21.05.2015
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wissen.de Artikel

Barmixer/in

Gerührt, nicht geschüttelt, heißt die Devise von James Bond. Gemeint ist damit natürlich der legendäre Martini, ohne den Agent 007 wahrscheinlich nie so erfolgreich sein würde. Der coole Martini hat Kultcharakter und jeder gute Barmixer weiß, wie man damit auch in eine ganz normale Bar einen Hauch von Verwegenheit zaubern kann.

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Die Mischung macht's

In den letzten Jahren hat der Trend zu gut gemixten Drinks stark zugenommen. Selbst in ganz gewöhnlichen Kneipen gehören mittlerweile ein paar Klassiker zum Repertoire. Aber auch professionelle Cocktailbars mit ausgefallenen Kreationen werden immer beliebter. Profitieren kann die Branche dabei von einer Exotikwelle, die in der Musik bei lateinamerikanischen Rhythmen beginnt und sich an der Cocktailbar mit Caipirinha und Mojito fortsetzt. Zumindest unsere Geschmacksnerven werden dabei auf Reisen in karibische Gefilde geschickt.

Gut ausgebildete Spezialisten, die mit der hohen Kunst des richtigen Mixens vertraut sind, werden deshalb immer gefragter. Entgegen vieler Vorurteile hat dieser Beruf, der fester Bestandteil des Nachtlebens ist, nichts Anrüchiges. Seriosität und Kompetenz haben oberste Priorität, wenn es darum geht, ein erfolgreicher Barkeeper zu werden. Im Mittelpunkt steht der Umgang mit Menschen. Uschi Falcke, die Geschäftsführerin der Deutschen Barkeeper Union, bringt die schönen Seiten dieses Berufes auf den Punkt. “Das Tolle daran ist der Umgang mit den Gästen aus allen möglichen Ländern. Jeden Tag erfährt man etwas Besonderes, nicht nur die Sorgen, sondern auch die positiven Erlebnisse der unterschiedlichsten Menschen.

Kurz & bündig

Barmixer stehen hinter der Bar und sind für alle Aktivitäten, die sich am Tresen abspielen, verantwortlich. Sie mixen alkoholische und alkoholfreie Getränke nach internationalen fachlichen Richtlinien und Rezepturen sowie nach eigenen Ideen und kümmern sich um die Organisation der Bestände. Im Vordergrund steht bei dieser Tätigkeit jedoch die Interaktion mit den Gästen. Mehr noch als fachliches Wissen zählt daher Einfühlungsvermögen und die Freude am Umgang mit Menschen.

Wo arbeiten Barmixer?

Barmixer arbeiten überall in der Gastronomie. Die Einsatzorte reichen von mondänen Hotels, in denen Superreiche und Prominente ihr Quartier beziehen, bis hin zu Szenebars, in denen das Nachtleben brodelt. Je nach persönlichen Vorlieben heißt es da, das passende Umfeld zu finden. Zunehmend machen sich Barkeeper auch selbständig, eröffnen eigene Bars oder versuchen sich im Bereich Erlebnisgastronomie mit mobilen Bars. Beim Weg in die Selbständigkeit sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse von Vorteil. “Die Nachfrage nach qualifizierten Leuten ist im Barbereich sehr groß, auch wenn der Bedarf in den Hotels aus Personalkostengünden zurückgeht, erläutert Uschi Falcke die aktuelle Situation.

Stellen für Barmixer finden Sie in Stellenbörsen häufig auch unter den Suchbegriffen:

  • Barmann/-dame
  • Barkeeper
  • Bartender/in
  • Demichef de bar
  • Commis de bar

Was genau machen Barmixer?

Ein langer Abend hinter der Bar muss gut vorbereitet sein. Im Vorfeld werden Barkeeper organisatorisch tätig. Das fängt schon bei der Zusammenstellung der Cocktailkarte an. Ist das Angebot arrangiert, muss dafür Sorge getragen werden, dass die notwendigen Zutaten vorrätig sind. Der Arbeitsalltag eines Barkeepers fängt deshalb mindestens schon eineinhalb Stunden vor dem Öffnen der Bar an. Meist müssen Vorräte aus dem Keller oder dem Lager geholt werden, die verschiedenen alkoholischen Getränke aufgestellt, und Säfte und andere Mixzutaten, wie Früchte und Eis vorbereitet werden. Und auch während des Abends muss der Barkeeper die volle Kontrolle über seinen Arbeitsplatz behalten, den Tresenbereich sauber halten und den Bedarf an Zutaten kalkulieren.

