, Kartoffeln, Bohnen, Bananen
  • Vitamin B 12: Fisch, Leber, Eigelb
  • Vitamin C: Obst (vor allem Zitrusfrüchte), grünes Gemüse, rote Paprika, Tomaten, Kartoffeln
  • Eisen: Fleisch, Innereien, grünes Gemüse
  • Magnesium: Vollkornprodukte, Milch- und Milchprodukte, Kartoffeln, Fleisch
  • Pantothensäure: Fleisch, Leber, Fisch, Eigelb, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte

Essen Sie ein- bis zweimal wöchentlich mageren Seefisch. Er ist leicht verdaulich und reich an Eiweiß. Seine Fettsäuren sind gesünder als die tierischen Fette und er liefert reichlich Jod für Ihre Schilddrüse. Bananen, Tomaten und Paprika kurbeln die Produktion von Serotonin an - auf jeden Fall also der kalorienreichen Schokolade vorzuziehen. Und: Trinken Sie ausreichend - mindestens 1,5 Liter pro Tag. Kaffee und schwarzer Tee dürfen dabei nicht mitgerechnet, Alkohol nur in kleinen Maßen genossenen werden.
Unser Tipp für mehr Energie: Ernähren Sie sich einen Tag lang von Reis, Spargel, Ananas, Grapefruit und Molke. Ein Entschlackungstag pro Woche bringt Entspannung - nicht nur für den frühjahrsmüden Körper. Sie werden staunen, wie fit Sie sich danach fühlen.