Anspruchsvolle Cocktailbars zeichnen sich oft durch eine umfangreiche Karte aus. Der Barkeeper muss die Rezeptur all dieser Getränke im Gedächtnis haben und sobald die ersten Gäste eintreffen meist schnell und genau agieren. Flexibilität und Geschick sind dabei unumgänglich. Neben den berufsüblichen Handgriffen des Shakens, Rührens und Mixens übt der Barkeeper aber auch eine eminent soziale Funktion aus. “In einem Hotel beispielsweise hat er eine der wichtigsten Aufgaben. Wenn schon alle anderen Servicebereiche geschlossen sind, ist die Bar noch geöffnet. Der Barkeeper avanciert somit zum wichtigsten Ansprechpartner bis tief in Nacht, gibt Uschi Falcke zu bedenken. Daher sollten Barmixer ein besonderes Einfühlungsvermögen gegenüber den Gästen besitzen. Psychologisches Gespür, eine gute Allgemeinbildung, mindestens englische Sprachkenntnisse und das Wissen über die verschiedenen Mentalitäten eines internationalen Publikums mit ihren Lebens- und Trinkgewohnheiten sind dabei die Kernkompetenzen.

Nicht zu unterschätzen ist auch der äußere Eindruck. Ein gepflegtes Erscheinungsbild gehört in der gehobenen Gastronomie unbedingt zum Gesamtbild. Nachteilig an diesem Beruf sind sicherlich die Arbeitszeiten. “Der Freundeskreis verändert sich. Die Freizeitgestaltung ist nicht mit der von Leuten, die tagsüber arbeiten, zu vergleichen. Aber das hat man bei allen Berufen, in denen Schichtarbeit vorherrscht, weiß Uschi Falcke.

Wer ist geeignet?

Für diesen Job eignen sich vor allem:

  • Absolventen eines IHK-Lehrgang an einer Barschule zum/zur Barmixer/in
  • Absolventen einer anderweitigen Fortbildung zu diesem Berufsbild
  • Restaurantfachmänner/-frauen
  • Berufsangehörige der Gastronomie-Branche

Quereinsteiger sind in diesem Beruf eher die Regel als die Ausnahme. Oft beginnt der Beruf Barmixer als Nebenjob und führt dann ohne Ausbildung zum Haupterwerbsberuf. Eine gewisse Begabung im Umgang mit Menschen, Kreativität und der Sinn für "guten Geschmack" sind dienlich, um in diesem Metier Erfolge zu verzeichnen.

Ausbildung – wo und wie?

Die Berufsbezeichnung Barmixer ist nicht geschützt und leidet deshalb unter einer gewissen Missachtung. Die Deutsche Barkeeper Union (DBU) arbeitet seit Jahren daran, diesen Misstand zu beseitigen und den Beruf Barmixer als regulären Ausbildungsberuf in Kombination mit dem Restaurantfachmann zu etablieren. In Zusammenarbeit mit drei verschiedenen Barschulen in Rostock, Koblenz und Altötting bietet die DBU einen 14-tägigen Lehrgang an, der auf eine Industrie- und Handelskammerprüfung (IHK) vorbereitet. Die Voraussetzungen für diesen Lehrgang sind entweder eine dreijährige Ausbildung zum Restaurantfachmann mit anschließender nachweislicher einjähriger Tätigkeit hinter der Bar oder fünfjähriger Berufspraxis als Barkeeper. Es existiert aber auch eine Vielzahl von anderen Anbietern, die Fort- und Weiterbildungsseminare zum Barmixer ausrichten. Dabei ist jedoch nicht immer ein IHK-Abschluss garantiert. Die Dauer der Lehrgänge variiert dabei auch sehr stark.

Wo und wie weiterbilden?

Natürlich gibt es einige Klassiker unter den Drinks, die international bekannt sind und keiner Veränderung bedürfen. Trotzdem müssen sich auch Barkeeper auf dem Laufenden halten, was internationale Trends und Modeerscheinungen betrifft. Auch in diesem Bereich macht sich die DBU einen Namen. Auf ihrer Homepage finden sich Informationen über Weiterbildungs- und Spezialisierungslehrgänge. Daneben erfahren Interessierte auch die wichtigsten Daten zu Wettbewerben und Verbandstagungen. Der internationale Bezug wird durch die Mitgliedschaft der DBU in der International Bartenders Association (IBA) garantiert.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Aufstiegsweiterbildung zum Barmeister/zur Barmeisterin.

Kontakt

Deutsche Barkeeper-Union e.V. (DBU)

Kottwitzstraße 11
D-20253 Hamburg
Tel.: 040/4209755
Fax: 040/4220314
E-Mail: dbuhv@csi.com
http://www.dbuev.de

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